Schlechte Nachrichten für das Kulturbürgerhaus. Die angedachte Förderung wird es von der Bezirksregierung wohl nicht geben. Das über vier Millionen Euro teure Projekt ist damit gestorben.

Südlohn

, 01.06.2019, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Am Mittwoch waren Bürgermeister Christian Vedder und weitere Vertreter der Südlohner Verwaltung bei der Bezirksregierung in Münster, um sich dort über die Fördermöglichkeiten für das Projekt Kulturbürgerhaus zu informieren. Positive Nachrichten gab es nicht.

„Der Dezernent bei der Bezirksregierung hat uns gesagt, dass es doch sehr ‚unrealistisch‘ ist, dass Südlohn eine Förderung von rund vier Millionen Euro bekommt“, erklärt Bürgermeister Christian Vedder nach dem Gespräch bei der Bezirksregierung. Zum Vergleich: Der Regierungsbezirk Münster erstreckt sich von Bottrop und Gelsenkirchen im Südwesten bis nach Hopsten (Kreis Steinfurt) im Norden, von Wadersloh (Kreis Warendorf) im Osten bis Isselburg im Westen. Insgesamt gehören 78 Kommunen mit rund 2,6 Millionen Einwohnern dazu. Für das Förderinstrument „Soziale Integration im Quartier“ sind für den gesamten Regierungsbezirk nur acht Millionen Euro Fördermittel vorgesehen.

Ob das Förderinstrument langfristig Bestand hat, sei ebenso unsicher. „Aktuell gibt es nur Pläne für 2020“, so Bürgermeister Christian Vedder. Um in dem Jahr noch Fördermittel zu bekommen, müssten die Anträge bis zum 30. September bei der Bezirksregierung eingereicht sein. „Und zwar in einem fortgeschrittenen Stadium“, erklärt der Bürgermeister weiter.

Projektierung muss für Förderantrag klarer sein als bisher

„Die Kirschen hängen da ziemlich hoch im Baum“, erklärt Vedder das Ergebnis des Gesprächs. Die Projektierung für so einen Antrag müsse demnach deutlich klarer umrissen sein, als sie es aktuell ist. Beispiel Standort: Auf einen letztendlich gültigen Standort für das Projekt konnten sich die Politiker in Südlohn noch nicht einigen. Im Gespräch sind der Standort am ehemaligen Vereinshaus im Ortskern und ein noch nicht näher beschriebener Aus- und Umbau an der Hans-Christian-Andersen-Schule. „Und da hat uns die Bezirksregierung ganz klar gesagt, dass wir den Standort schon selbst bestimmen müssen“, so Bürgermeister Christian Vedder. An dieser Frage hatte sich aber zuletzt der Konflikt über das Projekt hochgeschaukelt.

„Wenn das Projekt Zukunft haben soll, muss es schlanker gestaltet werden“, sagt er. Zunächst sei es ja auch deutlich kleiner geplant gewesen. Erst mit dem Umstieg auf das Fördermodell „Soziale Integration im Quartier“ sei es ja auf seine jetzige Größe angewachsen. Es könnte, so Vedder, auch etwas mit einer allgemeinen städtebaulichen Förderung werden. Darin werden Projekte zwar nur zu 40 Prozent gefördert, die Beschränkungen sind aber nicht so groß und die Förderung läuft auch nach 2020 weiter.

Wie es nun weitergeht, bestimmen die Politiker im Rat. Das nächste Mal tritt das Gremium am 12. Juni zusammen.

Trägerverein will noch nicht aufgeben

Manfred Wanning, Vorsitzender des Trägervereins Kulturbügerhaus, hat am Freitag noch nicht viel über den neuen Stand gehört. Nur ganz kurz habe er mit dem Bürgermeister dazu telefoniert. Er wartet nun erst einmal darauf, dass er alle Informationen zusammenbekommt.

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Eins ist ihm jetzt aber trotzdem schon klar: Die Flinte mag er nicht ins Korn werfen. „Dafür haben wir zu lange gearbeitet“, sagt er. Wenn alle neuen Informationen zusammengetragen sind, weill er einen neuen Plan entwickeln. „Mein Gefühl sagt mir, dass wir noch einmal tabula rasa machen sollten und uns mit allen Beteiligten an einen Tisch setzen müssen“, erklärt er.

„Vielleicht sind ja auch in diesem Fall aller guten Dinge drei“, sagt er noch. Zwei Entwürfe für ein Kulturbürgerhaus haben es nicht geschafft. Vielleicht könne es ja im dritten Anlauf etwas werden.

Gleichzeitig prüft die Bezirksregierung nun auch das gesamte Integrierte Städtebauliche Entwicklungskonzept (ISEK) für die beiden Ortsteile. Dort sind insgesamt 32 Projekte zusammengefasst, die in den kommenden Jahren Südlohn und Oeding weiterentwickeln sollen. Für die Prüfung wird aber auch noch einmal eine ganze Menge Zeit vergehen: Die Bezirksregierung plant dafür Termine mit dem MInisterium und auch Termine vor Ort. Wann die anstehen, ist zurzeit noch nicht klar.

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