Ein Blick ins Baugebiet Scharperloh: In den Wohngebieten in Südlohn und Oeding haben die Eigenheimbesitzer bestimmte Vorgaben zu erfüllen. Strengere Regeln zu begrünten Garagendächern und mehr Laubbäumen oder Hecken auf den Privatgrundstücken für den neuen Teil des Baugebiets Scharperloh lehnte der Gemeinderat ab. © Markus Gehring
Baugebiet Scharperloh

Keine Dachbegrünungs-Regeln für neue Häuser im Baugebiet Scharperloh

Künftige Häuslebauer im Scharperloh sollen, so beschloss der Rat, dieselben Vorgaben erhalten wie die, die dort schon wohnen. Begrünte Dächer oder Laubbäume sollen keine Vorschrift sein.

Das Wohngebiet Scharperloh wird nach Norden hin erweitert. Der Gemeinderat beschäftigte sich jetzt mit dem Bauplanverfahren. Vor allem die Gestaltung der Gärten und Dächer beschäftigte die Kommunalpolitiker: Im Bauausschuss war schon darüber diskutiert worden, für die neuen Baugrundstücke in den textlichen Festsetzungen mehr Grün und mehr Klimaschutz zu verankern.

So sollten zum Beispiel Dächer von Garagen oder Carports, wenn dort nicht eine Photovoltaikanlage installiert sein sollte, verpflichtend begrünt werden, so ein Vorschlag der Verwaltung. Des Weiteren sollten unter anderem Regeln dazu aufgenommen werden, den Anteil von standortgerechten, einheimischen Laubbäumen auf den privaten Grundstücksflächen zu erhöhen.

Lange Beratungen in der CDU-Fraktion

Das habe zu langen Beratungen in der CDU-Fraktion geführt, eröffnete Thomas Rathmer (CDU) eine ausführliche Diskussion in der Ratssitzung. Die CDU sei zu dem Entschluss gekommen, es in der Erweiterungsfläche so zu handhaben wie in den vorherigen Bauabschnitten – „die Gleichbehandlung ist uns wichtig.“

Sabrina Späker hingegen begrüßte für die SPD-Fraktion die textlichen Festsetzungen: „Wir sehen den Bedarf dafür.“ Die Gemeinde Südlohn sei nicht die einzige mit solchen Vorgaben. „Das ist doch kein Nachteil gegenüber Nachbarstraßen.“ Bernd Schüring (WSO) sprach an, dass eine Dachbegrünung „deutlich höhere Kosten“ bedeuten würde.

Auch die UWG, sagte Dieter Valtwies, habe die im Moment sowieso steigenden Baukosten im Blick gehabt in ihrer Diskussion. Statt ein Baugebiet mit solchen Regeln zu versehen, würden sich die Unabhängigen eher mehr von „vielen kleinen Instrumenten“ versprechen. „Das wäre ein Projekt für den Klimamanager“, betonte Valtwies.

Mike van de Sand (WSO) hakte noch einmal nach: Könnte man nicht „soll“ statt „muss“ bei der Begrünung der Garagen- und Carport-Dächer in die Festsetzungen schreiben? „Das macht ja keinen Sinn, das geht jetzt auch“, antwortete Bürgermeister Werner Stödtke.

Konzept soll für zukünftige Baugebiete erstellt werden

„Freiheiten lassen ist gut, aber bleibt uns hier anderes übrig als Vorgaben zu machen?“, stellte Jörg Schlechter (FDP) die rhetorische Frage. Für die Zukunft wollte das die CDU auch nicht ausschließen. Thomas Rathmer nannte das geplante Baugebiet „Horst/Elpidiustraße“, dafür könnte ein Konzept erstellt werden: „Wir sind gesprächsbereit.“

„Grundsätzlich sind wir uns ja einig, dass wir was machen müssen“, fasste Andreas Bone (SPD) zusammen, „aber wir müssen auch mal anfangen. Auch, wenn es Geld kostet“, schob er hinterher. Der Kompromissvorschlag von Sabrina Späker, die begrünten Dächer rauszunehmen, die Laubbäume aber in die textlichen Festsetzungen aufzunehmen, fand keine Mehrheit.

„Kein Fass aufmachen“ für die Erweiterung des Baugebiets, das schlug Thomas Rathmer (CDU) vor. Allein für die Gestaltung der Uferrandbereiche – die Baugrundstücke ragen an die Untere Schlinge heran – gibt es Vorgaben: Innerhalb des Uferrandstreifens sind bauliche Anlagen und Geländemodellierungen nicht zulässig.

Der Gemeinderat beschloss bei Enthaltung der SPD-Ratsmitglieder den Entwurf zur fünften vereinfachten Änderung des Bebauungsplanes Nr. 29 „Scharperloh II“ als Stand der Planung. Die Pläne werden nun im Juni öffentlich ausgelegt, die beteiligten Behörden und Institutionen werden diese zur Stellungnahme zugeleitet. Wie der ökologische Ausgleich geregelt wird, ist laut Bauamtsleiter Dirk Vahlmann noch nicht abschließend geregelt. Zwei Flächen seien in Augenschein genommen worden.

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Anne Winter-Weckenbrock

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