Investor und Architekt entschuldigen sich im Rat für schlechte Kommunikation

dzHaus der Vereine

Die vier Häuser auf dem ehemaligen Grundstück Terhedebrügge bekommen ein Walmdach. So kam die Planung im Rat besser an. Investor und Architekt nutzten die Präsentation für eine Entschuldigung.

Südlohn

, 26.06.2020, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mit einer ausführlichen Entschuldigung stiegen Investor Michael Robers und Architekt Jörg Hetkamp in der vergangenen Ratssitzung in die Präsentation des Wohnprojekts am Vereinshaus ein: „Die Kommunikation ist überhaupt nicht gut gelaufen“, erklärte Michael Robers.

Investor Michael Robers (r.) und Architekt Jörg Hetkamp leiteten die Präsentation ihres Projekts erst einmal mit einer Entschuldigung ein. Die Kommunikation sei nicht gut gelaufen.

Investor Michael Robers (r.) und Architekt Jörg Hetkamp leiteten die Präsentation ihres Projekts erst einmal mit einer Entschuldigung ein. Die Kommunikation sei nicht gut gelaufen. © Stephan Teine

Er bekräftigte, dass er als geborener Südlohner in attraktive Wohnungen investieren wolle. „Wir wollen hochwertig bauen und würden uns freuen, wenn wir dazu einen gemeinsamen Nenner finden“, sagte er den Politikern, die sich wegen der Coronavorschriften in der Jakobihalle versammelt hatten.

In der Kommunkation und der Ausführung gab es Fehler

Architekt Jörg Hetkamp schloss sich der Entschuldigung an: Auch er räumte Fehler ein. Sowohl kommunikativ als auch in der Ausführung: Unserer Redaktion gegenüber hatte er im Februar erklärt, möglichst viele der alten Bäume erhalten zu wollen. Kurze Zeit später waren alle Bäume auf dem Grundstück gefallen. „Das ist natürlich ein schwerer Schlag für das Vertrauensverhältnis zu einem Architekten gewesen“, gab er im Rat zu.

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Dennoch sei das nicht geplant gewesen. „Wir hätten einige Bäume erhalten können, doch ich hatte in dem Moment keinen Einfluss mehr auf die Fällung“, sagte er. Und weiter erklärte er, dass es insgesamt besser gewesen wäre, die Südlohner Politik ganz zu Beginn der Planungen mit einer ausführlichen Präsentation zu informieren.

Situation hätte von Anfang an entschärft werden können

Die gefällten Bäume waren für Hermann-Josef Frieling (CDU) auch das eigentliche Haar in der Suppe. Durch einen Bebauungsplan hätte die Situation von vornherein entschärft werden können. „Darin hätten man festsetzen können, dass die Bäume erhalten werden müssen“, sagte er. Nun seien die Bäume unwiederbringlich gefallen. „Schade, wir können es nicht mehr ändern, aber das hätte nicht passieren dürfen“, erklärte er. Zu der neuen Planung sagte er aber, dass sie mit Walmdach und Klinkerfassade bis ins oberste Stockwerk nun einen deutlich anderen Eindruck mache. „Darüber bin ich froh“, stellte er klar.

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Das Ganze sei nicht böswillig gewesen, machte der Architekt dann wiederum deutlich. Nach ersten Gesprächen seien Investor, Architekt und auch die Südlohner Verwaltung schlicht davon ausgegangen, dass das Projekt realisiert werden könne, ohne es im Südlohner Rat zu diskutieren. Erst der Kreis Borken hatte da einen Riegel vorgeschoben. „Davon wurden wir überrascht“, sagte Jörg Hetkamp.

Planungen wurden nur leicht angepasst

Die Planungen für die vier Gebäude mit insgesamt 30 Wohnungen wurde indes nur leicht angepasst. Statt eines Flachdachs, haben die vier Gebäude nun ein Walmdach. Die Wohnungen bleiben unverändert.

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„Wir haben erste positive Resonanzen auf den Zuschnitt der Wohnungen bekommen und glauben, dass das für den Südlohner Wohnungsmarkt genau das Passende ist“, erklärte Michael Robers.

Die neue Grafik samt Walmdächern und einer üppigen Begrünung stieß im Rat auf positive Resonanz. In der Kommunikation habe es aber einige Fehler gegeben, räumten Investor und Architekt ein.

Die neue Grafik samt Walmdächern und einer üppigen Begrünung stieß im Rat auf positive Resonanz. In der Kommunikation habe es aber einige Fehler gegeben, räumten Investor und Architekt ein. © Hetkamp Architektur

Auch zeigte Architekt Jörg Hetkamp im Rat Grafiken der Gebäude samt neuer Bepflanzung. Die hatte auf den ersten Ansichten vor einigen Monaten komplett gefehlt. „Der 3D-Zeichner hat offenbar den Knopf für die Bäume gefunden“, scherzte Jörg Hetkamp. 40 Prozent der Grundstücksfläche von 3615 Quadratmetern sollen später begrünt werden.

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Für die Wohnungen wird eine Tiefgarage gebaut, um ausreichend Stellplätze bereitstellen zu können. „Das ist zwar relativ kostspielig, aber wir verfolgen eben das Ziel, die Fläche zu begrünen und nicht für Parkplätze zu nutzen“, so Jörg Hetkamp.

So hatte die ursprüngliche Planung für die vier neuen Gebäude ausgesehen. An den Grundrissen der Wohnungen hat sich nichts verändert. Allerdings werden jetzt Walm- statt Flachdächer geplant. 40 Prozent der Grundstücksfläche sollen begrünt werden.

So hatte die ursprüngliche Planung für die vier neuen Gebäude ausgesehen. An den Grundrissen der Wohnungen hat sich nichts verändert. Allerdings werden jetzt Walm- statt Flachdächer geplant. 40 Prozent der Grundstücksfläche sollen begrünt werden. © Hetkamp Architektur

Im Rat stimmten schließlich bei zwei Enthaltungen alle Politiker für die Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplans. Das bedeutet nicht, dass jetzt die Baumaschinen anrücken können. Erst einmal findet nun ein förmliches Verfahren statt. Darin können auch Nachbarn noch ihre Bedenken gegen die Planungen äußern. Erst wenn dieses Verfahren abgeschlossen ist, kann der Bau beginnen.

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