Himmelslaterne über Südlohn sorgt für Schrecksekunde an der Sandstegge

dzBrandgefahr

Eine Himmelslaterne haben Unbekannte in der Nacht auf Sonntag in Südlohn steigen lassen. Um ein Haar hätte sie eine Hecke in Brand gesetzt. Die Laternen zu starten, ist seit Jahren verboten.

Südlohn

, 15.06.2020, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eine Himmelslaterne hat in der Nacht von Samstag auf Sonntag in Südlohn für einige Aufregung gesorgt. Die brennende Laterne war in der Sandstegge gestartet und in Richtung Elpidiusstraße geflogen. In der Nähe des Vitusrings soll sie gelandet sein.

„Die Laterne ist vielleicht 50 Zentimeter über unserer Hecke entlang geflogen und dann irgendwo in der Nähe vom Vitusring heruntergegangen“, sagt die Südlohnerin Jenny Schuchardt am Montag am Telefon. Sie wohnt in der Sandstegge und hatte die Laterne gegen 23.45 Uhr beobachtet. Sie sei so nah gewesen, dass sie sie fast hätte einfangen können. „Ein Kescher hätte genügt, aber wer hat den so schnell schon zur Hand“, sagt sie im Gespräch mit unserer Redaktion.

Besorgte Nachbarn rannten auf die Straße

Auch ihre Nachbarn seien besorgt auf die Straße gelaufen und hätten noch längere Zeit dort mit ihr gestanden. „Als wir um halb eins immer noch nichts gehört haben, sind wir davon ausgegangen, dass die Laterne gelandet ist, ohne Schaden anzurichten.“

Dennoch sei ihr der Schrecken in die Glieder gefahren. Schließlich habe es doch gerade erst auch in Südlohn einen Heckenbrand gegeben. „Bei der Trockenheit im Moment so eine Laterne steigen zu lassen, ist doch einfach unverantwortlich“, sagt sie.

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Nicht nur unverantwortlich, sondern auch streng verboten: Darauf weist Thorsten Ohm, Pressesprecher der Polizei im Kreis Borken hin. Spätestens seit in der Neujahrsnacht im Krefelder Zoo das Affenhaus durch eine Himmelslaterne in Brand gesetzt wurde und mehrere Affen in den Flammen gestorben sind, müsse das eigentlich jedem klar sein, erklärt er.

Himmelslaternen dürfen in NRW seit 2009 nicht mehr starten

„Das Steigen-lassen dieser Laternen ist in Nordrhein-Westfalen allerdings schon seit 2009 nicht erlaubt“, erklärt Thorsten Ohm. Seitdem gilt die sogenannte Fluglaternenverordnung: Wegen der großen Brandgefahr, die von den fliegenden Laternen ausgeht, dürfen Laternen mit offener Feuerquelle nur noch mit einer Ausnahmegenehmigung gestartet werden. „Mir ist hier in der Gegend allerdings kein Fall bekannt, in dem so eine Genehmigung erteilt wurde“, sagt er.

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Er warnt eindringlich davor, die Laternen starten zu lassen. Der reine Start – auch ohne dass ein Schaden entstehe – sei schon eine Ordnungswidrigkeit, die mit bis zu 1000 Euro Geldbuße geahndet werden könne. Wird durch eine Laterne ein Feuer ausgelöst, müsse sich der Verursacher wegen Brandstiftung oder fahrlässiger Brandstiftung verantworten.

Erwerb der Flugkörper ist auch in NRW noch legal

Übrigens: Der reine Erwerb einer Himmelslaterne ist aktuell noch erlaubt. Das schütze allerdings nicht vor der Geldbuße, falls man die Laternen ohne Wissen über deren Startverbot in den Himmel steigen lasse.

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