Heinrich Emming freut sich nach Feuer über riesiges Glück im Unglück

dzStallbrand

Seit dem Brand im Ebbinghook sind ein paar Tage vergangen. Landwirt Heinrich Emming kann inzwischen wieder durchatmen. Doch er berichtet von riesigem Glück, dass nicht mehr passiert ist.

Südlohn

, 07.01.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Heinrich Emming steckt der Schrecken noch tief in den Gliedern. Eine knappe Woche nach dem Feuer auf dem Dach seines Schweinestalls kann der Oedinger Landwirt aber langsam wieder lächeln. „Die ersten zwei Tage waren schlimm“, sagt er.

In der Nacht auf den 2. Januar hatte die Abluftanlage seines Schweinestalls plötzlich lichterloh in Flammen gestanden. Nur durch einen Großeinsatz der Feuerwehr konnte Schlimmeres verhindert werden.

Auf dem Boden des Stalls liegen verschiedene Teile des Dachs verteilt. Auch verkohlte Ventilatoren und einzelne Trümmerteile finden sich dort. Was genau den Brand ausgelöst haben mag, will er nicht beurteilen. „Da greife ich den Sachverständigen nicht vor“, sagt er. Deutlich sei aber der Unterschied zwischen einem verkohlten Ventilatormotor und einem intakten zu sehen.

Sicherung der Lüftungsanlage flog heraus

Heinrich Emming erinnert sich noch genau an die Brandnacht: „Ich bekam eine Alarmierung auf mein Handy, dass die Lüftungsanlage ausgefallen ist“, erzählt er. Die Sicherung sei herausgeflogen. Bis hierhin noch nichts Außergewöhnliches. „Das passiert schon einmal bei Feuchtigkeit oder einer Fehlfunktion“, erklärt er. Wichtig sei dann nur, dass man vor Ort sei und reagieren könne.

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Das tat er: „Ich hab die Sicherung wieder reingedrückt. Und sie blieb auch drinnen“, erzählt Heinrich Emming. Er habe dann im Stall noch nach dem Rechten gesehen. Fütterung, Wasser und Tiere kontrolliert. Auch da habe er erst noch nichts von dem Feuer bemerkt. Aber als er wenige Augenblicke später wieder aus dem Stall herausgekommen sei, habe der ganze Hof schon in grellrotem Feuerschein gelegen.

Feuer taucht den ganzen Hof in grellrotes Licht

„Ich bin dann ein paar Meter vom Stall weggegangen und habe die riesigen Flammen gesehen“, erzählt er. Sofort habe er die Feuerwehr angerufen. „Ich war noch am Telefon, da habe ich schon die Sirenen in beiden Orten hören können“, erzählt er. Da war es genau 1.46 Uhr. Gerade einmal viereinhalb Minuten später fuhren die ersten Feuerwehrfahrzeuge auf seinen Hof im Ebbinghook. „Schneller geht es wirklich nicht“, sagt er dankbar. Nach und nach rückte immer mehr Feuerwehr an. Am Ende waren wie berichtet 75 Einsatzkräfte aus beiden Löschzügen auf dem Hof im Einsatz.

Dabei hatten Landwirt und Feuerwehrleute aber auch eine riesige Portion Glück: Das Abteil unter der Abluftanlage war in der Brandnacht leer. Eigentlich hätten dort einen Tag zuvor 340 Ferkel eingestallt werden sollen. Doch das hatte sich verzögert.

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Drei Schweine sterben bei Brand im Schweinestall in Oeding

Auf dem Dach des Schweinestalls im Ebbinghook war das Feuer in der Abluftanlage ausgebrochen. Der Feuerschein war schon von weitem zu sehen. Für drei Schweine kam jede Hilfe zu spät. Sie verendeten in dem Stall.
02.01.2020
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In der Nacht auf Donnerstag brannte im Ebbinghook die Abluftanlage auf einem Schweinestall. Beide Löschzüge aus Südlohn und Oeding waren im Einsatz. Zusätzlich wurde der Teleskopmast aus Stadtlohn alarmiert. © Stephan Teine
In der Nacht auf Donnerstag brannte im Ebbinghook die Abluftanlage auf einem Schweinestall. Beide Löschzüge aus Südlohn und Oeding waren im Einsatz. Zusätzlich wurde der Teleskopmast aus Stadtlohn alarmiert. © Stephan Teine
In der Nacht auf Donnerstag brannte im Ebbinghook die Abluftanlage auf einem Schweinestall. Beide Löschzüge aus Südlohn und Oeding waren im Einsatz. Zusätzlich wurde der Teleskopmast aus Stadtlohn alarmiert. © Stephan Teine
In der Nacht auf Donnerstag brannte im Ebbinghook die Abluftanlage auf einem Schweinestall. Beide Löschzüge aus Südlohn und Oeding waren im Einsatz. Zusätzlich wurde der Teleskopmast aus Stadtlohn alarmiert. © Stephan Teine
In der Nacht auf Donnerstag brannte im Ebbinghook die Abluftanlage auf einem Schweinestall. Beide Löschzüge aus Südlohn und Oeding waren im Einsatz. Zusätzlich wurde der Teleskopmast aus Stadtlohn alarmiert. © Stephan Teine
In der Nacht auf Donnerstag brannte im Ebbinghook die Abluftanlage auf einem Schweinestall. Beide Löschzüge aus Südlohn und Oeding waren im Einsatz. Zusätzlich wurde der Teleskopmast aus Stadtlohn alarmiert. © Stephan Teine
In der Nacht auf Donnerstag brannte im Ebbinghook die Abluftanlage auf einem Schweinestall. Beide Löschzüge aus Südlohn und Oeding waren im Einsatz. Zusätzlich wurde der Teleskopmast aus Stadtlohn alarmiert. © Stephan Teine
In der Nacht auf Donnerstag brannte im Ebbinghook die Abluftanlage auf einem Schweinestall. Beide Löschzüge aus Südlohn und Oeding waren im Einsatz. Zusätzlich wurde der Teleskopmast aus Stadtlohn alarmiert. © Stephan Teine
In der Nacht auf Donnerstag brannte im Ebbinghook die Abluftanlage auf einem Schweinestall. Beide Löschzüge aus Südlohn und Oeding waren im Einsatz. Zusätzlich wurde der Teleskopmast aus Stadtlohn alarmiert. © Stephan Teine
In der Nacht auf Donnerstag brannte im Ebbinghook die Abluftanlage auf einem Schweinestall. Beide Löschzüge aus Südlohn und Oeding waren im Einsatz. Zusätzlich wurde der Teleskopmast aus Stadtlohn alarmiert. © Stephan Teine
In der Nacht auf Donnerstag brannte im Ebbinghook die Abluftanlage auf einem Schweinestall. Beide Löschzüge aus Südlohn und Oeding waren im Einsatz. Zusätzlich wurde der Teleskopmast aus Stadtlohn alarmiert. © Stephan Teine
In der Nacht auf Donnerstag brannte im Ebbinghook die Abluftanlage auf einem Schweinestall. Beide Löschzüge aus Südlohn und Oeding waren im Einsatz. Zusätzlich wurde der Teleskopmast aus Stadtlohn alarmiert. © Stephan Teine

Aber auch links und rechts des betroffenen Stallabteils ist das Feuer sehr glimpflich ausgegangen: Auf der linken Seite des Stalls standen 340 Schweine. Rechts davon noch einmal 300. „Fette“, wie Heinrich Emming sagt. Also Schweine am Ende der Mast.

Dankbarkeit für großen Einsatz der Feuewehr

Um die kümmerte sich auch die Feuerwehr in der Brandnacht. Mit großen Lüftern drückten die Feuerwehrleute Frischluft durch die offenen Türen in die Ställe. Eine größere Rettungsaktion wurde dort aber nicht mehr nötig: Der Brand war schnell genug unter Kontrolle. „Sonst hätten wir die Tore aufgeworfen und die Schweine aus dem Stall getrieben“, sagt Heinrich Emming. Auch deswegen ist er dankbar, dass die Feuerwehr mit so viel Personal angerückt ist. Und dass sie trotz der Flammen in die Ställe vorgedrungen seien.

Feuerwehr kann verhindern, dass sich die Flammen ausbreiten

Die Feuerwehr ging schließlich von zwei Seiten und – mithilfe des Teleskopmastes der Stadtlohner Feuerwehr – von oben gegen die Flammen vor. Nur so konnten sie verhindern, dass sich das Feuer durch die Isolierungsschichten weiterfrisst. „Das kann man ja noch genau sehen“, sagt er und deutet auf die angeschmorten Styroporplatten unter dem Dach: „Die waren einmal sechs Zentimeter dick“, erklärt der Landwirt. Fast auf der ganzen Stallbreite seien davon nur noch zwei Zentimeter übrig. Hätten sich die Flammen auch auf die anderen Stallabteile ausgeweitet... Heinrich Emming mag sich das Szenario gar nicht vorstellen.

Schweine starben durch Stress, nicht durch Feuer

Unmittelbar bei dem Brand seien drei Schweine verendet. Allerdings nicht durch das Feuer oder die Abgase, sondern durch den Stress. „Schweine sind sehr empfindlich“, erklärt Heinrich Emming. Sie hätten einen Herztod erlitten und seien sofort tot gewesen.

Den Hof im Ebbinghook hat die Familie seit dem 18. Jahrhundert. Gebrannt hat es dort noch nie. „Das brauche ich auch so schnell nicht wieder“, sagt Heinrich Emming und atmet laut aus. In der Nachbarschaft habe es schon einmal gebrannt. Auch da habe die gegenseitige Hilfe gut funktioniert.

Sachverständige und Polizisten ermitteln noch

Während Heinrich Emming aktuell noch mit verschiedenen Sachverständigen durch den Stall geht, ermittelt auch die Polizei noch. Einen neuen Stand kann Thorsten Ohm von der Polizeipressestelle am Montag auf Nachfrage aber noch nicht mitteilen. Die Polizei spricht dabei von einem Schaden von rund 60.000 Euro.

Der Landwirt atmet nun erst einmal durch: „Die Sachschäden sind versichert“, sagt er. Der entstandene Schaden an dem Gebäude sei deswegen unter dem Strich nicht weiter schlimm. Wichtig ist ihm nur eins: „Den Tieren ist es weitgehend gut ergangen und niemand wurde verletzt – niemand von den Rettern und niemand von meiner Familie.“

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