Die Kastanienallee auf dem Weg zum Haus Volmering - gerade im Mai sind die Bäume einfach nur schön anzusehen. Diese Kastanien gehören zu den Bäumen, die der Heimatverein auf seiner Internetseite porträtiert. © Bernd Schlusemann

Heimatverein Südlohn landet mit Rubrik „Mein Freund, der Baum“ einen Hit

„Mein Freund, der Baum“ ist ein Schlager mit zeitlosem Inhalt. Der Heimatverein Südlohn hat den Titel für eine neue Rubrik auf seiner Internetseite gewählt, auf die es viel Resonanz gibt.

Die Rubrik ist der Renner auf der Internetseite des Heimatvereins Südlohn: „Mein Freund, der Baum“. Gleich links auf der Startseite geht es neben einem blauen Herzchen zu einer sehenswerten Dokumentation über markante Bäume des Dorfs. Heimatvereinsvorsitzender Ernst Bennemann freut sich, dass die Rubrik schon oft angeklickt wurde.

Die Idee kam bei den zahlreichen Radtouren der Familie Bennemann auf. Eigentlich aus einem eher traurigen Anlass: Hier und da wird auch schon mal ein Baum gefällt. „Das war sicher ein Auslöser dafür“, sagt Ernst Bennemann. Denn mit der neuen Rubrik sollen die Baumpersönlichkeiten in den Blickpunkt gerückt werden. „Auch die Gemeinde Südlohn wird von Bäumen geprägt, die erhaltenswert und schützenswert sind“, heißt es in der Rubrik.

Hit aus den 1960er-Jahren ist ein zeitloser Klassiker

Der Name für die Rubrik: „Mein Freund der Baum“. Mit diesem Lied landete Sängerin Alexandra Mitte der 1960er-Jahre einen Hit. „Die besungene Liebe zu einem Baum ist auch heute noch ein Klassiker“, meint der Heimatverein Südlohn. Und weist im weiteren Verlauf des Textes auf die Bedeutung hin: „Bäume prägen Städte, Dörfer und Landschaften und machen sie unverwechselbar. Sie sind Teil der Natur und unverzichtbar für Klima und Wohlbefinden. Bäume bieten vielen Tierarten Lebensraum und helfen das Gleichgewicht der Natur zu erhalten.“

Auf der Seite sind Fotos der ausgewählten, ortsgestaltenden Bäume zu sehen, dazu gibt es Texte und Geodaten. Wer die Natur mag, wird sich schon allein an den Fotos erfreuen. Aber auch in den Texten manches Neue erfahren oder sogar etwas lernen. Zum Beispiel über das Naturdenkmal, die Friedenseiche am Ehrenmal.

Die Eiche am Ehrenmal in Südlohn ist alt. Sehr alt: Das eingetragene Naturdenkmal wurde 1871 zum Ende des Deutsch-Französischen Krieges von Südlohner Bürgern gepflanzt.
Die Eiche am Ehrenmal in Südlohn ist alt. Sehr alt: Das eingetragene Naturdenkmal wurde 1871 zum Ende des Deutsch-Französischen Krieges von Südlohner Bürgern gepflanzt. © privat © privat

Diese wurde nach dem Deutsch-Französischen Krieg 1871 von Südlohner Bürgern gepflanzt. Sie erinnert bis heute an die Gründung des deutschen Kaiserreichs nach dem damaligen Krieg. „Zwei weitere Kriege hat die Eiche überstanden“, fasst Ernst Bennemann in seinem Text zusammen.

Oder die Linden am Wegekreuz bei Rexing an der Bahnhofstraße: Dort ist das in neugotischer Ausführung gefertigte Sandsteinkreuz von zwei Linden eingerahmt. „Seit über 120 Jahren die perfekte Symbiose von Natur und einem christlichen Glaubensbekenntnis in Form des Wegkreuzes“, so Ernst Bennemann.

Ob Platane, Bergahorn, mächtige Kastanie, Linde, Eiche oder Blutbuchen: Die Gemeinde Südlohn hat Vielfalt zu bieten. Das wird deutlich. Auch ein Baumstumpf ist in der Rubrik des Heimatvereins zu sehen: Der Stumpf der etwa 160 Jahre alten Blutbuche, die für das Wohnprojekt am Vereinshaus gefällt wurde.

Fachliche Beratung bei der Baumbestimmung eingeholt

Der Heimatvereinsvorsitzende selbst hat die Informationen zu den jeweiligen Bäumen zusammengetragen. „Uns war aber eine fachliche Begleitung wichtig“, betont Ernst Bennemann. Die gibt es ja vor Ort: den Baumsachverständigen Alexander Emming. Mit dem Experten zusammen wurden die Bäume bestimmt. Alter und Höhe wurden mit Hilfe von Internetprogrammen eingeschätzt.

Alexander Emming (l.) leistet die fachliche Beratung für das Projekt
Alexander Emming (l.) leistet die fachliche Beratung für das Projekt “Mein Freund, der Baum”, Dirk Bennemann (Mitte) kümmerte sich um die Standortbestimmung und Ernst Bennemann fasste alle Infos zu den Bäumen in Texten zusammen. Die Silberweide am Uferweg ist einer von Ernst Bennemanns Lieblingsbäumen. „Ein Charakterbaum“ hat er zum Foto geschrieben. © privat © privat

Was die Höhe angeht, steht in der Information auch meistens, wie hoch der Baum der betreffenden Art in der Regel wird. Den Stammdurchmesser und -umfang haben die Heimatvereinsaktiven festgehalten, den deutschen und den wissenschaftlichen Namen aufgeführt.

Wer gern bei Fahrradtouren oder Wanderungen auf Geodaten zurückgreift, dem hilft die neue Internetrubrik des Heimatvereins auch weiter, denn die Geo-Koordination fast jedes Baumes sind auch angegeben.

Ziel: Auf Vielfalt hinweisen und Schönheit der Heimat bewahren

Der Heimatverein erhebt mit seiner Auswahl von Bäumen in der Rubrik keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Bäume wurden ausgewählt, die ins Auge fallen, die zum Ort gehören und die bei einer Fällung als Lücke und Verlust des Ortsbildes empfunden würden. „Ziel dieser Rubrik ist es, auf die Vielfältigkeit unserer Natur aufmerksam zu machen und die Schönheit unserer Heimat zu bewahren“, heißt es zusammenfassend in der textlichen Einführung.

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Anne Winter-Weckenbrock