„Grenzer“ stoppen Pättkesfahrer am Grenzübergang für einen Imagefilm

dzDreh an der Grenze

Dank Europa und dem Schengen-Abkommen gehören Grenzkontrollen seit 1995 eigentlich der Vergangenheit an. In Oeding aber haben „Grenzer“ jetzt Pättkesfahrer kontrolliert – und zwar filmreif.

Südlohn

, 24.09.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mittags am Grünen Grenzübergang beim Hof Lefting in der Bauerschaft Hinterm Busch. Am kleinen Fachwerk-Torbogen des Übergangs lehnt sichtlich entspannt Siegfried Osterholt in der Spätsommersonne.

Der Vorsitzende des Heimatvereins ist verabredet, und das gleich mehrfach. Auf sein erstes „Date“ muss er nicht lange warten: Durch den Torbogen tritt von der holländischen Seite Gerrit Boejink. Er gehört dem „Historische Kring Kotten“ an – dem niederländischen Nachbar-Heimatverein, mit dem die Oedinger befreundet sind.

Gerrit Boejink hat seine Zolluniform an: ein graues Stoffsakko mit Dienstabzeichen und eine messerscharf gebügelte dazu passende Hose. Die beiden Männer kennen sich gut. Sie haben das vor ihnen liegende Szenario bereits mehrfach durchgespielt. Man begrüßt sich kurz und herzlich. Der Oedinger greift in seinen Fahrradkorb und zieht sich seine grüne Uniformjacke des deutschen Zolls über. Nun fehlt nur noch das Filmteam aus Dortmund, das sich für etwa halb Zwei angekündigt hat.

Imagefilm für den Kreis

Die beiden „Zöllner“ müssen nicht lange warten: Noch vor der vereinbarten Zeit biegen vier Autos auf den Hof der Familie Lefting. Aus dem Kleinbus mit Dortmunder Kennzeichen steigen fünf offenbar gut gelaunte junge Leute – die Filmcrew „Überrot GmbH“.

Sie haben den Auftrag, für den Kreis Borken den neuen Imagefilm zu drehen. Jede der 17 Kommunen des Kreises soll ihre Besonderheiten präsentieren, und für den Südlohner Ortsteil Oeding hat man sich die spezielle Situation als Grenzgemeinde ausgeguckt, wie Siegfried Osterholt erzählt.

Er und sein Kottener Kollege sollen am Grenzübergang wie früher Pättkesfahrer kontrollieren, so ist es abgesprochen. Vom Kulturamt des Kreises sind Heike Tegeler und ihr Kollege Norbert Struff mitgekommen, Sie werden die „Fahrrad-Statisten“ geben.

Viel Technik ist nicht aufzubauen. Blicke zum Himmel, warten, bis die Sonne hinter den Wolken hervorkommt, und los geht’s: „Bitte!“ Die Handlung ist überschaubar: Die beiden Radler starten auf dem Grenzweg in einiger Entfernung, radeln in Richtung Torbogen und werden von den Grenzern gestoppt.

Der Kameramann schaut nach dem Dreh kurz in seinen Monitor und trifft eine Entscheidung: „Das machen wir noch mal. Und bitte! Und seid etwas strenger mit den Herrschaften!“

Die ganze Szene wird dann noch mehrmals geprobt, ganz wie bei den „großen“ Spielfilmen. Dann sind aber irgendwann der Kameramann und seine Crew zufrieden, verabschieden sich dankend und entern ihren Kleinbus.

Kurzfassung fürs Netz

Man muss heute noch zum Schloss Anholt, dann nach Raesfeld. Aus dem geöffneten Fenster des bereits rollenden Fahrzeugs ruft der Kameramann zu den beiden Zöllnern hinüber: „Und immer schön die Augen aufhalten!“

Wie Karlheinz Gördes vom Kreis Borken informiert, ist der neue Imagefilm in Auftrag gegeben worden, um die aktuellen Besonderheiten und schönen Seiten des Kreises Borken zusammenzufassen und zu dokumentieren.

Wenn der Imagefilm fertig ist, soll eine Kurzfassung des Streifens im Netz auf der Internetseite des Kreises Borken zu sehen sein – vielleicht ja auch die Szene mit den beiden Zöllnern an der Grenze in Oeding.

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