Die Heimathütte und der Geschichts- und Naturkundeweg nehmen langsam Gestalt an. © Stefan Grothues
Heimatverein

Geschichts- und Naturkundeweg ergänzt Heimathütte in Südlohn

Die Wege der Südlohner Geschichte sind verschlungen und lang. Der Heimatverein verkürzt sie auf genau 60 Meter. An der neuen Heimathütte entsteht ein Geschichts- und Naturkundeweg.

Der Bau der Heimathütte an der Robert-Bosch-Straße schreitet voran, wenn auch nicht ganz so zügig wie ursprünglich geplant. Eigentlich sollte das Fachwerkgebäude schon zur Hüttentour in diesem Frühjahr fertiggestellt sein.

Ernst Bennemann bekümmert das nicht. Der Vorsitzende des Heimatvereins freut sich vielmehr, dass es Schritt für Schritt vorangeht. Und er weiß genau, wie viel Arbeit in dem Projekt steckt, das mit „Hüttenbau“ nur sehr unzureichend beschrieben ist: Das Fachwerk der Eiche-Ständerwerkkonstruktion haben Mitglieder des Heimatvereins in Eigenleistung erstellt. Fachfirmen haben das Dach gerichtet und eingedeckt. Ernst Bennemann: „Jetzt erfolgen die Klinkerarbeiten, ebenfalls in Eigenleistung. Auch der Einbau der Fenster hat bereits begonnen.“

Corona hat gleich mehrfach für Verzögerungen gesorgt. Wegen der Corona-Auflagen waren gemeinschaftliche freiwillige Arbeitseinsätze eine Zeitlang nicht möglich. „Es ist ja ein Gemeinschaftsprojekt. Da stecken viele Hundert Stunden freiwillige Arbeit von vielen Heimatfreunden drin“, hebt Ernst Bennemann hervor. Hinzu komme, dass die Handwerker in Coronazeiten volle Auftragsbücher hätten. So wurde mancher Termin nach hinten verschoben.

Ende des Jahres soll die Heimathütte fertig sein

Und jetzt kommen noch die Materialengpässe infolge der Coronakrise hinzu. Aus diesem Grund will sich Ernst Bennemann auch nicht auf ein Datum für die Fertigstellung festlegen. „Wir wollen flexibel bleiben, um Teuerungszuschläge möglichst zu vermeiden“, sagt Ernst Bennemann. Und dann legt er sich doch noch fest: „Ende des Jahres muss es fertig sein.“

Wie die Heimathütte dann aussehen wird, das wissen Passanten der Robert-Bosch-Straße schon lange. Schließlich zeigt dort eine große Bautafel fotorealistisch, wie sich das fertige Bauwerk einmal präsentieren wird. Was aber auf dem Baustellenschild nicht zu sehen ist, ist eine weitere Attraktion an der Hütte. „Wir werden in diesem Jahr dort auch einen Geschichts- und Naturkundeweg anlegen“, erklärt Ernst Bennemann die Pläne des Heimatvereins.

Geschichts- und Naturpfad ist bereits gepflastert

Gepflastert ist der Weg bereits, der sich über 60 Meter entlang des Ackers, auf dem derzeit die Gerste in frischem Grün sprießt, zieht. Der barrierefrei nutzbare Weg informiert auf wetterfesten Metalltafeln über die Geschichte der Gemeinde Südlohn von der Früh- bis zur Neuzeit, über die Vituskirche als ältestes Baudenkmal der Gemeinde und über weitere historische Bauwerke, Ehrenmale und Bildstöcke.

Der Geschichtspfad soll gleichzeitig aber auch ein familienfreundlicher Naturpfad werden. Die Biologin Dietlind Geiger-Roswora hat den Heimatverein bei der Konzeption beraten. Tafeln informieren über die Bedeutung von Hecken und Bäumen, über den Wald, heimische Vögel, Bienen, Hummeln und Rehe. Ein Naturquiz wird eine spielerische Herausforderung für Jung und Alt sein. Ernst Bennemann erinnert daran, dass neben der Heimatpflege auch der Naturschutz als Anliegen in der Satzung des Heimatvereins festgehalten ist.

Strom und Wasserversorgung gesichert

Land und Gemeinde fördern die Schutzhütte des Heimatvereins mit 20.000 Euro. Außerdem fließen Mittel aus dem Förderprogramm Berkel-Schlinge. Zusammen mit Eigenmitteln des Heimatvereins und Firmenspenden ist die Finanzierung des Hüttenbaus gesichert.

Eine geplante Ladestation für E-Bikes ist allerdings noch nicht im Budget enthalten. „Die werden wir erst dann einrichten können, wenn wir noch weitere Mittel bekommen.“ Eine Stromleitung wurde aber schon zur Hütte gelegt, ebenso eine Wasserleitung, sodass die Hütte bei der Hüttentour 2022 auf jeden Fall auch gastronomisch bewirtschaftet werden kann.

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Stefan Grothues

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