Freude und Enttäuschung bei den Spielmannszügen aus Südlohn und Oeding nach der DM

Spielmannszüge Südlohn Oeding

Die Jugend des Spielmannszugs Südlohn konnte den Titel feiern, bei den Senioren herrschte erst mal Frust. Einen Vizemeistertitel gab es für die Oedinger Senioren bei der DM der Spielleute.

Südlohn

, 04.06.2019 / Lesedauer: 5 min
Freude und Enttäuschung bei den Spielmannszügen aus Südlohn und Oeding nach der DM

Zuhause vor dem Vereinslokal jubelte die Jugend der Südlohner Spielmannsleutge. © privat

Der Jugendspielmannszug aus Südlohn kehrte als Deutscher Jugendmeister aus Osnabrück zurück. Da herrschte riesige Freude über den Meistertitel. Die Senioren dagegen hatten sich viel mehr erhofft. Aber es gab am Ende des viertägigen Musikfestes eine Entschädigung.

95 Spielleute und einige Fans waren am Christi-Himmelfahrtstag nach Osnabrück gefahren. Die Jugend machte den Anfang. In der Sporthalle am Schlosswall startete mittags ihr Wertungsspiel, dem sich sofort das Jury-Gespräch mit den Wertungsrichtern anschloss. Die 45 Jugendlichen brachten die beiden Musikstücke „Hurra, hurra“ und „Main Titles from Chicken run“, unter Leitung von Matthias Nienhaus zu Gehör. „Aus dem Kritikgespräch kam man dann schon mit einem relativ guten Gefühl heraus“, berichtet der erste Vorsitzende Norbert Rathmer. Aber jetzt hieß es warten, warten, warten. Denn die Ergebnisse wurden erst am Samstagabend auf der Bühne auf dem Marktplatz von Osnabrück bekannt gegeben.

Freude und Enttäuschung bei den Spielmannszügen aus Südlohn und Oeding nach der DM

Die Jugend des Spielmannzugs Südlohn © privat

Am späten Nachmittag mussten dann die Senioren des Spielmannszuges ran. Sie traten in der Kategorie Flötenorchester/Liga 1 an. In der voll besetzten Schlosswall-Halle wollten die Musiker und Musikerinnen unter dem bewährten Dirigat von Michaela Hayk mit den beiden Musikstücken „Das Geheimnis um Loch Ness“ und „African Heart“ die Wertungsrichter überzeugen.

„Zu viele individuelle Fehler“

„Aber schon direkt danach wussten wir, dass es für ganz vorne nicht reichen wird“, so Rathmer.

Dieser Eindruck wurde im Jurygespräch bestätigt. „Wir haben im ersten Stück zu viele individuelle Fehler gemacht“, erläutert Norbert Rathmer. Dabei ist dieses Stück schon länger im Programm. Noch zuletzt beim Grenzlandwettstreit hatten sie damit den ersten Platz in der Klassik-Kategorie erreicht. „Mit Platz 3 hatten wir schon geliebäugelt“, gibt Norbert Rathmer unumwunden zu.

Freude und Enttäuschung bei den Spielmannszügen aus Südlohn und Oeding nach der DM

Die Senioren des Spielmannszugs Südlohn © privat

Viel besser liegt es bei „African Heart“, das eigens für die Deutsche Meisterschaft einstudiert wurde. „Da konnten wir aber nicht den Eindruck aus dem ersten Stück ausbügeln“, so der Vorsitzende des Südlohner Spielmannzuges.

Trotz allem war die Stimmung in der Mannschaft gut und nach der Ankunft in Südlohn klang der erste Tag des Deutschen Musikfestes im Vereinslokal zünftig aus.

Überschwänglicher Jubel

Am Samstagnachmittag machten sich dann einige Spielleute wieder auf nach Osnabrück, um die Ergebnisse entgegen zu nehmen. Um 20.20 Uhr dann überschwänglicher Jubel: Der Jugendspielmannszug Südlohn wurde mit 89 Punkten als Deutscher Meister in der Klasse A2.2, Jugend-Spielmannszüge, ausgerufen. „Mit wackeligen Knien und zittrigen Händen durfte Matthias Nienhaus den Pokal in Empfang nehmen“, erzählt Norbert Rathmer.

Zehn Minuten später dann doch große Enttäuschung bei den Senioren. Der Spielmannszug wurde mit 82 Punkten siebter und damit letzter in der Kategorie Flötenorchester / Liga 1. Norbert Rathmer: „Letztlich traf alles so ein, wie befürchtet. Aber die Entscheidung musste akzeptiert werden.“

Spielleute werden im Vereinslokal empfangen

Natürlich waren die Ergebnisse zwischenzeitlich auch schon nach Südlohn durchgedrungen. Hier waren fleißige Helfer dabei, dass Vereinslokal und den Maibaum für einen gebührenden Empfang der Delegation zu schmücken. Auch waren viele Eltern mit ihren Jugendlichen ins Vereinslokal gekommen, um die Ergebnisse zu erfahren. Um 22.30 Uhr konnten die Kinder und Jugendlichen den Pokal bestaunen und sich damit ablichten lassen. Und die Senioren konnten nach den Gründen für Platz 7 suchen und fachsimpeln.

Das Deutsche Musikfest mit der Deutschen Meisterschaft war aber noch nicht abgeschlossen. Auch nicht für die Südlohner Spielmannsleute. Am Sonntag fuhren 50 Spielleute wieder zur Abschlussveranstaltung und zum Festumzug nach Osnabrück. Denn schon die Veranstaltungen 2001 in Friedrichshafen, 2007 in Würzburg und 2013 in Chemnitz hatten bleibende Eindrücke beim Spielmannszug hinterlassen und man wollte unbedingt wieder dabei sein.

Insgesamt nahmen über 300 Musikgruppen mit rund 15.000 Musikern, und darüber hinaus von den Veranstaltern geschätzte 150.000 Zuschauer, an den vier Tagen in Osnabrück teil.

„Gänsehaut pur“: So beschreibt Norbert Rathmer das Erlebnis. Der Spielmannszug Südlohn musste sich direkt vor der Bühne, wo die Festreden gehalten wurden, formieren. „Es ist schon ein erhabenes Gefühl, wenn man dem Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier so nah kommt“, sagt der Südlohner. „Das war schon eine gute Entschädigung.“ Zum offiziellen Ende intonierten gut 60 Musikgruppen mit rund 2000 Musikern das Deutschland-Lied und die Europa-Hymne. Beim Festumzug führten dann Jugendliche mit Schild und Pokal die Südlohner Gruppe an.

Jetzt geht es in die Schützenfestsaison

Damit gingen auch für die Südlohner erlebnisreiche und erfahrungsreiche Tage in Osnabrück zu Ende. „An jeder Ecke in der Stadt konnte man auf Musiker treffen“, erzählt Norbert Rathmer. Mit den positiven Erlebnissen rund um die Abschlussveranstaltung, so der Vorsitzende weiter, konnte der „Schock“ bei den Senioren ein wenig „aufgearbeitet“ werden. Am Ende gab es dann ein positives Fazit.

Nach den beiden Wettbewerben und einigen Auftritten beispielsweise bei Hochzeiten, geht es jetzt entspannter weiter. Norbert Rathmer: „Jetzt geht es in die Schützenfestsaison.“ Über Wettbewerbe werden sie frühestens im Herbst wieder nachdenken.

Vizemeistertitel für die Spielmannszug-Senioren aus Oeding

Die Senioren des Spielmannszuges Oeding konnten sich am Ende der fünften offenen Deutschen Meisterschaft der Spielleute in Osnabrück über den Titel Deutscher Vizemeister freuen. Nach dem enttäuschenden Abschneiden beim Grenzlandpokalwettstreit vor vier Wochen in Heiden wurde in den letzten Wochen eifrig in der Heimat geprobt, sodass die Oedinger voller Zuversicht ihren Weg nach Osnabrück antraten, teilte der Oedinger Spielmannszug mit.

Unter der Leitung des Dirigenten Pascal Lütke-Scharmann präsentierten die Spielleute die Stücke „Centuria“ und „Night and Light“ und überzeugten nicht nur die vielen mitgereisten Oedinger Fans, sondern auch die Wertungsrichter. Beim anschließenden Wertungsgespräch wurde das positive Gefühl zunächst bestätigt, aber bis zur endgültigen Platzierung musste man sich noch etwas gedulden.

Freude und Enttäuschung bei den Spielmannszügen aus Südlohn und Oeding nach der DM

Die Senioren des Spielmannszugs Oeding sind Deutscher Vizemeister geworden. © privat

Die Siegerehrung fand am Abend auf dem vollbesetzten Domplatz statt. Als die Kategorie der Oedinger vorgetragen wurde, gab es für den Verein kein Halten mehr. Mit 91 Punkten wurde der Spielmannszug Deutscher Vizemeister und musste sich nur dem Spielmannszug St. Georg Thuine aus Niedersachen geschlagen geben. Die Nachricht des Erfolges machte auch im Dorf schnell die Runde, sodass die Senioren mit Sektduschen und selbstgemachten Plakaten empfangen wurden. Mit klingendem Spiel wurde in den Ort eingezogen und bis in die frühen Morgenstunden im Vereinslokal gefeiert.

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