Südlohner CDU nominiert Frank Engbers als ihren Bürgermeisterkandidaten

dzKommunalwahl 2020

Zwei Kandidaten der CDU haben am Dienstag ähnliche Kritik an der aktuellen Verwaltungsspitze geäußert. Frank Engbers behielt bei der Kandidatenkür die Nase vorn. Er will vieles ändern.

Südlohn

, 17.06.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Frank Engbers geht für die CDU Südlohn-Oeding ins Rennen um das Bürgermeisteramt. Die Mitgliederversammlung hat ihn am Dienstagabend in der Jakobihalle mit deutlicher Mehrheit gewählt.

Frank Engbers (42) will Bürgermeister von Südlohn und Oeding werden. Von der CDU bekam er dafür ein klares Votum.

Frank Engbers (42) will Bürgermeister von Südlohn und Oeding werden. Von der CDU bekam er dafür ein klares Votum. © Stephan Teine

Den Mitgliedern hatte er sich als Praktiker aus der freien Wirtschaft vorgestellt. Anders als ein reiner Bürokrat wolle er mit einem anderen Blickwinkel ins Rathaus einziehen, um zu gestalten und vor allem die Menschen mitzunehmen. Ein Bürgermeister müsse führen und vor Ort sein und dürfe nicht schlicht nach Aktenlage entscheiden. Genau das könne er aus seiner bisherigen beruflichen Praxis, erklärte der 42-Jährige.

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Als Bürgermeister wolle er sich für die Vereine und das Ehrenamt in der Gemeinde einsetzen. „Natürlich für alle Vereine und nicht für die, in denen ich auch Mitglied bin“, erklärte er. Wichtige Themen wie die Entwicklung von Wohn- und Gewerbegebieten oder die Suche nach Fördermitteln wolle er offen und unvoreingenommen mit dem jeweiligen Gegenüber klären. Einen möglichen Verkauf der ehemaligen Hauptschule oder die Gründung eines Abwasserverbands sah er sehr kritisch.

Politisches Netzwerk aus zehn Jahren Gremienarbeit

Dabei könne er aber dennoch auf ein großes politisches Netzwerk setzen: Seit zehn Jahren sitzt er für die CDU im Rat der Gemeinde und im Kreistag. „Ohne dieses Netzwerk und ohne den Blick in den Kreis und zu unseren Nachbargemeinden ist Politik gar nicht möglich“, erklärte er.

Seine Kandidatur habe er sich nicht selbst ausgesucht: „Ich bin von Freunden, Bekannten, Unternehmern und Angestellten in der Gemeinde gefragt worden, ob ich mir eine Kandidatur nicht vorstellen könnte“, sagte er.

Die 48 CDU-Mitglieder aus Südlohn und Oeding verloren sich beinahe in der Jakobihalle. Wegen der Coronakrise hatte die Ortsunion ihre Mitgliederversammlung erst lange verschoben und war schließlich in die Jakobihalle ausgewichen. Dort konnten alle Mindestabstände und Sicherheitsvorkehrungen eingehalten werden.

Die 48 CDU-Mitglieder aus Südlohn und Oeding verloren sich beinahe in der Jakobihalle. Wegen der Coronakrise hatte die Ortsunion ihre Mitgliederversammlung erst lange verschoben und war schließlich in die Jakobihalle ausgewichen. Dort konnten alle Mindestabstände und Sicherheitsvorkehrungen eingehalten werden. © Stephan Teine

Vor allem müsse sich auch das Klima in Rathaus und den politischen Gremien und das Gespräch mit allen Beteiligten ändern: „Bei Gesprächen mit den Landwirten hat es einen regelrechten Strömungsabriss gegeben“, sagte er. „Wir müssen die Landwirte wieder mit ins Boot holen“, so Frank Engbers.

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„Ich möchte jeden Abend nach Hause gehen und das Gefühl haben, unsere Gemeinde ein kleines Stück voran gebracht zu haben“, machte er deutlich. Dabei sei der Posten des Bürgermeisters viel mehr als nur ein Job. Und natürlich könne er dabei nicht jedermanns Liebling bleiben und werde früher oder später auch auf Konflikte stoßen. „Das gehört dazu“, sagte er. Gleichzeitig müsse man klar sagen können, was geht und was nicht. Beide Ortsteile sollten zukunftsfest und „enkeltauglich“ weiterentwickelt werden.

Michael Schichel teilt Kritik, wählt aber andere Schwerpunkte

Sein Gegenkandidat Michael Schichel hatte sich etwas andere Schwerpunkt gesetzt, kritisierte aber ähnliche Punkte an der aktuellen Verwaltungsspitze. Ein Bürgermeister dürfe sich nicht scheuen, vorweg zu gehen.

MIchael Schichel (51) konnte keine Mehrheit erringen, zeigte sich aber als fairer Verlierer und will mit Frank Engbers im Rat eng zusammenarbeiten.

MIchael Schichel (51) konnte keine Mehrheit erringen, zeigte sich aber als fairer Verlierer und will mit Frank Engbers im Rat eng zusammenarbeiten. © Stephan Teine

Man dürfe nicht nur in Wahlperioden denken sondern müsse Ideen ausprobieren und dürfe sie nicht totreden. Auch er wolle zuhören und mit den Menschen gemeinsam die Zukunft in beiden Ortsteilen gestalten. Seine Schwerpunktthemen in der Rede, die etwas kürzer war als die des späteren Gewinners, waren die hausärztliche Versorgung auf dem Land, ebenfalls die Kritik an der Landwirtschaft aber auch kleinere Themen wie die Verschmutzung durch Hundekot auf öffentlichen Wegen.

CDU-Mitglieder fällen eindeutige Entscheidung

Am Ende reichte das für ihn jedoch nicht: 33 CDU-Mitglieder stimmten für Frank Engbers, 11 für Michael Schichel. Zwei Anwesende enthielten sich, zwei stimmten für beide Kandidaten mit „Nein“.

Bürgermeister Christian Vedder bei der Stimmabgabe. Die teils scharfen Angriffe auf seine Amtsführung nahm er äußerlich gelassen hin und kommentierte sie am Abend nicht.

Bürgermeister Christian Vedder bei der Stimmabgabe. Die teils scharfen Angriffe auf seine Amtsführung nahm er äußerlich gelassen hin und kommentierte sie am Abend nicht. © Stephan Teine

Mit im Publikum saß der noch amtierende Bürgermeister Christian Vedder, der als CDU-Mitglied ebenfalls seine Stimme abgab. Die scharfen Angriffe auf seine Amtsführung nahm er äußerlich gelassen hin. Höchstens ein Lächeln schlich sich dann und wann auf sein Gesicht. „Eigentlich hätten die Kandidaten ja mehr gegeneinander argumentieren müssen“, sagte er lediglich am Rande der Abstimmung.

Die 48 CDU-Mitglieder aus Südlohn und Oeding verloren sich beinahe in der Jakobihalle. Wegen der Coronakrise hatte die Ortsunion ihre Mitgliederversammlung erst lange verschoben und war schließlich in die Jakobihalle ausgewichen. Dort konnten alle Mindestabstände und Sicherheitsvorkehrungen eingehalten werden.

Die 48 CDU-Mitglieder aus Südlohn und Oeding verloren sich beinahe in der Jakobihalle. Wegen der Coronakrise hatte die Ortsunion ihre Mitgliederversammlung erst lange verschoben und war schließlich in die Jakobihalle ausgewichen. Dort konnten alle Mindestabstände und Sicherheitsvorkehrungen eingehalten werden. © Stephan Teine

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