Reinhold Middelkamp und seine Frau Marina haben mit einer Bürgeranfrage ihr Anliegen in Erinnerung gebracht: Eine Brücke für Fußgänger und Radler vom Baugebiet Burloer Straße West in die Ortsmitte, zum Kindergarten oder zum Einkaufen. © Anne Winter-Weckenbrock
Burloer Straße West

Forderung: Schlinge-Brücke für Fußgänger und Radler soll kurzfristig her

Auf lange Sicht ist eine Brücke geplant, die das Baugebiet Burloer Straße West mit der Oedinger Ortsmitte verbindet. Darauf wollen aber viele nicht warten. Schnell soll eine kleine Lösung her.

Reinhold Middelkamp kennt es gar nicht anders: Er wohnt, seit er auf der Welt ist, am Kookamp – früher hieß die Adresse Hinterm Busch – und muss, wenn er in die Ortsmitte will, über die Mühlenstraße oder anders herum noch weiter über Schürings Brücke. Die Schlinge ist im Weg. Jetzt aber wohnen viele, viele weitere Familien in seiner Nachbarschaft. Marina und Reinhold Middelkamp finden: Es ist Zeit für eine praktische Fuß- und Radwegeverbindung.

Denn das Baugebiet Burloer Straße wächst und gedeiht. Schon 2019 sammelten die Middelkamps Unterschriften der damaligen Bewohner und stellten den Antrag, eine einfache, verkehrssichere Brückenverbindung zu realisieren. Der Antrag war im Rathaus eingegangen, „aber bis zum heutigen Tage haben wir keine Eingangsbestätigung beziehungsweise Mitteilung über den Verlauf der äußerst wichtigen verkehrlichen Angelegenheit erhalten“, schrieb das Ehepaar.

„Das war im Bauausschuss eigentlich am Thema vorbei“

Die Middelkamps stellte eine Bürgeranfrage, so dass im jüngsten Bauausschuss die Brücke über die Schlinge wieder Thema war. Aber nicht die Brücke, die die Middelkamps meinen, sondern die „große“ Lösung, die auch in naher Zukunft nicht so schnell realisiert werden kann und die auch von Autos befahren werden können soll. „Das war im Bauausschuss eigentlich am Thema vorbei“, bilanziert Reinhold Middelkamp, der das Protokoll gelesen hat. Denn die Möglichkeit einer „kleinen“ Brücke an anderer Stelle wurde nicht erörtert.

Ein Blick vom Baugebiet aus auf den Bereich, wo die “große” Brücke, die auch für Pkw befahrbar sein soll, geplant ist. Links neben der Kirche ist das Pfarrheim zu erkennen, das für die Zuwegung weichen soll. © Anne Winter-Weckenbrock © Anne Winter-Weckenbrock

Auch wenn die Middelkamps seit 2019 nichts aus dem Rathaus gehört hatte, jetzt wurde ihnen das Protokoll der jüngsten Sitzung per Post geschickt und am Donnerstag hat Bürgermeister Werner Stödtke angerufen und Marina Middelkamp den aktuellen Stand der Dinge mitgeteilt. Beschlossen wurde vom Bauausschuss ein Auftrag an die Verwaltung, Varianten 2 und 3 für die Brücke detaillierter zu prüfen und beide mit den Anwohnern des Baugebietes, den Einzelhändlern und den Anliegern der Jakobistraße zu erörtern.

„Es geht aber darum, mit dem Fahrrad oder zu Fuß bald in die Ortsmitte zu kommen. Hier wohnen jetzt so viele Familien mit kleinen Kindern, die so besser und sicherer zur Kita kämen“, sagt der Oedinger. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass so eine Brücke so viel kostet“, meint er. Was die Hochwasserproblematik angeht: Vielleicht könne man die Brücke dann etwas mehr zum Friedhof hin planen. Aber überhaupt hätte er dazu mal eine verbindliche Auskunft: Wird das in Betracht gezogen oder nicht?

Drei Varianten gibt es, die „kleinste“ Lösung geht nicht

In der Bauausschusssitzung stellte Bauamtsleiter Dirk Vahlmann die drei Varianten von Brückenplanungen über die Schlinge nochmals vor. Variante 1 ist eine kleine Stahl- beziehungsweise Holzbrücke mit minimierter Stützweite (vergleichbar der Schüringsbrücke). Dies sei eine gute Idee, aber mit den Behörden nicht zu machen, so Bauamtsleiter Dirk Vahlmann. Der Knackpunkt sei: Hochwassergebiet.

Die Schlinge trennt die Ortsmitte vom Baubebiet Burloer Straße West, wo in den vergangenen Jahren viele Familien ihre Eigenheime gebaut und bezogen haben. © Anne Winter-Weckenbrock © Anne Winter-Weckenbrock

Über die Varianten zwei und drei wurde im Ausschuss hin und her diskutiert. Bernd Schüring (WSO) fragte an, ob es denn überhaupt eine Brücke sein müsse, die auch für Lkw dimensioniert ist. Bürgermeister Werner Stödtke warf ein, die Entwicklung in Bezug auf die Umgehung abzuwarten und auch „in Sachen Naturschutz“ über die Brücke nachzudenken: Wie kriegen wir das schön und naturverbunden hin?“

Dirk Vahlmann: „Wir reden über einen Zeitraum von zehn Jahren“

Zur Zeitschiene äußerte sich Dirk Vahlmann: „Wir reden über einen Zeitraum von zehn Jahren, was realistisch ist.“ Steffen Schültingkemper sprach sich für die CDU dafür aus, jetzt mit den Einwohnern und Einzelhändlern zu reden. „Wir haben ja jetzt in 20 Minuten Diskussion die Erkenntnis bekommen, dass Variante drei vielleicht nicht die richtige ist“, mahnte er eine neue Bewertung der Lage an.

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Anne Winter-Weckenbrock

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