Von außen abgestützt wird die Mauer der alten Fahrzeughalle des Bauhofes. Wie die Verwaltung mitteilt, soll die beschädigte Mauer zeitnah teilweise abgebrochen und wieder aufgemauert werden. © Bernd Schlusemann
Bauhofsanierung

Flatterband und Stütze: Birgt Riss in Bauhofwand am Uferweg eine Gefahr?

Schon länger stellt sich Spaziergängern auf dem Uferweg eine rot-weiße Bake in den Weg. Eine Folge des Risses in der Wand der alten Bauhof-Fahrzeughalle. Der Zustand soll nun behoben werden.

Seit Wochen, ja Monaten, wird die alte Fahrzeughalle am Südlohner Bauhof nun von außen abgestützt. Flatterband nimmt dem Uferweg, ein stark frequentierter Weg vor allem für Spaziergänger und Hundebesitzer, rund die Hälfte der Breite. Ein unhaltbarer Zustand, eine Gefahr? „Natürlich stört mich das auch – und wir wurden aus der Bevölkerung auch schon darauf hingewiesen“, berichtet Bürgermeister Werner Stödtke auf Nachfrage.

Grundsätzlich handele es sich um eine Absperrmaßnahme, die die Arbeitssicherheit vorgebe – Gefahr drohe aber nicht. Die Dauer sei vor allem darin begründet, dass man die Entwicklung hinsichtlich der näheren Zukunft des Gebäudes abwarten wollte.

Nach arbeitsschutzrechtlicher Begutachtung wird eine Reaktivierung der alten Fahrzeughalle empfohlen, so steht es im Haushalt des Jahres 2021. Die Gemeinde will nun zeitnah Abhilfe schaffen.

„Es ist schon ein Unterschied, ob das Gebäude letztlich saniert werden soll oder abgängig sein wird“, so der Bürgermeister. Die Abwägung, ob man Geld für den Abriss in die Hand nehme, würde auch jeder Privatmann vornehmen. Die so gekennzeichnete und vorgenommene Maßnahme am Bauhof sei eine Empfehlung der Fachkraft für Arbeitssicherheit, der die Gemeinde folge, so Stödtke.

Grundsätzlich bestehe keine Unfallgefahr – und somit auch keine Gefahr für die Bürgerinnen und Bürger, betont auch Dirk Vahlmann, Leiter des Amtes Bauen/Planen bei der Gemeinde Südlohn. „Ein Statiker hat sich die Situation extra angeschaut.“

Riss in der Wand ist schon seit rund drei Jahren bekannt

Der Riss in der Wand ist schon lange bekannt – genauer gesagt seit rund drei Jahren. Der Spalt wurde notdürftig mit Bauschaum verschlossen. Die Decke der Halle ist mit zusätzlichen Stempeln abgestützt.

Die ewige Baustelle: In Südlohn am Wertstoffhof bröckelt seit Jahren schon eine Mauer vor sich hin. Jetzt soll es plötzlich dringend nötig werden, diese zu stützen, damit keine Fußgänger und Radfahrer verletzte werden. © Schwarze-Blanke © Schwarze-Blanke

Das wurde bereits während einer Ortsbegehung des Bauausschusses im Februar 2020 thematisiert. Auch seinerzeit wurde betont, dass das Gebäude „nicht einsturzgefährdet“ sei, sagte Bauamtsleiter Dirk Vahlmann.

Das Problem soll übrigens in der Gründung des Gebäudes liegen – und die liegt bereits sechs Jahrzehnte zurück. Der gesamte Boden ist zur Seite abgesackt.

Das Thema sei schon länger in der Pipeline, erklärt Stödtke noch einmal. Die Wand soll nun teilweise abgebrochen und wieder aufgemauert werden, bestätigt Dirk Vahlmann. Dazu suche man derzeit ein Unternehmen – „nicht einfach in diesen Zeiten“.

Notdürftig mit Flatterband abgesperrt ist der Bereich rund um die beschädigte Wand. Ein Teil des stark frequentierten Uferwegs entlang der Schlinge wird damit genommen. Das soll sich bald ändern, teilt die Gemeinde mit.
Notdürftig mit Flatterband abgesperrt ist der Bereich rund um die beschädigte Wand. Ein Teil des stark frequentierten Uferwegs entlang der Schlinge wird damit genommen. Das soll sich bald ändern, teilt die Gemeinde mit. © Bernd Schlusemann © Bernd Schlusemann

Wie es grundsätzlich mit der Bauhoferweiterung weitergehe, dazu sind aktuell weitere Schritte eingeleitet. Im Bauausschuss war Anfang 2020 sehr kontrovers zum Thema Neu- oder Ausbau diskutiert worden.

Neben weiteren Mitteln für eben erforderliche Baumaßnahmen zur Reaktivierung der alten Fahrzughalle wurden in den Haushalt 2021 auch Mittel für ein sogenanntes Organisationsgutachten eingestellt.

Ergebnisse des Gutachtens sollen in einigen Wochen vorliegen

Nach Mittelfreigabe Anfang des Jahres habe die Verwaltung umgehend Kontakt zu einem Gutachter aufgenommen, der nun ein entsprechendes Gutachten erstellt, bestätigt Werner Stödtke: „Das Auftaktgespräch, in dem wir den Gutachter mit allen wesentlichen Informationen versorgt haben, die für ihn als Datenbasis wichtig sind, hat zeitnah zur maßgeblichen Ratssitzung stattgefunden.“

In dieses Gutachten fließen nun Themen wie die Aufgaben- und Personalerfassung oder auch der Fahrzeugbestand sein. Ebenso der Zustand des Gebäudes samt Sozialräume.

Alles zusammengefasst soll die Grundlage für weitere Planungen sein, die aktuellen und künftigen Bedarfe werden ermittelt. „Mit einem ersten Zwischenergebnis rechnen wir binnen 14 Tagen, innerhalb von rund drei Monaten soll das Gutachten vorliegen“, gibt Stödtke den Zeitrahmen vor. Der Gutachter begleite bereits jetzt die Planung für das Projekt „Gebäude Bauhof“ aus dem Blickwinkel eines Organisationsgutachtens.

Wichtig sei es vor allem, die betroffenen Mitarbeiter in die Planung mit einzubeziehen. Schließlich kenne keiner die Abläufe besser.

Weitere Aussagen seien derzeit noch nicht zu konkretisieren. „Es macht Sinn, erst einmal umfassend zu planen. Es tut sich was, wir sind auf einem guten Weg“, sieht Stödtke einen wichtigen Prozess in Gang gesetzt.

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