Firma Bauer will Wohnanlagen mit Containern ausstatten und sät Wildblumen

dzSüdlohner Unternehmen

Müllcontainer stehen oft im Weg. Geht es nach dem Südlohner Unternehmen Bauer sollten sie viel häufiger unter die Erde verlegt werden. Und auch für die Natur tut die Firma etwas: mit Wildblumen.

Südlohn

, 10.07.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Überall in Europa stehen Containerlösungen aus Südlohn. Das Unternehmen Bauer aus Südlohn exportiert sie seit Jahren. In zig unterschiedlichen Varianten. Oberirdisch, unterirdisch oder auch dazwischen.

Mit seinen Unterflur-Containersystemen möchte Heinz-Dieter Bauer nun einen neuen Markt erschließen: Wohnungsgesellschaften und große Mehrfamilienhäuser. So wie an seiner Immobilie im Südlohner Ortskern könnte er sich das zukünftig viel häufiger vorstellen: Statt einzelner Mülltonnen oder -container sind vor dem Haus nur die Einfüllschächte der Müllcontainer unter der Erde zu sehen.

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Das Problem: Viele Architekten hätten die Müllentsorgung gar nicht auf dem Schirm: „Die machen die tollste Planung aber um den Müll kümmert sich kein Architekt“, erklärt er.

Genauso sei es beim Neubau der Südlohner Grundschule gelaufen. „Und dann stehen da am Ende wieder die üblichen Müllcontainer herum“, fügt er hinzu. Dabei sei eine Unterflur-Lösung nicht nur sauberer und sicherer: Sie brauche weniger Platz, habe mehr Sammelvolumen und schütze auch vor schlechten Gerüchen oder Ungeziefer. Auch deswegen möchte er verstärkt bei Architekten und Stadtplanern für die Modelle werben.

„Jeder Entsorger kann Container abholen“

Einzig der Entsorger muss mitspielen. „Aber die haben ja in der Regel die passenden Fahrzeuge“, sagt der 81-Jährige und demonstriert mit dem Schlüssel in der Hand die Funktion der Müllcontainer unter der Erde. Auch für Wohngebiete mit Einfamilienhäusern wäre das denkbar.

„Gibt‘s in den Niederlanden längst. Haben wir vor Jahren geliefert“, sagt Heinz-Dieter Bauer und winkt ab. In Deutschland sei das allerdings komplizierter, da die großen Abfallbehälter mit mehreren Kubikmetern Volumen nicht in den Entsorgungssatzungen der Städte vorgesehen seien. „Das müsste erst alles geändert werden“, erklärt er.

Heinz-Dieter Bauer an der Wildblumenwiese, die er an der Eichendorffstraße angelegt hat. Die Planungen für das Projekt im Rathaus dauerten ihm zu lange, da griff er selbst zum samen.

Heinz-Dieter Bauer an der Wildblumenwiese, die er an der Eichendorffstraße angelegt hat. Die Planungen für das Projekt im Rathaus dauerten ihm zu lange, da griff er selbst zum samen. © Stephan Teine

Seit 1995 produziert und vertreibt das Unternehmen auch die Müllcontainer in ganz unterschiedlichen Konfigurationen. Gerade erst wird wieder ein neuer Katalog aufgelegt.

„Im ersten Jahr haben wir gerade mal ein paar Hundert dieser Container verkauft“, sagt er rückblickend. Inzwischen stehen tausende Container aus dem Hause Bauer in ganz Europa. 25 Prozent des Gesamtumsatzes macht das Südlohner Unternehmen inzwischen mit den Müllsystemen. Tendenz steigend.

Wildblumenwiese an der Eichendorffstraße angelegt

Aber auch abseits von Containern und neuen Märkten hat Heinz-Dieter Bauer noch ein kleines Projekt für Südlohn umgesetzt: Auf der Wiese, die an den Parkplatz seines Unternehmens grenzt, hat er Wildblumen ausgesät.

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„Da wird immer so viel drüber gesprochen, ich habe einfach gemacht“, sagt er. Umfangreiche Planungen habe er dafür nicht gebraucht. „Ich bin zur RCG gefahren und hab die Samen gekauft und ausgesät“, erklärt er. Damit sei schon eine Menge für die Begrünung des Gewerbegebietes getan.

Auf rund 650 Quadratmetern wachsen so seit einigen Wochen Mohn, Kornblumen, Dahlien und Sonnenblumen um die Wette. Dazwischen sitzen noch einige Pfefferminz- und Eukalyptuspflanzen.

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„Ist doch toll, wie schnell sich das hier entwickelt hat“, sagt er am Mittwoch als er im grauen münsterländischen Nieselregen vor der Wiese steht. „Die Fläche brauche ich im Moment sowieso nicht“, fügt er hinzu.

Die habe er als Wachstumsreserve für das Unternehmen gekauft. Bis dahin könnten die Wildblumen dort wachsen. Einige Mitarbeiter wollen dort demnächst sogar ihre Bienenvölker aufstellen. „Quasi Essen auf Rädern“, sagt der Unternehmer und lacht.

Die Beratungen im Rathaus für die Begrünung der Gewerbegebiete sei ihm zu langsam gewesen. „Da hat jemand eine Planung vorgestellt. Bis die aber soweit ist, steht hier auf der Wiese schon die zweite Generation Pflanzen“, fügt er augenzwinkernd hinzu und winkt ab.

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