Fehlen in der Pflege – Zivis

Henricus-Stift

SÜDLOHN Fünf von insgesamt 17 Zivildienststellen sind derzeit im Henricus-Stift besetzt. Vor allem in der Pflege fehlen die jungen Männer, die dem Personal unter die Arme greifen. Die Bundesregierung strebt eine Kürzung der Dienstzeit für Zivis an. Ab dem 1. Januar 2011 sollen die jungen Männer nur noch sechs Monate in den jeweiligen Einrichtungen mitarbeiten.

von Von Melanie Steur

, 05.01.2010, 18:05 Uhr / Lesedauer: 1 min
Matthias Hemsing, Zivi im Henricus-Stift, tackert in der Werkstatt den neuen Bezug für ein Stuhlkissen fest.

Matthias Hemsing, Zivi im Henricus-Stift, tackert in der Werkstatt den neuen Bezug für ein Stuhlkissen fest.

Die eigentliche Einarbeitung dauere einen knappen Monat, trotzdem müsse noch häufig gefragt werden, wo Werkzeug ist und wie Vorgänge im Haus geregelt werden. „Beim Glühlampen auswechseln komme ich mit den Bewohnern ins Gespräch, die sich freuen, jemanden zum Reden zu haben.“ Daran sei jetzt schon deutlich zu sehen, dass Personalmangel herrsche. „Ich arbeite in der Großküche und fahre für Essen auf Rädern“, erzählt Matthias Höing. Bis er die einzelnen Kundenwünsche kannte, vergingen mehrere Wochen. „Wir sind oft der einzige Ansprechpartner für die Menschen, da bauen wir eine persönliche Beziehung auf.“ Wenn dann ständig das Personal wechsle, seien die kleinen Alltagsgespräche nicht mehr in dem Maße möglich.

„Unsere Zivis arbeiten volle 39 Stunden und sind durch Pflegepersonal nicht ersetzbar“, sagt Jochen Albers. Dies sei aus Kostengründen nicht möglich.  

  • Wer sich nicht sicher ist, ob eine Zivi-Stelle in der Pflege das Richtige ist, kann sich jederzeit im Henricus-Stift melden, Tel. (02862) 9830, und einen Probetag absolvieren.
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