Die Gefahren eines Flash Overs bei der Brandbekämpfung standen im Mittelpunkt eines Fortbildungstags für Südlohner und Oedinger Feuerwehrleute in Weeze. In realistischen Szenarien wurde trainiert. © Feuerwehr Südlohn
Feuerwehr Südlohn

Extreme Hitze und null Sicht: Feuerwehr übt in realistischem Szenario

Effektiv einen Brand bekämpfen und sich dabei selbst schützen: Darum ging es bei einem Trainingstag in Weeze für 19 Feuerwehrleute. Die Gefahren eines „Flash overs“ standen im Mittelpunkt.

Die Freiwilligen Feuerwehren dürfen in Corona-Zeiten nur aktiv sein, wenn der Pieper geht. Außerhalb der Einsätze sind keine Übungseinheiten vorgesehen. Es gibt aber Ausnahmen: 19 Feuerwehrleute der Löschzüge Südlohn und Oeding haben im November einen Übungstag an der Training Base in Weeze absolviert.

„Das gilt als betriebliche Weiterbildung“, erläutert Hendrik Tenk, stellvertretender Leiter der Südlohner Feuerwehr. Die Training Base in Weeze arbeite nach einem vom Kreis Kleve genehmigten besonderen Hygienekonzept.

„Heißausbildung“: Einsätze mit komplexen Lagen werden nachgestellt

Maske und Abstand gehörten auch dazu – zum großen Teil aber waren die Feuerwehrleute auch unter Atemschutzgeräten am Werk. Denn es ging um eine „Heißausbildung“. Das ist kein normaler Teil der Ausbildung der Freiwilligen Feuerwehr, „sollte aber gemacht werden“, betont Henrik Tenk, der selbst bei dem Tag in Weeze dabei war.

Echter Rauch und viele verschiedene Gebäude - der Übungstag auf der Training Base in Weeze brachte den Feuerwehrleuten aus Südlohn und Oeding Erkenntnisse.
Echter Rauch und viele verschiedene Gebäude – der Übungstag auf der Training Base in Weeze brachte den Feuerwehrleuten aus Südlohn und Oeding Erkenntnisse. © Feuerwehr Südlohn © Feuerwehr Südlohn

Bei dem Training, das sehr praxisorientiert und realitätsnah ist, gehe es darum, einen effektiven, effizienten und vor allem sicheren Einsatz zu trainieren, fasste der Brandoberinspektor zusammen. Nach einer kurzen Sicherheitsunterweisung konnten die Südlohner und Oedinger Feuerwehrleute – allesamt Atemschutzträger – an einer Wärmegewöhnung teilnehmen, in deren Brandverlauf die Phänomene der extremen Brandausbreitung gezeigt und ausführlich erläutert wurden.

Gefahren eines Flash Overs erkennen

Ziel war es die Gefahren eines Flash Overs bei einer Brandbekämpfung zu erkennen. Denn diese Rauchgas-Durchzündung birgt Gefahren. In Weeze beschäftigten sich die Feuerwehrleute mit den unterschiedlichen Rauchschichten, damit, so Hendrik Tenk, „wie man sie liest“. Zum Beispiel könne man an der Rauchentwicklung sehen, ob der Brand Sauerstoff hat.

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Feuerwehr übt realistisch auf der Training Base

In unterschiedlichen Szenarien – vom Kellerbrand bis hin zu einem Brand in einem Alten- und Pflegeheim – konnten die Kräfte verschiedene Taktiken in der Innenbrandbekämpfung erlernen. Die ehemaligen Kasernengebäude dort liefern gute Möglichkeiten. „Es ist eine realistische Rauchdarstellung, und man spürt die Hitze“, erläutert Hendrik Tenk.

Eine komplexe Einsatzlage wurde nachgestellt: Sehr hohe Temperaturen im Brandobjekt in Kombination mit kein bisschen Sicht wegen der starken Rauchentwicklung. „Nullsicht“ heißt das in der Feuerwehrsprache, und für die Feuerwehrleute heißt es dann: Kriechen. Weil unten am Boden die Sicht noch am Besten ist.

Die Training Base in Weeze liefert den Feuerwehrleuten realistische Szenarien.
Die Training Base in Weeze liefert den Feuerwehrleuten realistische Szenarien. © Feuerwehr Südlohn © Feuerwehr Südlohn

Das Verhalten in diesen Lagen haben die Feuerwehrleute trainiert, um bei künftigen Einsätzen das bestmögliche Ergebnis erzielen zu können. Und das, betont Hendrik Tenk, ohne sich selbst übermäßig zu gefährden. Auch dies sei ein wichtiges Ziel der Weiterbildung. „Jede dieser Übungen wurde im Anschluss mit den Ausbildern der Training Base Weeze ausführlich besprochen und analysiert“, erzählt der stellvertretende Leiter der Feuerwehr.

Gespendetes Geld in Fortbildung investiert

„Nach etlichen Übungen traten alle Kräfte erschöpft aber glücklich den Rückweg an“, fasst Hendrik Tenk den erfolgreichen Tag zusammen. Ermöglicht habe dieses besondere Training neben der finanziellen Unterstützung der Gemeinde Südlohn vor allem die Spende der Firma ter Hürne: Diese hatte beim Fest „Family and Friends“ im vergangenen Jahr einen Scheck über 6000 Euro an die Feuerwehr überreicht. Das Geld solle für für die Aus- und Fortbildung genutzt werden.

„Das Versprechen konnte jetzt eingelöst werden“, so Hendrik Tenk dankbar. Einen solchen speziellen Übungstag würde Hendrik Tenk gern alle drei bis vier Jahre anbieten.

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Redaktion Ahaus
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Anne Winter-Weckenbrock

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