Der Maibaum in Oeding wurde aufgestellt. © Georg Beining
Maibaum

Ein Maibaum für Oeding: Zwei Jahre von der Idee bis zum Aufstellen

Zwei Jahre ist es her, dass die Idee für einen Maibaum in den Köpfen der Oedinger keimte. Nach viel „Pfriemelei“ und Millimeterarbeit steht der Maibaum nun endlich.

Vielerorts erwerben meist junge Männer in diesen Tagen frisch geschlagenes Birkengebüsch, erklären das junge Grün tapfer zum „Maibaum“ und versuchen damit, ihre Angebeteten zu umwerben.

Wie ein richtiger Maibaum im allerwestlichsten Münsterland auszusehen hat, ist seit Freitag vor dem Jakobus-Pfarrheim zu bestaunen.

Alle Vereine verewigt

14.20 Uhr: Auf dem Pflaster vor dem Pfarrheim liegt ein zehn Meter langer grün-weiß geringelter Trumm, der durchaus als Mast eines Segelschulschiffes durchgehen könnte. Links und rechts zweigen je fünf Querstangen abnehmender Länge ab, die Wappenschilder tragen. Genaueres Hinsehen verrät, dass auf diesen metallenen Schildern die Logos der allermeisten heimischen Vereine, Verbände und Institutionen verewigt sind – vom DRK-Ortsverein über den FC Oeding, die KFD, den Angelverein sogar bis hin zum Schalke-Fanclub. Ganz oben auf der Spitze des Maibaums thront das Gemeindewappen.

Im Flur des Pfarrheims sitzen derweil drei Männer mit Getränkeflaschen in den Händen – Werner Schleif, Johannes Ostendorf und Ludger Meis. Letzterer quittiert die Bemerkung des Zeitungsschreibers, dass es sich da draußen ja wirklich um etwas für die Ewigkeit handele, mit einem trockenen „Amen“.

Richtiger Maibaum

Das Trio gehört der heimischen KAB an. Dazu gehören noch Bernd Vierhaus, der die Logistik gemacht hatte, und Erika Matschke, die später dazukommen soll. Jene fünf KABler sind letztlich dafür verantwortlich, dass nun seit Mai dieses Jahres ein richtiger Maibaum in der Grenzgemeinde steht.

Gleich wird der Kranwagen einer Südlohner Bedachungsfirma kommen, der das im vollen Ornat rund eine halbe Tonne schwere Ungetüm aufstellen soll. Das hat auch keineswegs eine maritime Vergangenheit, sondern war, wie Ludger Meis berichtet, im früheren Leben Strommast – „für Starkstrom!“, wie er augenzwinkernd hinzufügt.

Zwei Jahre von der Idee bis zum Aufstellen

Von der Idee, der Vision, endlich einen Maibaum in der Grenzgemeinde zu haben, bis zur Aufstellung an diesem Freitag sind nun zwei Jahre ins Land gegangen, mit Diskussionen um den richtigen Standort und einer Art Odyssee, was die Zwischenlagerung des Baumes anging. Johannes Ostendorf, der die Malerarbeiten erledigt hat, berichtet, dass er in verschiedenen Hallen das grün-weiße Finish aufgetragen habe.

Der Maibaum in Oeding steht nach viel Millimeterarbeit.
Der Maibaum in Oeding steht nach viel Millimeterarbeit. © Georg Beining © Georg Beining

Alle in der Gemeinde hätten wunderbar mitgezogen, ist Ludger Meis dankbar: „Viele haben Material gespendet, die Geschäftsleute, viele Handwerken, die allermeisten waren dabei.“ Die 33 Schilder hat ein Fachbetrieb in Vreden hergestellt. „An denen haben sich die Vereine und Verbände finanziell natürlich auch beteiligt“, sagt Werner Schleif.

Millimeterarbeit

Eine halbe Stunde später: Inzwischen hat der Kranwagen aus Südlohn seinen Ausleger wieder eingefahren. Der Maibaum steht fest und sicher in seinem verzinkten Stahlkorsett, gesichert mit großen 24-er Schrauben. „Es war eine verzwickte Pfriemelei“, sind sich die KABler und der Kranführer einig. Das Hineinfädeln des schweren Masten in seine Halterung war Millimeterarbeit gewesen. Aber jetzt passt alles.

Dort wird er nun stehen bleiben, der Maibaum. Nur der Kranz kommt Ende Mai ab. Und nächstes Jahr Anfang Mai, so Corona will, wird es eine richtige schöne Einweihungsfeier geben. Da sind sich alle Beteiligten einig.

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