Die letzten Worte von Jesus am Kreuz wurden am Karfreitag in der evangelischen Kirche in einem Konzert musikalisch interpretiert.

Vreden

, 22.04.2019 / Lesedauer: 3 min

Bekannt ist das große Oratorium „Die sieben letzten Worte unseres Erlösers am Kreuz“ von Joseph Haydn aus dem Jahr 1796 mit einem großen Orchester, einem Chor und vier Solisten. Dass es auch kleiner und rein in-strumental aufgeführt werden kann, bewies das Euregio Streichquartett am Karfreitag in der evangelischen Kirche in Oeding. Haydn komponierte das Werk für ein Streichquartett als Passionskonzert für den Priester José Saenz de Santamaria aus Cadiz bereits im Jahr 1787. Es ist eines der beliebtesten Stücke, die passend zum Karfreitag intoniert werden. Haydn fing damals die sieben tragenden Sätze, die der sterbende Jesus Christus am Kreuz gesprochen haben soll, in einem berührenden musikalischen Werk ein.

Dunkle Momente intoniert

Joan Dillon und Nachiko Ueno hatten ihre Violinen fein intoniert für diese tragischen Momente. Die dunklen Momente des Zweifelns und des Sterbens wurden durch das Violoncello von Benno Rickert und die Viola von Miriam van Dixhoorn effektvoll verstärkt.

Haydn schrieb sieben meditative Sätze, beginnend mit dem versöhnlichen Largo als Interpretation der Worte Jesu: „Vater, Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht was sie tun.“ Dillon übernahm auch hier mit ihrer Violine die Leitstimme, konterkariert und begleitet von den anderen drei Streichern. Im Grave, dem dritten Satz, wandte sich Jesus an Maria: „Frau, siehe, das ist dein Sohn.“

Kirche war gut gefüllt

Aufbrausend und mit seinem Schicksal hadernd war Jesus im vierten Satz, ebenfalls einem Largo, dem Satz folgend: „Mein Gott, mein Gott, wa-rum hast du mich verlassen?“ Spätestens hier wurde hörbar, dass vier Streicher auch ein ganzes Orchester vollwertig ersetzen können.

Ein feines Pizzicato der Streicher ließ das am Anfang des Satzes noch nicht erahnen. Aus dem Zupfen der Instrumente entwickelte sich schnell ein Klangteppich, der voluminös, raumfüllend, expressiv und berührend auf die Besucher in den gut gefüllten Bänken der kleinen Kirche wirkte.

Das war der Auftakt für die letzten drei Sätze, in denen Jesus sich dem Tod näherte und schließlich den letzten Atemzug tat. Der siebte Satz war wieder ein Largo und umschrieb seinen letzten Satz: „In deine Hände, Herr, befehle ich meinen Geist.“ Die vier Musiker spielten auch diesen letzten Satz virtuos und klangstark aus.

Am Ende bedankte sich das Publikum mit stehenden Ovationen. Gemeindesekretärin Ursula Hops bedankte sich im Namen der evangelischen Gemeinde als Gastgeber und brachte das zum Ausdruck, was wohl alle mit nach Hause nahmen: „Mir hat es wahnsinnig gut gefallen.“

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