Der Mais ist heiß

Selbstversuch im Maislabyrinth

„An guten Tagen kommen 90 Prozent der Leute von alleine wieder heraus“, versucht mir Landwirt Heinrich Wehling Mut zuzusprechen. Bei 33 Grad Außentemperatur versuche ich mir einen Weg durch das Maislabyrinth der Familie Wehling an der Borkener Straße zu bahnen – nicht nur wegen der spannenden Attraktionen im Maisfeld eine schweißtreibende Angelegenheit.

SÜDLOHN

von von Kai Lübbers

, 10.08.2013, 07:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Jeanshängen ist eines von vielen Spielen, die man im Maislabyrinth entdecken kann.

Jeanshängen ist eines von vielen Spielen, die man im Maislabyrinth entdecken kann.

Neben einem Flyer über das Labyrinth bekomme ich an der Kasse auch eine Stempelkarte für ein Suchspiel im Maisfeld, mit dem ich an einer Verlosung teilnehmen kann – um es vorweg zu nehmen: Von vier Stationen habe ich am Ende nur eine auf der Karte.

So, jetzt aber los. Voller Tatendrang tauche ich ein ins Labyrinth, neben mir die zweieinhalb bis drei Meter hohen Maispflanzen und von oben die Sonne, die unerbittlich scheint. „Zehn Grad wärmer und wir haben hier überall Popcorn“, denke ich mir, während ich mir meinen Weg durch den Mais suche. Nach wenigen Kurven erreiche ich eine Aussichtsplattform. Schnell habe ich diese erklommen und versuche mich zu orientieren – Mais so weit das Auge blicken kann. Zudem sehe ich zwei Zelte, aber wie ich diese erreichen kann, erschließt sich mir von hier oben noch nicht. Also weiter im Feld. Nach einigen Abzweigungen und Sackgassen erreiche ich die erste Spielestation: Schwammkopfrennen. Mit einem Schwamm auf dem Kopf kann man durch alte Autoreifen laufen, einen Heuballen umrunden und über eine Wippe balancieren – zu heiß bei dem Wetter, befinde ich und laufe weiter. Zwei Links- und eine Rechtskurve weiter scheint es jemandem schon die Hosen ausgezogen zu haben. Zumindest hängen zwei Jeans an einem Holzgerüst. Nach kurzem Rundumblick stelle ich fest, dass die beiden Hosen Teil der Bauernolympiade sind, die zudem aus „Kuh melken“ und „Sackwurf“ besteht. Jeanshängen funktioniert ähnlich wie Klimmzüge, Man zieht sich an der Jeans hoch, Ziel ist es, möglichst lange den Boden nicht zu berühren. Ich probiere kurz alle Disziplinen aus, dann führt mich mein Weg weiter. Vorbei an einem Kettcarparcours erreiche ich endlich das erste Zelt im Labyrinth. Der ganze Boden liegt voller Maiskörner – ein Eldorado für Hühner, mir wäre ein kühles Getränk wesentlich lieber. Mittlerweile befinde ich mich über eine halbe Stunde im Labyrinth, ein Ende ist noch nicht in Sicht. Im zweiten Zelt, das ich auf meinem Weg kreuz und quer durch den Mais erreiche, sind riesige Lego-Steine aufgebaut, dass dritte Zelt bietet mir die Gelegenheit zu verschnaufen. Auf übereinander gestapelten Heuballen mache ich eine kurze Rast.

Nachdem mein Akku wieder einigermaßen aufgeladen ist, finde ich auch die erste Stempelstation im Mais. Ich ziehe den Hebel der Maschine nach unten, auf meine Karte werden die Buchstaben „NDE“ gestanzt. Dass der Lösungssatz „Gesunde Milch“ heißt, erfahre ich erst im Nachgang durch das Gespräch mit Heinrich Wehling. Nach über einer Stunde im Maislabyrinth bin ich wieder am Eingang angekommen. Dabei habe ich längst nicht alle der vielen Attraktionen gefunden. „Es gab noch zwei andere Ausgänge“, erklärt mir zudem Heinrich Wehling. Egal, Hauptsache draußen.

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