Das war so nicht geplant: Alle Bäume fallen Neubau-Plänen am Kreisverkehr zum Opfer

dzNeubau in Südlohn

Kein einziger Baum hat den Baubeginn für die Mehrfamilienhäuser am Vereinshaus in Südlohn überstanden. Der Architekt räumt ein: „Das war so nicht geplant.“

Südlohn

, 26.02.2020, 07:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Grundstück am Kreisverkehr liefert zurzeit ein trauriges Bild: Das ehemalige Haus Terhedebrügge ist abgerissen, von den alten Bäumen steht kein einziger mehr. Das war eigentlich anders geplant.

So gibt das auch Architekt Jörg Hetkamp am Dienstag auf Nachfrage zerknirscht zu. Tatsächlich sei die Planung ursprünglich gewesen, zumindest einen Teil der Bäume zu erhalten.

Baumfällung war kein Unfall

Ist die Kettensäge also eher zufällig in die übrigen Bäume gerutscht? „Nein, so ist es auch nicht gewesen“, erklärt Hetkamp. Einige Bäume hätten so oder so gefällt werden müssen, um Platz für die geplanten vier Mehrfamilienhäuser zu schaffen. Im Zuge dieser Arbeiten seien dann die weiteren Bäume auf dem Grundstück noch einmal genauer untersucht worden.

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„Wir hätten die Bäume wirklich gerne erhalten“, sagt er im Gespräch mit unserer Redaktion. Bei der genaueren Untersuchung sei dann aber herausgekommen, dass es doch keine Möglichkeit zum Erhalt der Bäume gebe. Deswegen seien sie schließlich gefällt worden.

Architekt will mit Investoren über Ersatzbepflanzung sprechen

„Wir möchten sie aber ersetzen“, fügt er schnell noch hinzu. In welcher Form das geschieht, ist momentan noch offen. Unwahrscheinlich ist jedoch, dass die neuen Bäume genauso groß sind, wie die gefällten Exemplare. „Dann müssen wir die Anzahl erhöhen“, erklärt Jörg Hetkamp weiter. Das werde im Gespräch mit der Investorengemeinschaft aber noch geklärt. Klar sei, dass auf dem Grundstück eine attraktive Grünanlage entstehen soll.

Die Abriss- und Baumfällarbeiten hatten Anfang Februar begonnen. In der vergangenen Woche waren dann die letzten Bäume auf dem Grundstück der Kettensäge zum Opfer gefallen.

Nachfrage im Bauausschuss: Gemeinde kann nichts machen

Das war auch den Politikern im vergangenen Bauausschuss sauer aufgestoßen. Sie fragten nach, ob denn die Gemeinde nichts dagegen tun könne. Schulterzuckend erklärte Bauamtsleiter Dirk Vahlmann, dass es in Südlohn eben keine Baumschutzsatzung gebe.

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Da es sich bei der Fläche um ein Privatgrundstück handele, könne die Verwaltung nichts machen. „Natürlich wäre es für das Ortsbild toll gewesen, wenn man das alte Haus saniert und die Bäume erhalten hätte“, erläuterte Dirk Vahlmann. Gleichzeitig habe er aber auch Verständnis dafür, dass ein Investor ein Grundstück mit größtmöglichem Gewinn vermarkten wolle.

30 neue Wohnungen in vier Gebäuden

Wie berichtet, planen Investor Michael Robers, Bauträger und Investor Sebastian Zielinski, Architekt Jörg Hetkamp und Immobilienmakler Fritz Garvert auf dem Grundstück vier neue Gebäude mit insgesamt 30 Wohnungen. Sie sollen gehobenem Standard entsprechen und Ende 2021/Anfang 2022 fertig sein.

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