Nicole und Helmut Terhörne haben auch während des Lockdowns reichlich zu tun. © Markus Gehring
Corona-Restaurant-Check

Das Haus Terhörne begeistert auch außer Haus mit westfälischen Klassikern

Etwas Abwechslung im Lockdown, das kann auch das Außer-Haus-Menü eines lokalen Gastronomen sein. Mit einem Essen aus dem Haus Terhörne als Restaurant-Check haben wir dabei einen Volltreffer gelandet.

Wir bestellen ohne Ankündigung bei den jeweiligen Restaurants – als ganz normale, zahlende Gäste. Wir sind keine Gastro-Experten, sondern einfach Menschen, die gerne lecker essen. Wir beschreiben die Menüs so, wie wir über sie mit Freunden und Bekannten sprechen würden – mit ihren Schwächen und Stärken.

SO FUNKTIONIERT DER Corona-RESTAURANT-CHECK

Es fehlt den Menschen im Corona-Lockdown einfach der ungezwungene Gang ins Restaurant, auf ein Bier in die Kneipe oder der Cappuccino im Café. Und den Gastronomen, den fehlen die Gäste und damit die Einnahmen.

Einen kleinen Ausgleich schaffen viele Wirte für beide Seiten dadurch, dass sie Essen außer Haus anbieten. Unsere Redaktion musste im Frühjahr, beim ersten Lockdown, die Restaurant-Checks einstellen. Jetzt lassen wir diese Serie wieder aufleben und holen uns das Essen in die eigenen vier Wände.

Das Haus Terhörne in Südlohn ist weit über die Grenzen des Dorfes hinaus bekannt für seine gute Küche. Auch Helmut und Nicole Terhörne haben sich dazu entschlossen, im jetzigen Teil-Lockdown Essen zum abholen anzubieten. Essen außer Haus bietet Terhörne eigentlich immer schon, bisher aber überwiegend für die Feiern und Festivitäten kleiner und auch ganz großer Gruppen. Auch das fehlt im Corona-Ausnahmezustand.

So erreichte uns das Angebot

Über die Plattform Facebook hat Nicole Terhörne ihre Außer-Haus-Karte für das Wochenende vom 4. bis 6. Dezember veröffentlicht und wir werden darauf schnell fündig. Hier sind auch die Abholzeiten zu entnehmen, Freitag und Samstag von 17.30 bis 20.30 Uhr sowie am Sonntag von 11 bis 14 Uhr.

Wir entscheiden uns für Samstag 18 Uhr und sind pünktlich am Weseker Weg 32 in Südlohn. Am Eingang steht ein Hinweisschild: Es geht über die Terrasse in den Gastraum, natürlich nicht, ohne sich zuvor am bereit stehenden Ständer die Hände zu desinfizieren. Ab dort beginnen auch auf dem Boden die Abstandsmarkierungen.

Die Regeln bei der Abholung

Drei Abholer sind noch vor uns, aber es geht sehr zügig voran. An der Theke des Gastraumes steht der Abholer im Corona-Vollschutz: vor einem und an beiden Seiten Plexiglas als Schutzflächen – was sein muss, muss sein.

Hinter dem Tresen begrüßt eine freundliche Mitarbeiterin den Gast und fragt nach dem Namen. Auf einer langen Liste – schön, dass die Südlohner das Angebot des Wirtes annehmen – findet sich auch unser Name.

Der Eingang zum Haus Terhörne ist in Corona-Zeiten der Ausgang. Abholer gelangen über die Terrasse in das Restaurant. © Haus Terhörne © Haus Terhörne

Der wird weitergegeben an die Küche und nach ein paar Minuten kommt Nicole Terhörne mit dem Essen aus der Küche. Gut verpackt in Karton und Alufolie geht es zum Auto, nicht ohne ein freundliches „Guten Appetit“ der Wirtin.

Gut verpackt kommt das Essen nach Hause. © Bernd Schlusemann © Bernd Schlusemann

Zu Hause stehen die Teller bereit und die Menüs werden ausgepackt. Wir haben uns für Rindfleisch mit Zwiebelsauce als Menü entschieden, für ein Wildgulasch im Menü und für ein Krüstchen. Die Bestandteile der Menüs gibt es auf der Karte auch als Sologerichte.

Die Vorspeisen

Los geht es mit den Vorspeisen. Zum Rindfleisch gibt es passend eine Westfälische Rindfleischsuppe. Die war so, wie es sein muss, kräftig und mit viel Einlage: Klöße, Eierstich und Blumenkohl sind ein ganz wesentlicher Bestandteil.

Mit einem schriftlichen Gruß des Hauses wurde das Essen übergeben. © Bernd Schlusemann © Bernd Schlusemann

Zum zweiten Menü gibt es eine Steinpilzkartoffelcremsuppe. Die kommt neben den Steinpilzen mit ein paar kleinen Kartoffelwürfeln daher und ein paar ganz feinen Quadraten vom geräucherten Speck.

Die Steinpilzkartoffelcremsuppe war geschmacklich ausgewogen. © Bernd Schlusemann © Bernd Schlusemann

Für die Suppen kann man zusammenfassen: einfach lecker. Naturgegeben sollte jeder, der sich Suppe bestellt aber wissen, dass die, zu Hause angekommen, nicht so heiß sein kann wie sie im Restaurant serviert würde.

Bei der Westfälischen Rindfleischsuppe wurde an der Einlage nicht gespart. © Bernd Schlusemann © Bernd Schlusemann

Positiv ist anzumerken: Die Suppenportionen waren reichlich bemessen. Unsere dritte Person am Tisch konnte von beiden soviel kosten, dass es zusammen für eine Portion ausgereicht hätte.

Die Hauptgänge

Die Hauptgänge hat Helmut Terhörne mit seinem Team so zubereitet, dass es von den Testern keine Abzüge, sondern nur Lob und Anerkennung gegeben hat.

Das Krüstchen vorher… © Bernd Schlusemann © Bernd Schlusemann
… und das Krüstchen nachher.

Das Krüstchen glänzte mit zwei Lummerschnitzel, dazu gab es gebratene Zwiebeln, Pilze und oben drauf ein Spiegelei. Und auch etwas Petersilie, nicht nur fürs Auge, wurde in der Küche nicht vergessen. Die zum Gericht gewählten Bratkartoffeln waren genau so, wie sie sein müssen.

Das Wildgulasch mit hausgemachten Spätzle und Wirsing. Übrigens: Die gleiche Portion wartete noch für den Nachschlag auf den Geniesser. © Bernd Schlusemann © Bernd Schlusemann

Auch wenn es nach Transport und umfüllen aus der Transportbox auf den Porzellanteller nicht mehr so schön aussah, als wenn es im Restaurant serviert wird: Das Wildgulasch mit hausgemachten Spätzle war ein Highlight und passte gut zur Jahreszeit und den schon fast frostigen Temperaturen vor der Tür. Wirsing und Preisselbeerbirne rundeten das gelungene Außer-Haus-Menü aus Terhörnes Küche bestens ab.

Das Rindfleisch mit Zwiebelsauce und kleinem Salat ist nur zu empfehlen. © Bernd Schlusemann © Bernd Schlusemann

Menü Nummer drei ist für uns ein Terhörne-Klassiker und war zuletzt im Sommer unsere Wahl zum Abschluss einer Fahrradtour. Auf der Terrasse des Gasthauses ließen wir es uns da gut gehen.

Und auch im jetzigen Dezember war des Rindfleisch mit Zwiebelsauce wieder die richtige Wahl. Zartes Rindfleisch und dazu Zwiebelsauce – „da könnt ich mich reinsetzen“ hat einmal jemand umschrieben, dass es ihm sehr gut schmeckt. Dem ist von unserer Seite nichts hinzuzufügen.

Die Kroketten dazu sind, wie sollte es auch anders ein, durch Transport und Verpackung nicht mehr so kross, als wenn sie frisch aus der Friteuse kommen. Aber der Geschmack hat trotzdem überzeugt.

Zum Menü gibt es einen kleinen gemischten Salat. Der ist frisch und knackig. Er wird mit einem leckeren Sahnedressing geliefert – separat versteht sich.

Das Dessert

Bei den Desserts fiel die Wahl zwei Mal auf Herrencreme. Das ist bei Terhörne ein Standard auf der Karte und immer lecker.

Caramelcreme mit Salty Crunch – lecker. © Bernd Schlusemann © Bernd Schlusemann

Zum Wild-Menü gehörte eine Karamellcreme mit „Salty Crunch“, also mit salzig-karamellisierten Nussstückchen darin. Wir haben den süßen Abschluss genossen.

So wie sie sein muss: die Herrencreme aus dem Haus Terhörne. © Bernd Schlusemann © Bernd Schlusemann

Die Getränke

Neben Mineralwasser haben wir zum Essen einen italienischen Rotwein getrunken, einen Primitivo Neruno aus 2019. In der Beschreibung heißt es: im Duft Beeren, Kirschen und Gewürze, am Gaumen vollmundige Frucht, kräuterige Würze, geschmeidiges Tannin und kraftvoller Abgang. Die ursprünglich aus Kroatien stammende Rotweinsorte, auch als Zinfandel bekannt, passt ausgezeichnet zu Wild und üppigen Gerichten.

Die Preise

Für das Drei-Gang-Menü mit Rindfleischsuppe, Zwiebelfleisch und kleinem Salat sowie Herrencreme zum Dessert zahlen wir 18,50 Euro. Das Menü mit Steinpilzkartoffelcremesuppe, Wildgulasch mit Spätzle und Wirsing, dazu die Karamellcreme kostet uns 23,50 Euro.

Für das Krüstchen mit Bratkartoffeln berechnet das Haus Terhörne 12 Euro und bietet damit ein echt günstiges Gericht mit zwei Lummerschnitzeln in einer definitiv ausreichenden Portionsgröße an.

Das Fazit

Wir haben gut gegessen und die Portionen waren reichlich. Das Essen aus dem Haus Terhörne hat uns einen genussvollen Samstagabend im Lockdown beschert.

Auch wenn Außer-Haus nicht mit einem Restaurantbesuch zu vergleichen ist, es hilft dem Wirt, in einer für ihn sicher schwierigen Zeit ein paar Einnahme zu generieren.

Nicht zu unterschätzen ist aber auch, dass es dem Gast hilft. Auch wenn der das Menü am heimischen Tisch zu sich nimmt, es ist ein wenig Abwechslung in einer Zeit mit vielen geschlossenen Türen.

Die Bestellung

Ganz einfach: telefonisch oder – wie in unserem Fall – per Mail. Recht zügig gab es dafür eine Rückmeldung mit Bestätigung.

Restaurant-Infos

Haus Terhörne

Weseker Weg 32

46354 Südlohn

Telefon / Taxi: 0 28 62 – 73 93

Telefax: 0 28 62 – 80 67

E-Mail: info@terhoerne.de

Internet: www.terhoerne.de

Über den Autor
Redaktion Ahaus
Hat Spaß an lokaler Berichterstattung auf Augenhöhe des Lesers und schreibt gern über Themen, die die Menschen in der Region berühren.
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Bernd Schlusemann

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