Corona-Regeln führen für Südlohner Restaurants zu „Riesenfragezeichen“

dzCorona-Regeln in Restaurants

Im Corona-Risikogebiet Kreis Borken gelten ab Donnerstag auch in Restaurants neue Regeln. Die Gastronomen in Südlohn wollen das Beste aus der Situation machen, üben aber auch Kritik.

Südlohn

, 21.10.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit Mittwoch ist der Kreis Borken mit einem Inzidenzwert von über 50 offiziell ein Corona-Risikogebiet. Direkt davon betroffen sind auch die Restaurants in Südlohn und Oeding. Denn zu den vorgeschriebenen Maßnahmen in den Hotspots zählt auch eine Sperrstunde zwischen 23 und 6 Uhr, die ab Donnerstag gilt.

„Die Regelung ist ein bisschen seltsam“, findet Christian Nagel, Geschäftsführer im Hotel und Gasthaus Nagel. „Wenn man sich die Zahlen mit Verstand anschaut, gibt es viele Fälle vor allem in Bocholt und Ahaus. Zu beiden haben wir 20 Kilometer Abstand“, gibt er zu bedenken.

Nicht nur Sperrstunde problematisch

Für den Gastronomen ist weniger die Sperrstunde das Problem. Allerdings dürfen sich nach den neuen Vorgaben auch nur fünf Personen, wenn sie aus mehr als zwei Haushalten stammen, an einen Tisch setzen. „Vorher waren es zehn. Somit kann ich nur an der Hälfte der Tische Geld verdienen“, ärgert sich Christian Nagel. Auch die Gruppen, die sonst regelmäßig kommen, würden wohl eher zu Hause bleiben. „Welcher Stammtisch setzt sich an zwei Tische mit je vier Leuten?“, fragt Christian Nagel rhetorisch.

Später Getränkeverkauf wichtig

„Ich kann noch gar nicht sagen, was passieren wird“, antwortet Federico Romanato, Inhaber des Ristorante da Fabio. Schließlich sei Corona erst seit zwei Wochen wieder ein größeres Thema. „Es werden sicherlich weniger Gäste kommen“, überlegt er und meint: „Der ganze Getränkeverkauf nach elf Uhr fällt aus. Ansonsten hat an den Wochenenden oft bis halb eins jemand etwas getrunken.“

Für das Einkommen eines Gastronomen sei der Getränkeverkauf schließlich sehr wichtig, „nur mit Essen kommen wir nicht weit“, weiß Federico Romanato um die Bedeutung der späten Gäste.

Unsicherheit im Burghotel

„Ein Riesenfragezeichen“ schwebt für Theo Pass, Inhaber des Oedinger Burghotels, über der momentanen Situation. „Unser Vorteil ist, dass wir relativ viel Platz haben und unser Schwerpunkt nicht auf Veranstaltungen liegt“, bleibt er vorerst verhalten optimistisch. Am Wochenende sei die Sperrstunde das Burghotel, das viele Kegler und Stammtische besuchen, aber schon problematisch.

„Gerade in der Kneipe trifft uns das natürlich volles Programm. Aber wir müssen dankbar für jeden Tag sein, an dem wir öffnen dürfen, und müssen das Beste daraus machen“, weiß Theo Pass.

Einige Gäste würden ihren Stammtisch sicherlich vorverlegen, andere vielleicht zu Hause bleiben. „Wir müssen mal ein Wochenende lang beobachten, wie sich das auf den Betrieb auswirkt“, ist sich der Oedinger noch unsicher.

Zukunftssorgen wegen Beschränkungen

„Ich bin seit 27 Jahren hier. Das ist das erste Jahr, in dem wir kritisch in die Zukunft blicken“, erklärt Dragan Salic, Inhaber des Steakhauses El Paso. Unter der Woche ist die Sperrstunde für das Lokal kein Problem, das Steakhaus hat nur bis 22 Uhr geöffnet. Am Wochenende werden die Folgen aber zu spüren sein, meint Dragan Salic.

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„Das ist für uns der nächste Nackenschlag. Auch die Regel, dass man nur mit fünf Leuten an einem Tisch sitzen darf, macht es für die Gaststätten schwierig“. Nach dem zwischenzeitlichen Rückgang der Corona-Zahlen habe er natürlich auf eine Entspannung der Situation gehofft.

Weitere Folgen deuten sich an. „In Oeding wollten nach der Erstkommunion am 1. November einige Familien bei uns essen. Wahrscheinlich wird das jetzt schwierig. Auch das Weihnachtsgeschäft wird zum Problem“, ist sich Dragan Salic sicher.

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