Frank Bischop glaubt, dass den Kunden die Bedeutung des stationären Einzelhandels in Lockdown-Zeiten deutlicher geworden ist. © Jana Thiemann
Weihnachtsgeschäft

Corona-Lage trifft Einzelhändler im Weihnachtsgeschäft unterschiedlich

Für die Einzelhändler ist das Weihnachtsgeschäft von entscheidender Bedeutung. Wie sieht es in Corona-Zeiten in Südlohn und Oeding aus? Einige Geschäfte sind hart getroffen, andere weniger.

Wie läuft das Weihnachtsgeschäft in Corona-Zeiten? Das ist auch in Südlohn und Oeding eine wichtige Frage für die Einzelhändler. Die ganz großen Bedenken haben nicht alle Geschäfte.

Weniger Schnittblumen wegen weniger Besuchen

„Der Besuch ist schon verhaltener als sonst, die Kunden kaufen bewusster ein, wenn sie wirklich etwas haben wollen“, beobachtet Cornelia Kämer, Inhaberin des Blumengeschäfts „Elégance in Stil und Blume“. Bis jetzt laufe das Weihnachtsgeschäft ganz normal.

Allerdings gehe sie davon aus, dass es zu Weihnachten selbst ruhiger werden könnte. „Wir erwarten nicht die Familienbesuche in der Form wie sonst“, gibt sie zu bedenken. Deswegen könne es gut sein, dass sie nur die Hälfte des sonst üblichen Sortiments an Schnittblumen einkaufen werde.

Andererseits würden aber auch Kunden aus Österreich oder der Schweiz anrufen, die Weihnachten bei ihren Verwandten im Westmünsterland verbringen und dafür Blumen vor Ort bestellen. „Noch ist bei uns alles im grünen Bereich, auch wenn ich den Trend spüre, dass die Leute ihre Adventskränze selbst basteln“, gibt sich Cornelia Kämer verhalten optimistisch.

Blasmusikgeschäft ist in Corona-Zeiten „tot“

Deutlich härter trifft Hermann-Josef Bengfort, Inhaber des Musikhauses Südlohn, die aktuelle Lage, und das hat auch Auswirkungen auf das Weihnachtsgeschäft. „Ich verkaufe zu 80 Prozent Blasinstrumente, dieser Markt ist im Moment tot“, sagt der Betreiber des Instrumentengeschäfts klar. Zu seinen Kunden zählten hauptsächlich Vereine, die gemeinsam Blasmusik machen. Durch das Verbot der Feste im Ort und der gemeinsamen Proben würden die Blasmusiker auch keine neuen Instrumente kaufen.

„Das ist für mich schon gefährlich“, betont Hermann-Josef Bengfort. Dagegen habe der Verkauf bei allen Instrumenten, die man auch allein spielen kann, zugenommen. „Klavier, Gitarre, Blockflöte für die Kleinen und als Modeinstrument die Ukulele“ gehen im Musikhaus laut dem Inhaber häufiger über die Ladentheke als zuvor.

Doch das hilft Hermann-Josef Bengfort nur bedingt weiter. Das Weihnachtsgeschäft wird deutlich schwächer ausfallen als in den Vorjahren. „Solange die ganze Eventbranche brachliegt, geben die Musiker nichts aus“, weiß er.

Fahrräder gehen weiterhin gut

Hubert Telöken, Inhaber von „Zweiradfahrzeuge Telöken“, kann grundsätzlich über das Jahr 2020 nicht klagen. Denn die Fahrradbranche hat von der Pandemie-Situation profitiert. „Ein klassisches Weihnachtsgeschäft gibt es bei Fahrrädern eigentlich nicht. Das ist ein Saisongeschäft“, berichtet er.

Dennoch gehe er davon aus, dass ab Anfang Dezember der eine oder andere Kunde mehr im Laden auftauchen werden. Vor Weihnachten seien vor allem Kinderräder gefragt. „Räder von 16 bis 24 Zoll, Mountainbikes und Crossbikes werden eher verkauft“, glaubt Hubert Telöken.

Bedeutung des stationären Handels neu erkannt?

Frank Bischop, Inhaber des gleichnamigen Schreib- und Spielwarengeschäfts in Oeding, hat keine Angst vor dem Weihnachtsgeschäft. Er glaubt, dass der erste Lockdown den Menschen gezeigt hat, wie wichtig der Einzelhandel ist. „Ich glaube, die Leute haben gemerkt, was ihnen fehlt, wenn die Geschäfte schließen. Sie haben den stationären Handel wieder für sich entdeckt“, meint Frank Bischop. Mit leeren Schaufens

Das Weihnachtsgeschäft starte in seinem Geschäft erst zwei, drei Wochen vor dem Fest so richtig. „Es wird aber auch jetzt schon gekauft, gerade größere Artikel oder Waren, bei denen ein Ausverkauf droht“, erzählt der Oedinger.

In seinen Laden kämen zudem viele Stammkunden. „Wir erwarten ein ganz gutes Weihnachtsgeschäft, wenn kein neuer Lockdown kommt“, sagt Frank Bischop. Diese Einschränkung bleibt für alle bestehen.

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Bastian Becker

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