CDU-Ansage: „Südlohn braucht keinen Verwaltungsmeister, sondern einen guten Bürgermeister“

dzKommunalwahlen 2020

In genau einem Jahr ist Bürgermeisterwahl. Noch ist unklar, ob die CDU Amtsinhaber Christian Vedder erneut als Kandidaten aufstellen wird.

Heek

, 13.09.2019, 18:02 Uhr / Lesedauer: 3 min

Der Termin für die Kommunalwahlen 2020 steht fest. Innenminister Herbert Reul (CDU) legte den Termin auf den 13. September 2020, wie die Landesregierung mitteilt. Bei diesen Wahlen werden die Vertretungen der Städte und Gemeinden, die Landräte sowie die (Ober-) Bürgermeister gewählt.

Und da stellt sich die Frage: Wie geht es in Südlohn mit dem höchsten Gemeindeamt weiter? Bekommt der amtierende Bürgermeister Christian Vedder (CDU) seine dritte Amtsperiode? Oder wird es einen Neuen an der Spitze geben?

Wir haben uns bei den Parteien ein Jahr vor der Wahl umgehört. Ein Ergebnis war dabei nicht überraschend: Von Seiten der CDU gibt es kein klares Ja für die erneute Nominierung ihres Parteimitgliedes Christian Vedder. Allerdings ist auch kein klares Nein zu hören.

Die Pläne von Christan Vedder

Christian Vedder sagt auf Nachfrage: „Aktuell ist der Stand so, dass ich über eine weitere Kandidatur nachdenke.“ Bis Jahresende sei mit einer Entscheidung von seiner Seite aus zu rechnen. Ausgeschlossen ist seine erneute Kandidatur damit aktuell nicht.

Dabei gibt es offenkundig doch einige innerparteiliche Ungereimtheiten. „Es ist ja kein Geheimnis, dass Christian Vedder die Zusammenarbeit mit der Partei aufgekündigt hat“, sagt der CDU-Vorsitzende Michael Schichel. Doch Fakt ist auch, Christian Vedder ist nach wie vor Mitglied der CDU.

SPD beobachtet die Bürgermeister-Debatte mit Interesse

Ob es an den parteiinternen Problemen liegt, dass noch keine Gespräche zwischen Vedder und seiner Partei bezüglich einer weiteren Kandidatur gegeben hat? „Normalerweise werden Gespräche geführt“, so der aktuelle Amtsinhaber, „aber noch ist die Partei nicht auf mich zugekommen.“

Dr. Joachim Musholt, SPD-Vorsitzender, verfolgt die CDU-Debatte mit Interesse, wie er sagt. „Die gesamte Entwicklung um den Posten des Bürgermeisters schauen wir uns mit Interesse an und hegen selbst keine Ambitionen.“ Also wird die SPD keinen Kandidaten stellen?

Wer einen Kandidaten aufstellen will und wer nicht

„Aus heutiger Perspektive werden wir von der SPD aus keinen Bürgermeister-Kandidaten aufstellen“, stellt Joachim Musholt klar. Das sei zwar noch nicht in Stein gemeißelt, da noch abschließende Gespräche innerhalb der Partei geführt werden sollen, aber die Tendenz sei klar.

In der UWG bereitet sich eine Arbeitsgruppe auf die Wahl 2020 vor. „Die UWG will auf jeden Fall einen Kandidaten benennen. Entscheiden wird die Mitgliederversammlung. Wir werden auf jeden Fall noch vor Weihnachten eine klare Aussage treffen“, sagt die UWG-Fraktionsvorsitzende Karin Schmittmann.

Die Grünen werden zur Kommunalwahl 2020 nicht mehr mit einer eigenen Liste antreten. Sie bekommen die Arbeit nicht mehr gestemmt und stellen keine Liste mehr auf. Dafür soll es aber etwas Neues geben - eine neu gegründete Wählergemeinschaft. Am 11. Oktober findet dazu eine Informationsveranstaltung im Haus Wilmers statt.

Klare Worte von Michael Schichel (CDU)

Maik van de Sand sagt dazu: „Details können wir derzeit noch nicht nennen. Es ist noch alles in der Mache.“ Das gelte derzeit auch noch für das Thema Bürgermeister-Kandidat. „Wir gehen eins nach dem anderen an.“

Etwas anders sieht die Sache bei CDU aus. „Wir werden ganz sicher einen Kandidaten stellen“, sagt der Vorsitzende Michael Schichel. Auf die Frage, ob denn auch Christian Vedder wieder ein Kandidat sei, sagt Schichel nur: „Südlohn braucht keinen Verwaltungsmeister, sondern einen guten Bürgermeister.“

Noch gibt es viele Fragezeichen um den/die Kandidaten

Deutliche Worte. Worte, die offenbaren, wie es um das Verhältnis steht.

Nach derzeitigem Stand scheint es damit zumindest fraglich, ob der CDU-Gemeindeparteitag Christian Vedder per Mehrheitsentscheid zur Wahl aufstellen wird. „Letztlich entscheiden die Parteimitglieder auf der Versammlung, wer der Kandidat unserer Partei wird“, sagt Michael Schichel.

Einzelkämpfer bräuchten nicht viele Unterschriften

Natürlich könnte Christian Vedder auch aus dem Amt des Bürgermeisters heraus kandidieren, sprich sich selbst zur Wahl stellen. Dafür wären dann nach den Regularien nicht einmal eine Unterschriftensammlung nötig.

Übrigens: In Südlohn wären für Kandidaturen weiterer Einzelkämpfers jeweils 78 Unterschriften nötig - nämlich dreimal so viel, wie der Gemeinderat Mitglieder hat.

Mögliche Entscheidung mit weitreichenden Folgen

Wenn sich Christian Vedder aus dem Amt heraus als Kandidat aufstellen würde und gegen einen anderen CDU-Kandidaten antreten würde, hätte das voraussichtlich weitreichende Konsequenzen.

„Laut unserer Statuten würde das einen Parteiausschluss nach sich ziehen“, sagt Michael Schichel, der betont, dass auf seine Partei bis zur Wahl noch viel Arbeit zukommt. „Einige Funktionäre werden nicht mehr antreten. Ihre Posten müssen wir neu und gut besetzen.“

Und: „Wir als CDU wollen uns klar positionieren und deutlich zeigen, wofür wir politisch stehen.“ Das sei elementar. Unabhängig von der Person Christian Vedder.

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