Doris und Ernst Bennemann vom Heimatverein Südlohn (l.) und Pastor Stefan Scho freuen sich, dass die informative Bronzetafel jetzt ihren Platz vor der St.-Vitus-Kirche gefunden hat. Darauf ist Wissenswertes über das älteste und bedeutendste Baudenkmal der Gemeinde Südlohn zu erfahren. © Anne Winter-Weckenbrock
Heimatverein Südlohn

Bronzetafeln informieren über die Geschichte von Kirche und Kirchplatz

Die Kirche ist auch in Südlohn Ortsmittelpunkt. Auf Initiative des Heimatvereins wird die Bedeutung der Vituskirche als Baudenkmal und des Kirchplatzes als ehemaliger Friedhof hervorgehoben.

Das Projekt des Südlohner Heimatvereins hat seinen erfolgreichen Abschluss gefunden: Seit Samstagmorgen stehen die Stelen mit den Bronzetafeln neben dem Hauptportal und hinter der Kirche. Doris und Ernst Bennemann vom Heimatverein und Pastor Stefan Scho begutachteten am Montagmorgen gemeinsam die neuen Werke – und waren sehr zufrieden.

Jetzt kann jeder, der möchte, den Text auf den Tafeln lesen und sich über Ortsgeschichte informieren. Über die Vituskirche, das bedeutendste Baudenkmal der Gemeinde, und über den Friedhof, auf dem bis zum Jahr 1807 Südlohner beerdigt wurden.

Bedeutung dieser historischen Stätten bewusst machen

„Der Heimatverein setzt sich dafür ein, dass über diese Orte informiert wird, um Bewohnern und auswärtigen Besuchern die Bedeutung dieser historischen Stätten bewusst zu machen“, betonte Heimatvereins-Vorsitzender Ernst Bennemann am Montagmorgen. Anfang 2020 hatte der Heimatverein sein Projekt Pfarrer Stefan Scho und dem Kirchenvorstand der Gemeinde St. Vitus und St. Jakobus vorgestellt und Zustimmung erhalten.

Auf der Rückseite der Pfarrkirche St. Vitus informiert eine Bronzetafel darüber, dass bis ins Jahr 1807 hinein verstorbene Südlohner dort an der Kirche beerdigt wurden.
Auf der Rückseite der Pfarrkirche St. Vitus informiert eine Bronzetafel darüber, dass bis ins Jahr 1807 hinein verstorbene Südlohner dort an der Kirche beerdigt wurden. © Anne Winter-Weckenbrock © Anne Winter-Weckenbrock

Pastor Stefan Scho zeigte sich sehr froh über die Neuerung. Samstagmorgen war die Stele aufgestellt worden, „Samstagabend wurde mir schon davon berichtet und am Sonntagmorgen um 7 Uhr habe ich es sie mir gleich angeguckt“, so der Geistliche. Er weiß natürlich schon von Amts wegen um die Bedeutung des Ortes und kann auch gleich etwas zur Geschichte des Kirchenbaus und über den Friedhof erzählen.

Aber durch die informativen Tafeln hat jetzt jeder Spaziergänger, jeder Radfahrer und überhaupt jeder Besucher des Kirchplatzes die Gelegenheit, sich zu vergegenwärtigen, wie historisch der Ort ist. Das sei auch beim Kirchenvorstand auf beste Resonanz gestoßen, wie der Pastor jetzt zurückblickte.

Mit Geld aus NRW-Förderprogramm „Heimat-Scheck“ bezuschusst

Der Heimatverein hat sein Projekt aus verschiedenen Quellen finanziert. Aus eigenen Mitteln, aber es gab auch Geldspenden von Firmen, Privatpersonen und Institutionen der Gemeinde, wie Ernst Bennemann aufzählt. 2000 Euro erhielt der Heimatverein aus einem Förderprogramm des Landes Nordrhein-Westfalen. Das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung fand das Projekt passend für einen Zuschuss aus dem „Heimat-Scheck“-Programm. Im Oktober war der Antrag gestellt worden, schon am 14. Januar 2021 kam die Zusage.

Heimatvereinsvorsitzender Ernst Bennemann und Pastor Stefan Scho an der Sandsteinstele mit Bronzetafel. Auf der Tafel steht Wissenswertes über die Geschichte des Kirchplatzes.
Heimatvereinsvorsitzender Ernst Bennemann und Pastor Stefan Scho an der Sandsteinstele mit Bronzetafel hinter der Kirche. Auf der Tafel steht Wissenswertes über die Geschichte des Kirchplatzes. © Anne Winter-Weckenbrock © Anne Winter-Weckenbrock

Um den Text und die passenden beiden Zeichnungen der Kirche kümmerten sich Doris und Ernst Bennemann. Eine der Abbildungen zeigt die Kirche im Jahr 1920 mit ihrem romanischen Turm und dem spätgotischen Langhaus vor der Erweiterung im Jahr 1936. Die zweite Abbildung zeigt die Kirche in ihrem heutigen Zustand.

Der Text auf der Bronzetafel an der Kirche weist auch auf die spätgotischen Gewölbemalereien hin, die erst 1961 wiederentdeckt und restauriert wurden – die umfangreichsten Gewölbemalereien des Münsterlandes, die „exemplarische Bedeutung für die Geschichte der Wandmalerei der ganzen Region“ haben, so der Heimatverein.

Bronzetafeln in Gescher gefertigt, Stelen aus Ibbenbürener Sandstein

Die Würde des Ortes wird auch durch die Präsentation der Informationen unterstrichen. Die Bronzetafeln wurden von der Glocken- und Kunstguss-Manufaktur Petit & Gebrüder Edelbrock aus Gescher gefertigt und geliefert. Die Sandsteinstelen als Sockel für die Tafel fertigte der Südlohner Steinmetz Franz-Josef Rickers. 850 Kilogramm bringen die Sandsteinstelen aus Ibbenbürener Standstein auf die Waage, wusste Ernst Bennemann zu berichten.

„Der Heimatverein freut sich mit Pfarrer Scho und dem Kirchenvorstand über die Verwirklichung. „Mit der Aufstellung erhalten die Orte die Wertschätzung, die sie verdienen“, betonte Ernst Bennemann am Montagvormittag. Alle hoffen jetzt auf viele interessierte Leser.

Pfarrkirche St. Vitus und Kirchplatz

  • Die Pfarrkirche St. Vitus ist das älteste und bedeutendste Baudenkmal der Gemeinde
  • Das einjochige Chor entstand Mitte des 15. Jahrhunderts
  • 1507 begann man mit dem Bau des spätgotischen Langhauses
  • Die 1961 wiederentdeckten Gewölbemalereien sind die umfangreichsten des Münsterlandes
  • die prachtvoll geschnitzte barocke Kanzel stammt von 1730
  • Der schlichte gotische Taufstein stammt aus der Mitte des 15. Jahrhunderts
  • Die 1838 von Orgelbaumeister Johann Kersting erbaute Orgel zeichnet sich dadurch aus, dass Pfeifen, Windladen, Blasebälge und Gehäuse original erhalten sind.
  • Auf dem Kirchplatz haben die Südlohner bis zum Jahr 1807 ihre toten begraben. Von 1807 bis 1928 wurden die Verstorbenen im Bereich der heutigen Ehrenmalanlage bestattet, bevor der neue Friedhof an der Friedhofstraße eröffnet wurde. Quelle: Heimatverein Südlohn
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Anne Winter-Weckenbrock

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