Claus, Lina und Stefanie Robers – die Ackerfläche im Hintergrund soll demnächst für mindestens ein Jahr blühen. © Markus Gehring
Blühwiese

Blühpaten gesucht: Familie Robers startet die Aktion „Südlohn blüht“

In Südlohn sucht Familie Robers Paten – und zwar für eine Blühfläche. Die Aktion läuft seit Ende Januar unter dem Namen „Südlohn blüht“ und soll heimische Bienen und Insekten unterstützen.

Familie Robers aus Südlohn möchte eine ihrer landwirtschaftlichen Flächen umwandeln. Zwischen der Doornte und der Elpidiusstraße soll für mindestens ein Jahr eine Blühwiese entstehen. Jetzt hoffen Stefanie und Claus Robers auf Unterstützung aus Südlohn.

An der Aktion „Südlohn blüht“ kann sich jeder beteiligen. „Für nur 60 Cent pro Quadratmeter können Sie eine Patenschaft übernehmen“, schreibt Familie Robers auf ihrem Flyer. Insgesamt ist die Fläche, die die Südlohner besäen wollen, 1,3 Hektar groß. Jeden Quadratmeter, der einen Paten findet, verdoppelt Familie Robers. „Als Anreiz, damit eine große Fläche zusammenkommt“, sagt Claus Robers.

Öffentlich wurde die Aktion über Social Media am 28. Januar. Fast eine Woche später (Stand: 2. Februar) haben sich bereits 20 Blühpaten bei Stefanie und Claus Robers gemeldet. Mit der Verdopplung sind etwa 4000 Quadratmeter gefüllt. „Die Rückmeldung ist sehr gut“, sagt Claus Robers. „Kritik haben wir noch nicht gehört.“

Blühflächen können von Landwirtschaftskammer gefördert werden

Kritik könne von anderen Landwirten in der Region laut werden, die ohne Blühpaten schon seit einigen Jahren solche Blühflächen aus eigener Tasche anlegen. Außerdem können Landwirte solche Flächen mit hohen Summen durch die Landwirtschaftskammer NRW fördern lassen.

Das Anlegen von Blühstreifen kann sowohl als Agrarumweltmaßnahme als auch im Rahmen des Vertragsnaturschutzes gefördert werden. Der Fördersatz der Agrarumweltförderung liegt bei 1200 Euro pro Hektar. Der Verpflichtungszeitraum beträgt fünf Jahre.

„Die Problematik der Förderung war immer, dass das Bürokratische überhandgenommen hat“, sagt Dieter Valtwies, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Ortsvereins Südlohn und Oeding. Die Blühflächen müssen bis auf einen halben Meter korrekt eingezeichnet und angelegt werden. „In der Praxis ist das schwierig zu bewerkstelligen.“

Die Aktion „Südlohn blüht“ ist vorerst auf ein Jahr begrenzt

Eine Förderung durch die Landwirtschaftskammer hat Familie Robers nicht beantragt. Das Geld der Blühpaten soll für das Saatgut und das Herrichten der Fläche genutzt werden. „Wir wollen erst einmal schauen, wie die Akzeptanz ist“, sagt Claus Robers. Deswegen ist die Aktion auch vorerst auf ein Jahr begrenzt. „Danach werden wir es vielleicht auf einer anderen Fläche ausweiten.“

Die Saatmischung, die gesät werden soll, sobald es die Witterung zulässt, ist einjährig. Die eignet sich vor allem für blütenreiche und kurzfristige Beblühung. Mit in der Blühmischung sind Blumen und Kräuter, die Bienen und andere Insekten anziehen. Aber auch Sonnenblumen und Senf, „das, was hier heimisch ist und was man kennt“, so Claus Robers.

Familie Robers will heimische Bienen und Insekten unterstützen

„Wir wollen Insekten und Bienen unterstützen, indem wir die Blühfläche anlegen.“ Die heimischen Tiere finden Nahrung auf der Fläche. Aber auch die Natur und das Landschaftsbild sollen dadurch verschönert werden. „Es soll zeigen, dass Landwirtschaft auch anders aussehen kann. Bei uns zu Hause haben wir einen Bauernhofkindergarten“, sagt Claus Robers. „Die Blühfläche passt gut zum Konzept. Die Kinder können hier Natur sehen und erleben.“

Auch Dieter Valtwies, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Ortsvereins, findet die Aktion gut: „Wir sehen es als gute Gelegenheit für die Bürger, die mit Landwirtschaft nichts zu tun haben, daran teilzuhaben und so ein Projekt zu unterstützen.“

Über die Autorin
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In der Grafschaft Bentheim aufgewachsen, während des Journalismus-Studiums in NRW verliebt. Danach über 2 Jahre in Kanada gelebt und jetzt wieder zurück im Lieblingsbundesland. Seit 2020 Volontärin bei Lensing Media
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Anne Schiebener

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