Den Protest gegen die geplanten Riesen-Windkraftanlagen in Ergste bündeln Nachbarn, die schon eine Unterschriftenaktion gestartet haben. © Reinhard Schmitz
Keine „Monsterräder“

Scharfer Gegenwind für Riesen-Windräder: Ergster wollen Pläne stoppen

Zwei fast 200 Meter hohe Windkraftwerke will ein Privatinvestor am Rand vom Ergste bauen. Einwohner des Ortsteils gehen auf die Barrikaden. Eine erste Aktion gegen das Projekt ist gestartet.

Vielleicht sind es ein paar dünne Federstriche, die die riesigen Windkraftwerke zu Fall bringen könnten. Darauf hoffen Nachbarn aus Ergste, denen die fast 200 Meter hohen Energie-Anlagen quasi vor die Nase gesetzt werden sollen. Um den Widerstand gegen diese Pläne zu organisieren, setzten sich sieben von ihnen am Dienstagabend im Waldapartment auf dem Bürenbruch zusammen.

In den Blick genommen wird die Gründung einer Bürgerinitiative. Doch zuvor ist als erste Maßnahme schon eine Unterschriftenaktion gestartet worden. Denn die – so hofft man – könnte bei der Entscheidung über den Bauantrag eines Privatinvestors vielleicht „das Zünglein an der Waage“ sein.

Stadtrat hat ein deutliches Signal seiner Ablehnung ausgesandt

„Das ist keine politische Entscheidung“, sagte der Ergster SPD-Ratsherr Carsten-André Gey, der schon mit dem Landtagsabgeordneten Hartmut Ganzke und Landrat Michael Makiolla gesprochen hat.

Am Zuge ist allein die Kreisverwaltung. Und der hat der Schwerter Stadtrat mehrheitlich ein deutliches Signal gegeben, als er die Stadtverwaltung bat, eine ablehnende Haltung zu formulieren. „Das war das, was wir von Schwerte als Kommunalpolitik machen konnten“, erklärte Carsten-André Gey.

Ratsherr Gey: Investor stellt Anträge „wie mit der Gießkanne“

Wie der Ratsherr zu berichten wusste, habe der Windrad-Bauer bundesweit „Anträge wie mit der Gießkanne“ gestellt. Um mehr zu dem Projekt in Ergste und den damit verbundenen Gutachten zu erfahren, hat Carsten-André Gey einen Antrag auf Akteneinsicht beim Kreis Unna gestellt, dem auch stattgegeben worden sei.

Es gibt auch Sorgen um den Wert der Immobilien

„Die nehmen Rücksicht auf nichts“, war bei dem Treffen zu hören, wo auch bei Wasser und Apfelsaft bisweilen die Emotionen hochkochten: „Bitte, diese Monster verhindern zum Schutz der Natur“.

Der Mensch habe ein Recht auf Ruhe und Gesundheit. Befürchtet wurde zudem, dass der Wert der Immobilien durch die Nähe zu den Windkraftwerken sinken könnte.

Unterschriftenlisten sollen vor dem 11. September eingereicht werden

„Diese Dinger haben die Lizenz zum Gelddrucken“, hieß es aus der Runde. Einer der Teilnehmer wollte gehört haben, dass Grundstücks-Eigentümern jährlich rund 75.000 Euro Pacht pro Windrad geboten würden – und das über einen Zeitraum von 25 Jahren.

Als Bautrasse – so vermutete man – könnte nur der Weg benutzt werden, der zu dem aufgegebenen Wanderparkplatz in der Nähe des Restaurants „Hiddemann am Spieck“ führte.

Doch so weit ist es noch nicht. Erst einmal sollen vor dem Ende der Verfahrensfristen am 11. September die Unterschriftenlisten abgegeben werden. Tanja Hesse hat die Aufgabe übernommen, sie entgegenzunehmen. Gleichzeitig hat Carsten-André Gey eine Homepage im Internet für die Aktivisten erstellt. Die Adresse: www.Ergste-gegen-Monsterraeder.de

UnterschriftenListen liegen an verschiedenen Stellen aus

  • Ergster Nachbarn haben eine Unterschriftenaktion gegen den geplanten Bau der riesigen Windräder gestartet.
  • Unterschriftenlisten liegen ihren Angaben zufolge an verschiedenen Stellen im Ortsteil aus, unter anderem bei: Café Note, Restaurant Hiddemann, Pizzeria Di Amore, Reitverein Müller und Sonnenregen-Verein.
  • Außerdem können Unterschriftenlisten heruntergeladen werden von der Internetseite: www.Ergste-gegen-Monsterraeder.de
  • Entgegen nimmt die ausgefüllten Listen Tanja Hesse, Gillstraße 32 oder E-Mail: tatasshe@gmail.com
Über den Autor
Redaktion Schwerte
Reinhard Schmitz, in Schwerte geboren, schrieb und fotografierte schon während des Studiums für die Ruhr Nachrichten. Seit 1991 ist er als Redakteur in seiner Heimatstadt im Einsatz und begeistert, dass es dort immer noch Neues zu entdecken gibt.
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Reinhard Schmitz

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