Spezialkräfte der Polizei wurden zur Festnahme des aggressiven Manns mit dem Messer angefordert. © Thomas Kienolt
SEK-Einsatz

Mit Video: Augenzeuge erlebte, wie die Schüsse durch die Tannenstraße hallten

Den Einsatz des Spezial-Einsatzkommandos der Polizei in Westhofen hat ein Nachbar am Fenster hautnah miterlebt. Mit seinem Hund wagte er sich sogar noch ein wenig näher ans Geschehen.

Gleich mehrere Schüsse schallten von den Wänden der Wohnblocks rund um die Tulpenstraße zurück. „Dann war ruckzuck Ruhe“, berichtet Thomas Kienolt. Aus einem Zimmerfenster und vom Balkon seines Hauses erlebte der Anwohner die spektakuläre Festnahme eines aggressiven 45-Jährigen durch ein Spezial-Einsatzkommando (SEK) am Freitag (19.3.) hautnah mit.


Beinahe hätte er nach seiner Nachtschicht das Geschehen verschlafen. Doch das Klingeln seines Telefon riss ihn hoch. Seine Ehefrau wollte mitteilen, dass sie von einem Treffen mit Kolleginnen nicht rechtzeitig zurückkommen konnte, weil alle Zufahrtsstraßen gesperrt waren.

In der einen Hand ein Messer, in der anderen eine Flasche Schnaps

„Ich habe mich gewundert, dass immer mehr Polizei auftauchte“, berichtet Thomas Kienolt, als er nach draußen schaute. Beim Gassigehen mit dem Hund sah er noch mehr: Der Mann mit dem Messer sei in einem Radius von etwa 20 mal 20 Metern herumgelaufen und habe in irgendeinem Dialekt herumgebrüllt. „Anfangs hat er mit dem Messer gefuchtelt“, sagt der Augenzeuge: „Dann hat er es sich selber an den Hals gehalten.“ In der anderen Hand habe er eine Flasche Schnaps gehabt.

Der Rettungshubschrauber brachte den bei der Festnahme verletzten 45-Jährigen in eine Klinik.
Der Rettungshubschrauber brachte den bei der Festnahme verletzten 45-Jährigen in eine Klinik. © Thomas Kienolt © Thomas Kienolt

Irgendwann kam Bewegung in die Szenerie. Der Mann lief los. Dann habe er mehrere Schüsse gehört. Die Sache war erledigt. Die Messermann konnte festgenommen werden. Weil er schwere Verletzungen davongetragen hatte, wurde er in einen Rettungswagen gebracht und später mit dem Helikopter in eine Klinik geflogen.

Auf dem Kofferraum war ein Bettlaken mit wüsten Beschimpfungen

Bei seiner Runde mit dem Hund kam Thomas Kienolt auch noch an dem Auto des mutmaßlichen Täters vorbei. Dort, wo er völlig ausgerastet war, als eine Polizeistreife ihn überprüfen wollte. Der Nachbar hat eine Vermutung, warum der Mann die Aufmerksamkeit der Beamten auf sich gezogen hatte: „Er hatte ein Bettlaken über den Kofferraum gespannt.“ Darauf seien Beschimpfungen geschrieben gewesen: „Da stand: ´Juristen, Ärzte, Demokratie – alles Lügner´“ und weiter noch etwas wie „Pädophile Kindermörder“.

In der Siedlung rund um Tannen- und Tulpenstraße wimmelte es nur so von Einsatzkräften der Polizei.
In der Siedlung rund um Tannen- und Tulpenstraße wimmelte es nur so von Einsatzkräften der Polizei. © Thomas Kienolt © Thomas Kienolt

Nachdem die erste Aufregung vorbei war, gab es für die Nachbarn aus dem Wohnviertel am Westhofener Ortseingang noch jede Menge Gesprächsstoff. Die Zufahrt durch die Reichshofstraße war noch lange gesperrt. Erst gegen 18 Uhr sah Thomas Kienolt, dass der Verkehr dort wieder normal rollte. Auf seine Ehefrau musste er übrigens nicht so lange warten. Sie war ortskundig und schaffte es über Schleichwege, schließlich hintenherum nach Hause zu kommen.

Über den Autor
Redaktion Schwerte
Reinhard Schmitz, in Schwerte geboren, schrieb und fotografierte schon während des Studiums für die Ruhr Nachrichten. Seit 1991 ist er als Redakteur in seiner Heimatstadt im Einsatz und begeistert, dass es dort immer noch Neues zu entdecken gibt.
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Reinhard Schmitz

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