Der Kindergarten in Wandhofen. Die Politik beschloss am Mittwoch den Neubau. © Manuela Schwerte
Bauausschuss

Kindergarten-Neubau beschlossen – „Bustransfer nicht unzumutbar“

Der Appell der Eltern blieb vergebens: Nach heftiger Debatte beschloss der Bauausschuss den Neubau des Kindergartens in Wandhofen und die umstrittene Übergangslösung in Geisecke.

Sechs Kilometer quer durch die Stadt: Die Lage des Ausweichquartiers für den Neubau in Wandhofen ist alles andere als günstig. Trotz eindringlicher Worte der Eltern beschloss die Mehrheit im Bauausschuss am Mittwochabend (10.2.) nicht nur den Neubau, sondern auch das Ausweichquartier.

Während man sich allerdings bei der Entscheidung für einen Neubau einig war, wurde die Einrichtung des Ersatzstandorts im Gewerbegebiet Zwischen den Wegen in Geisecke mit etlichen Gegenstimmen beschlossen.

Eineinhalb Jahre Bustransfer nach Geisecke

Die Stadt will den Kindergarten in Wandhofen komplett erneuern. Eineinhalb Jahre wird das Unterfangen laut Plan dauern. In der Bauphase sollen die Kinder mit einem Bustransfer in Wandhofen abgeholt und nach Geisecke gebracht werden.

Dort besitzt die Stadt nämlich ein Gebäude, das man einst zur Unterbringung von Flüchtlingen genutzt hat. Das könnte man relativ einfach zu einer Not-Kita umbauen, die dann auch für andere Kindergartenumbauten genutzt werden kann.

Doch die betroffenen Eltern bemängeln die Entfernung des Ausweichquartiers. Ihnen sei eine ortsnahe Lösung mit Containern auf dem Sportplatz in Wandhofen versprochen worden.

Montag erstmals vom Bus-Shuttle erfahren

„Anfang 2020 wurde uns das Projekt vorgestellt. Damals hatte man uns eine Containerlösung auf dem Sportplatz Wandhofen versprochen“, so Elternvertreter Dirk Böhling. Das jetzt gefundene Quartier sei von Wandhofen mit dem Pkw 20 Minuten entfernt, mit dem ÖPNV sogar eine Stunde.

Vor allem geht es den Eltern aber auch um die Kommunikation, denn erst vor einer Woche habe man von den Plänen erfahren und: „Wir haben vorgestern erstmals davon gehört, dass die Stadt einen Bus-Shuttle-Service plant.“

Die schlechte Kommunikation mit den Eltern beschäftigte sogar die SPD, die das Projekt ansonsten befürwortet: „Es ist traurig, dass die Verwaltung die Eltern da übergangen hat“, so Claudia Belemann-Hülsmeyer. Es sei ein sensibles Thema. Aber dass der Bustransport unzumutbar sei, wie hier gesagt wurde, halte sie für falsch.

Grüne gegen den Bustransfer

Das sieht Michael Rotthowe von den Grünen anders: „Die Idee eines zentralen Ausweichquartiers finden wir gut, aber nicht in Geisecke. Der Bustransfer ist das Problem.“ Und auch FDP-Vertreter Harald Becker sah das ähnlich.

Dass die Container-Lösung nicht nur sehr teuer, sondern auch langwieriger wäre als das Ausweichquartier, betonte Stadtplaner Christian Vöcks: Das ist vom Verfahren her genauso aufwendig wie ein Neubau mit Planungsverfahren, Genehmigungen vom Landesjugendamt und Brandschutz.“ In Geisecke habe man schon das komplette Gebäude.

Offen blieb die Frage, welche Alternativstandorte man denn sonst noch geprüft hätte. Denn das Ausweichquartier im Osten der Stadt soll ja später für andere Umbauten genutzt werden und liegt wenig zentral.

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Redaktion Schwerte
Ist mit Überzeugung Lokaljournalist. Denn wirklich wichtige Geschichten beginnen mit den Menschen vor Ort und enden auch dort. Seit 2007 leitet er die Redaktion in Schwerte.
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Heiko Mühlbauer

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