Was hat es mit diesem Kreuz auf sich? Des Rätsels Lösung wurde endlich gefunden. © Andreas Bothe
Rätsel in Ergste

Das Rätsel um das mysteriöse Kreuz in den Ruhrwiesen ist gelöst

Vor einigen Wochen kam die Frage zum ersten Mal auf: Was hat es mit dem Kreuz in den Ruhrwiesen in Ergste auf sich? Des Rätsels Lösung ist gefunden – samt einem kleinen Stück Geschichte.

Es ist ein Rätsel, das unsere Redaktion nun seit einigen Wochen begleitete: ein unscheinbares Kreuz am Eingang zu den Ruhrwiesen in Ergste. Gefunden hat es ein aufmerksamer Spaziergänger, der das Rätsel an die Redaktion weitergab.

Was es mit dem mysteriösen Kreuz auf sich hat, das konnten die lokalen Ergster Vereine und auch die Kirchengemeinden nicht beantworten. Eine mögliche Theorie war jedoch, dass das Kreuz etwas mit der innerdeutschen Grenze zu tun haben könnte, die das Land bis 1989 entzweite.

Die Lösung bietet der Mann an, der das Kreuz höchstselbst platziert hat: Johannes Neuser, der seit Anfang Juli dieses Jahres wieder in Ergste lebt. Und Neuser kann bestätigen: „Ja, es ist richtig, dass es ein Kreuz aus Stacheldraht und Grenzzaun der Innerdeutschen Grenze ist. Meine Eltern, die 2017 verstarben, bekamen es einst von Bekannten aus Heiligenstadt geschenkt.“

Kreuz aus Grenzzaun selbst hergestellt

Und diese hatten das Kreuz sogar selbst hergestellt – es ist eines von vielen, das die Familie aus den Materialien des ehemaligen Grenzzaunes erstellte. „Und unter anderem meine Eltern haben eben eines dieser Kreuze geschenkt bekommen.“

Der Ort Heiligenstadt ist nur um die 15 Kilometer von der damaligen innerdeutschen Grenze entfernt und befand sich zum damaligen Zeitpunkt auf der Ostdeutschen Seite.

Das Kreuz in den Ruhrwiesen: Johannes Neuser hat es aufgestellt. © Andreas Bothe © Andreas Bothe

„Die Bekannten meiner Eltern sind in den Erwerb dieses Stacheldrahts gekommen – wie genau, weiß ich jedoch nicht.“ Auch, wie viele Kreuze eigentlich gefertigt wurden und an wen sie noch gingen, ist nicht bekannt. Fest steht nur: Die Bekannten wollten mit der Herstellung der Kreuze ein Zeichen setzen. „Sie hatten einen starken Bezug zum Christentum und wollten den Schrecken des Grenzzauns umwandeln in ein Hoffnungszeichen.“

Nach dem Tod der Eltern gelangte das Kreuz in Neusers Besitz. Der bewahrte es auf – bis zu seinem Umzug zurück nach Schwerte. „Weil ich durch den Umzug weniger Wohnraum zur Verfügung hatte, war unter anderem auch das Kreuz übrig. Um es nicht verschrotten zu müssen, suchte ich nach einer anderen Lösung.“

An einer Sitzbank am Lindenufer platziert

Und die fiel Neuser schon bald ein: „Da am Lindenufer eine neue Sitzbank aufgestellt wurde, hatte ich spontan die Idee, vor dieser das Kreuz zu platzieren. Bei einer Rast der Fahrradfahrer oder Wanderer sollte der Blick darauf fallen.“

Denn Kreuze stünden oft am Wegesrand, wenn man darauf achte. „Sie sollen ein Zeichen der Dankbarkeit sein und Menschen beim Pilgern Zuversicht und Kraft geben.“

Dass das Kreuz den Ergstern aufgefallen ist, erfreut Neuser. Dass es so ein großes Rätsel werden könnte, habe er aber nicht gedacht.

Über die Autorin
Volontärin
Obwohl nicht in Dortmund geboren, bin ich doch eng mit dieser Perle des Ruhrpotts verbunden. Eine Stadt durch die Augen eines Journalisten kennenzulernen, das fasziniert mich. Seit Oktober 2017 arbeite ich für die Ruhrnachrichten und bin seit April 2020 Volontärin.
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Denise Felsch

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