Im Kühlraum vom Kulturbräu Kreinberg hütet Vorsitzender Carsten Folck die Fünf-Liter-Fässchen Jubiläumsbier, die die Mitglieder zum zweiten Geburtstag ihres Vereins bekommen. © Reinhard Schmitz
Kulturbräu Kreinberg

Brauerei-Geburtstag in Corona-Zeiten: Vereinsmitglieder machen trotzdem Party

Geburtstag feiert man zusammen. Corona verbietet das beim Zweijährigen des Vereins Kulturbräu Kreinberg. Doch die Hobby-Brauer haben sich etwas ausgedacht, wie die Mitglieder trotzdem Party machen können.

Die Schankstube der kleinen, aber feinen Braustätte in Schwerte-Ost haben sie sich mit gespendeten Palettenbrettern gemütlich ausgestattet. Sogar einen echten Tresen gibt es an der Rückwand des Raums, wo früher eine Metzgerei den Bewohnern der Eisenbahnersiedlung Würste und Braten verkaufte. Doch dort zu stehen, mit einem Selbstgebrauten anzustoßen und über Gott und das Bier zu fachsimpeln – das ist für die Mitglieder vom Kulturbräu Kreinberg seit mehr als einem Jahr nur ein Traum.

Zur Wahl stehen Jubiläumsbier und Kreinberger Hügel

Der zweite Geburtstag ihres Vereins am Samstag, 27. März, soll aber trotz Coronakrise nicht sang- und klanglos vorbeigehen. Pandemie- und stilgerecht können ihn die Vereinsmitglieder zu Hause feiern: Mit einem Fünf-Liter-Partyfässchen „Jubiläumsbier“ oder „Kreinberger Hügel“, das Vorsitzender Carsten Folck ihnen am Samstagmorgen zwischen 9 und 12 Uhr aus der Eingangstür der Hobbybrauerei Am Hohenstein 28 reicht.

An der Tür der Braustätte Am Hohenstein 28 können die Vereinsmitglieder sich am Samstagmorgen (27.3.) ihr Partyfässchen abholen. Dazu gibt es eine Überraschung.
An der Tür der Braustätte Am Hohenstein 28 können die Vereinsmitglieder sich am Samstagmorgen (27.3.) ihr Partyfässchen abholen. Dazu gibt es eine Überraschung. © Reinhard Schmitz © Reinhard Schmitz

Die insgesamt 83 Fässchen zu brauen, war für Carsten Folck eine echte Herausforderung. Wegen der Corona-Bestimmungen durfte man zu zweit zusammenarbeiten und die 25-Kilogramm-Säcke mit Malz schleppen. „Wir hätten schon gerne ein paar Hände mehr gehabt zur Hilfe“, sagt er. Glücklicherweise gibt es ein elektrisches Rührwerk für die Maische in dem großen Sudtopf: „Von Hand ist das nicht möglich.“

Etwas mehr als 400 Liter wurden gebraut

Bereits im Januar begannen die Hobby-Braumeister mit den Vorbereitungen für das Kreinberger Hügel. Das helle Bier mit einem Alkoholgehalt von 4,8 bis 5 Prozent brauchte eine paar Wochen Reife, damit sich der Geschmack entfalten konnte. „Der Hopfen, der am Anfang etwas kratzig ist, rundet sich dann ab“, erklärt Carsten Folck.

Ende Januar folgte dann das eigens zum Zweijährigen entwickelte Jubiläumsbier: „Es ist etwas stärker und dunkler.“ Von jeder Sorte wurden jeweils rund 200 Liter produziert – soviel schafft die große Anlage des Vereins bei einem Sud.

Vereinstreffen gibt es nicht: In die Coronapause gezwungen ist seit einem Jahr das Kulturbräu Kreinberg an der Straße Am Hohenstein.
Vereinstreffen gibt es nicht: In die Coronapause gezwungen ist seit einem Jahr das Kulturbräu Kreinberg an der Straße Am Hohenstein. © Reinhard Schmitz © Reinhard Schmitz

Das Bier in die Fässchen zu füllen, war kein Problem, nur etwas aufwendig: Sie haben auf dem Deckel ein Loch, in das der Schlauch gesteckt werden kann. Anschließend wird dies mit einem Lüftungsstopfen verschlossen. Unten verfügt die Dose über einen kleinen Zapfhahn aus Plastik, so dass niemand eine Zapfanlage benötigt.

Fast alle Mitglieder haben sich ein Fässchen reservieren lassen

„Das Interesse ist recht groß“, berichtet Carsten Folck. Die meisten der 59 Mitglieder hätten sich ihr Fässchen reservieren lassen, der eine oder andere auch ein zweites dazu. Damit kann man dann im Garten oder im Wohnzimmer den Geburtstag des Brauvereins feiern, dessen Leben ansonsten derzeit brach liegt. Nur die Sprechstunde zu privaten Brauprojekten gibt es weiter. Natürlich nicht als Treffen. Per WhatsApp auf dem Handy gibt Carsten Folck Tipps, wenn die Hefe nicht arbeiten will oder das Bier zu dünn wird.

Über den Autor
Redaktion Schwerte
Reinhard Schmitz, in Schwerte geboren, schrieb und fotografierte schon während des Studiums für die Ruhr Nachrichten. Seit 1991 ist er als Redakteur in seiner Heimatstadt im Einsatz und begeistert, dass es dort immer noch Neues zu entdecken gibt.
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Reinhard Schmitz

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