Unter den Abiturienten ist die Testbereitschaft groß. Dieses Bild zeigt den Sowi-Kurs des Geschwister-Scholl-Gymnasiums vor wenigen Wochen beim Selbsttest. © Stefan Grothues
Mit Video

Zwei Verdachtsfälle nach 750 Selbsttests am Stadtlohner Gymnasium

In dieser Woche wurden am Geschwister-Scholl-Gymnasium 750 Corona-Selbsttests durchgeführt. Dabei fielen zwei Verdachtsfälle auf. Am Freitag gab es Klarheit: Die PCR-Tests fielen negativ aus.

Für einen kleinen Moment schaut Max Ostendorf (18) etwas unglücklich drein sowie auch seine Mitschülerinnen und Mitschüler im Q2-Sowi-Kurs. Kein Wunder, niemand führt gerne ein Wattestäbchen tief in die Nase ein.

Und doch freuen sich die angehenden Abiturienten, dass es ihn nun endlich gibt: den Corona-Selbsttest an ihrer Schule. Die Wattestäbchen geben ihnen mehr Sicherheit auf den letzten Metern ihrer Schullaufbahn. „Ich finde es super, dass wir jetzt auf Nummer sicher gehen können“, sagt Max Ostendorf.

Schließlich läuft schon der Countdown zum Abi. Nach den Osterferien gibt es noch neun Unterrichtstage für die Abiturienten. In einem Monat werden sie ihre ersten Abiturklausuren schreiben.

Fast 750 Schülerinnen und Schüler des Geschwister-Scholl-Gymnasiums haben sich am Mittwoch und Donnerstag zum Unterrichtsbeginn einem Selbsttest unterzogen. Schulleiter Jochen Wilsmann ist froh darüber, dass 99 Prozent der Schüler mitmachen. Nur ganz vereinzelt hätten Eltern Widerspruch gegen die Testung ihres Kindes eingelegt, so Wilsmann. Am Ende gab es zwei Verdachtsfälle, die nun mit einem PCR-Test geklärt werden.

Ärztin schulte Lehrer schon vorab in einer Videokonferenz

An diesem Donnerstagmorgen stehen um kurz vor acht im Eingangsbereich des Gymnasiums viele gelbe Eimer für die Lehrerinnen und Lehrer der ersten Schulstunde bereit. Die Schulsekretärinnen haben darin abgezählte Testsets für die einzelnen Klassen und Kurse bereitgestellt.

Die Testsets liegen auf dem Lehrerpult für die Selbstests bereit.
Die Testsets liegen auf dem Lehrerpult für die Selbstests bereit. © Stefan Grothues © Stefan Grothues

Fünf Minuten später läuft auf der digitalen Tafel des Sowi-Kurses schon ein Erklär-Video für den Testgebrauch. Kurslehrerin Sandra Welper hat die Testmaterialien verteilt und gibt Tipps. Genau wie alle anderen Lehrerinnen und Lehrer hat sie sich schon vorab in einer Videokonferenz mit einer Ärztin – der Mutter einer GSG-Schülerin – in den Testgebrauch einweisen lassen.

„Wer jetzt infiziert ist, kann zum Abi schon wieder gesund sein“

Im Sowi-Kurs gibt es nun keine Probleme – bis auf die Frage: „Wohin mit dem Müll?“ Doch auch darauf hat Sandra Welper eine Antwort: Auf dem Schulhof ist eine Sammelstelle für die Testabfälle eingerichtet worden. Max Ostendorf steckt den Tupfer mit dem Abstrich nun in ein Röhrchen, das mit einer Testflüssigkeit gefüllt ist. Nachdem der Tupfer ausgespült ist, gibt er einige Tropfen auf das Testkit.

Max Ostendorf träufelt die Testflüssigkeit auf sein Testkit. Wenig später erscheint dort sein negatives Testergebnis.
Max Ostendorf träufelt die Testflüssigkeit auf sein Testkit. Wenig später erscheint dort sein negatives Testergebnis. © Stefan Grothues © Stefan Grothues

Jetzt heißt es 15 Minuten warten. Lehrerin Sandra Welper nimmt etwas Spannung aus der Situation und muntert den Kurs auf: „Wenn das Ergebnis jetzt positiv sein sollte, dann schafft ihr es noch, bis zum Abi wieder gesund zu werden.“

In der Wartezeit erzählt Schülerin Sandra Nieland, dass sie schon manchmal „ein bisschen Angst“ habe, dass eine Coronainfektion ihr die Abiprüfung verhageln könne. Max Ostendorf hat aus diesem Grund seine Kontakte auf ein Minimum reduziert. „Ich will kein Risiko eingehen.“

„Die Selbsttests kommen spät“

Jonas Jung meint, dass der Präsenzunterricht eigentlich viel früher hätte wieder starten können. „Die Schulen sind kein besonderer Risikoherd. Ich glaube, hier werden die Abstands- und Hygieneregeln strenger eingehalten als im Berufsleben.“

Seine Mitschülerin Katharina Kömmelt sagt, die Pandemie habe den Weg zum Abi ohnehin schon schwerer gemacht: „Es ist schon ärgerlich, dass wir keine Lerngruppen bilden konnten. Und die Selbsttests kommen eigentlich zu spät.“

Zwei Verdachtsfälle unter 750 Schülern

Lehrerin Sandra Welper nickt. „Ja, die hätten eigentlich zum Start des Präsenzunterrichts vorliegen müssen. Da hätte man mehr vorausschauen müssen.“ Dann piept ihr Wecker, die 15 Minuten sind um.

Max Ostendorf kontrolliert die Strichmarkierung auf seinem Testkit. Und obwohl er längst wieder seine Maske trägt, sieht man ihm die Erleichterung an. Er sagt: „Ich bin froh, dass mein Test negativ ist und ich weiter zur Schule gehen kann.“ Auch die anderen Schülerinnen und Schüler im Kurs können aufatmen.

„Testen ist ein Akt der Menschlichkeit“

Das Testen, so sagt Max Ostendorf, sei für ihn nicht nur eine Frage des Schulbetriebs und des anstehenden Abiturs. „Es ist ein Akt der Menschlichkeit sicherzustellen, dass man andere nicht ansteckt, wenn man es verhindern kann.“

Das sieht auch Schulleiter Jochen Wilsmann so. Erstes Ziel müsse es sein, Infektionsketten zu durchbrechen, wo immer es möglich sei. Nach dem ersten Testdurchlauf für seine 750 Schülerinnen und Schüler ist er erleichtert. An den beiden Testtagen gab es jeweils nur einen Fall, in dem das Testergebnis Verdachtsmomente ergab. In diesen beiden Fällen wird nun ein aussagekräftigerer PCR-Test durchgeführt.

Freut sich über die Impfangebote für das ganze Kollegium: Jochen Wilsmann, Leiter des Geschwister-Scholl-Gymnasiums in Stadtlohn.
Freut sich über die Impfangebote für das ganze Kollegium: Jochen Wilsmann, Leiter des Geschwister-Scholl-Gymnasiums in Stadtlohn. © privat © privat

Wilsmann: „In diesen Fällen wurden die Schüler vorsorglich aus den Klassen genommen, um kein Risiko einzugehen. Die Eltern wurden verständigt und haben ihre Kinder abgeholt. Wir müssen jetzt die Ergebnisse der PCR-Tests abwarten.“ In den vergangenen Monaten habe sich gezeigt, dass selbst bei einem positiven Testergebnis die Abstands- und Hygieneregeln in der Schule gegriffen hätten und es nicht zu weiteren Ansteckungen gekommen sei.

„Ich bin froh, dass unsere Schüler jetzt getestet werden, und hoffe, dass wir nach den Osterferien noch mehr testen können“, sagt Jochen Wilsmann. „Aber eigentlich würden wir uns wünschen, dass das Ganze vielleicht zuhause stattfinden könnte und so selbstverständlich würde wie das Zähneputzen. Dann könnte der Unterrichtsbetrieb möglichst störungsfrei ablaufen. Unterrichtsausfälle hatten wir ja jetzt schon zur Genüge.“

  • UPDATE Freitag, 13.30 Uhr: Schulleiter Jochen Wilsmann konnte mitteilen, dass die Verdachtsfälle geklärt sind: Die beiden PCR-Tests fielen negativ aus.
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Stefan Grothues

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