Zum Weihnachtsmarkt am 3. Adventssonntag dürfen in Stadtlohn auch die Geschäfte öffnen

dzVerkaufsoffener Sonntag

In der Stadtlohner Innenstadt werden die Geschäfte am 3. Advent öffnen dürfen. Das hat der Rat der Stadt Stadtlohn am Mittwochabend mit deutlicher Mehrheit beschlossen – im zweiten Anlauf.

Stadtlohn

, 27.09.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Jetzt steht es fest: Weihnachtsmarktbesucher werden in diesem Jahr auch am Sonntag einen Einkaufsbummel durch die Geschäfte der Innenstadt unternehmen können. Der Rat der Stadt Stadtlohn hat am Mittwochabend beschlossen, einen fünften verkaufsoffenen Sonntag im Jahr zuzulassen: am 3. Advent. Die neue Satzung tritt schon in Kürze in Kraft und gilt erstmals für Sonntag, 15. Dezember, in diesem Jahr.

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Rückblende: Schon vor einem Jahr hatten die Stadtlohner Einzelhändler auf Einführung eines weiteren verkaufsoffenen Sonntags neben „Stadtlohn blüht“, „Stadtlohner Frühling“, „Stadtlohner Herbst“ und „Kiepenkerlsonntag“ gedrängt. Allerdings fand ihr Antrag damals im Rat keine Mehrheit. Die Sonntagsruhe, die besinnliche Adventszeit, der Schutz der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sowie der Schutz der Familien – all das waren Argumente derjenigen, die einen fünften verkaufsoffenen Sonntag ablehnten.

Einzelhändler leisten Überzeugungsarbeit

Die Abstimmung vor einem Jahr fiel aber denkbar knapp aus. Eine Pattsituation verhinderte den verkaufsoffenen Sonntag. Das ermutigte den Arbeitskreis Einzelhandel, in diesem Jahr einen neuen Vorstoß zu wagen. Dieses Mal legten die Arbeitskreisvertreter den Fraktionen Zahlen vor, die belegen sollten, welche Bedeutung die zu erwartenden Umsätze für Erhalt und Stärkung des Einzelhandels in Stadtlohn haben.

Zum Weihnachtsmarkt am 3. Adventssonntag dürfen in Stadtlohn auch die Geschäfte öffnen

Die verkaufsoffenen Sonntage – hier ein Archivbild – gehören für den Stadtlohner Einzelhandel zu den verkaufsstärksten Tagen des ganzen Jahres. Besonders vom verkaufsoffenen Adventssonntag versprechen sich die Einzelhändler wichtige Umsätze. © Münsterland Zeitung

Und die Einzelhändler machten deutlich, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den inhabergeführten Geschäften keine Einwände gegen den zusätzlichen verkaufsoffenen Sonntag hätten.

Die Überzeugungsarbeit trug Früchte. In der Ratssitzung am Mittwochabend stimmten nur noch fünf Ratsmitglieder (drei aus der CDU, eines aus der SPD und eines aus der Grünen-Fraktion) gegen den verkaufsoffenen Sonntag. Darüber hinaus enthielten sich sechs Ratsmitglieder, vor allem aus der SPD, der Stimme.

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Nach der vorangegangenen Debatte im Haupt- und Finanzausschuss am 11. September wurde jetzt im Rat nicht mehr diskutiert.

Reinhold Dapper (SPD) hält verkaufsoffenen Sonntag für familienfeindlich und klimaschädlich

Reinhold Dapper (SPD) stand mit seiner scharfen ablehnenden Haltung auf verlorenem Posten. „Ich gratuliere den Einzelhändlern zu ihrer erfolgreichen Lobbyarbeit“, merkte er sarkastisch an. „Ich bin grundsätzlich gegen alle verkaufsoffenen Sonntage. Man könnte wenigsten den Blödsinn ,Stadtlohn blüht‘ weglassen, wenn man schon einen verkaufsoffenen Adventssonntag will.“

Es sei „eine Heuchelei“, so Dapper weiter, „wenn wir Familien stärken wollen und ihnen die Sonntag wegnehmen.“ Außerdem sei der Sonntagseinkaufstourismus mit dem Auto ohne Frage höchst klimaschädlich.

Kirchen und Gewerkschaften gegen Sonntagsöffnung

In schriftlichen Stellungnahmen hatten sich vorab auch Pfarrer Jürgen Lürwer von der katholischen St.-Otger-Gemeinde, Pfarrer Uwe Weber von der evangelischen Kirchengemeinde sowie die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi aus grundsätzlichen Überlegungen zum Schutz der Sonntagsruhe und der Arbeitnehmerinteressen gegen den zusätzlichen verkaufsoffenen Sonntag ausgesprochen.

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