Zu hoch, zu groß, zu dicht: Viele Einwände gegen Baupläne am Alten Dyk

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Am Alten Dyk in Stadtlohn sollen 29 neue Wohnungen in fünf Mehrfamilienhäusern gebaut werden. Viele Anwohner sind mit den Plänen aber nicht einverstanden. Das Bebauungsplanverfahren stockt.

Stadtlohn

, 02.10.2020, 17:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Auf einer 5300 Quadratmeter großen Gewerbefläche zwischen der Straße Alter Dyk und Bahnallee will ein Investor fünf Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 29 Wohnungen errichten. Vor einem Jahr hat der Bauausschuss das dafür notwendige Bebauungsplanverfahren eingeleitet. In dieser Woche sollte ein weiterer Verfahrensschritt getan werden. Doch dazu kam es nicht.

Informationsveranstaltung weckte Emotionen

Viele Anwohner des Alten Dyks lehnen die Pläne ab. Zu hoch, zu groß, zu viele Wohnungen, zu nah am Wald, zu viel Verkehr. So lässt sich das Urteil der Einwender zusammenfassen. Schon auf einer Informationsveranstaltung für Anwohner im Sommer ging es nach Angaben von Teilnehmern sehr emotional zu.

Vier der fünf Mehrfamilienhäuser sollen zweigeschossig mit einem zusätzlichen Staffelgeschoss errichtet werden.

Vier der fünf Mehrfamilienhäuser sollen zweigeschossig mit einem zusätzlichen Staffelgeschoss errichtet werden. © Uwe Oing

Das spiegeln auch die danach schriftlich abgegebenen Einwendungen wider. Der Bebauungsplan wird von einem Einwender als „absolut inakzeptabel“ bezeichnet. Ein anderer schreibt: „Es entsteht der Eindruck, dass hier für den Investor und nicht im Sinne der Bürgerinnen und Bürger mit Hilfe der Verwaltung ein neuer Bebauungsplan aufgestellt werden soll.“

Pläne wurden nach Kritik geändert

Hauptkritikpunkte der Anwohner sind die die verdichtete Bauweise, die Masse der Baukörper, die Zweigeschossigkeit plus Staffelgeschoss, der vermeintlich zu geringe Abstand zum Wald und zu den schon vorhandenen Einfamilienhäusern, die Stellplatzsituation und die befürchtete Zunahme des Verkehrs.

Daraufhin, so erklärte Fachbereichsleiter Mathias Pennekamp am Dienstagabend im Bauausschuss, seien die Pläne noch einmal geändert worden. Die Fassadenansicht eines der Häuser wurde an die der vorhandenen Bebauung angepasst, die Zahl der Fenster zur Bestandsbebauung hin verringert.

Das fünfte Haus mit sechs Wohneinheiten soll sich in der Dachausprägung und in der Bauweise an die nahegelegene vorhandene Bebauung anpassen.

Das fünfte Haus mit sechs Wohneinheiten soll sich in der Dachausprägung und in der Bauweise an die nahegelegene vorhandene Bebauung anpassen. © Uwe Oing

Der Abstand zum Wald, so Mathias Pennekamp, betrage nun zehn Meter. Die alte Baugrenze reiche um fünf Meter an den Wald heran. Pennekamp: „Der Wald wird nicht angetastet. Die Festlegung ist in Absprache mit dem Landesbetrieb Wald und Holz erfolgt.“

Dem Vorwurf des „Ghettocharakters“ trat Mathias Pennekamp mit Zahlen entgegen. Die Verdichtung bezeichnete er als „mäßig“ und nannte Vergleichszahlen: Bei Projekten an der Dufkampstraße und an der Klosterstraße käme eine Wohneinheit auf 119 Quadratmeter Grundstücksfläche, am Alten Dyk sei es eine Wohneinheit auf 182 Quadratmeter.

Verkehrszuwachs um zehn Pkw in Spitzenstunden erwartet

Die Planungen sehen 52 Stellplätze für Pkw vor, notwendig wären nur 44. Das Verkehrsaufkommen auf dem Alten Dyk werde nur mäßig steigen. „Bei 100 Verkehrsbewegungen pro Tag sei in Spitzenstunden eine Zunahme um etwa zehn Pkw zu erwarten.

Vier der fünf Häuser sind in zehn Meter Abstand zum Wald (oben) geplant. Am unteren Bildrand ist die Erschließung vom Alter Dyk aus zu erkennen.

Vier der fünf Häuser sind in zehn Meter Abstand zum Wald (oben) geplant. Am unteren Bildrand ist die Erschließung vom Alten Dyk aus zu erkennen. © Uwe Oing

Bauausschussmitglied Ludger Brockherde (SPD) reichten die Stellungnahmen aus dem Rathaus noch nicht aus. Es sei die falsche Reihenfolge, wenn die Politik jetzt Weichen stelle, aber die Einwender noch nicht informiert seien. Auch Hermann Steverding (UWG) erklärte, seine Fraktion werde vorläufig dem Bebauungsplanentwurf noch nicht zustimmen. „Wir wissen einfach noch zu wenig.“ Dennis Bausch (FDP) begrüßte die Pläne im Grundsatz. „Aber die Belange der Bürger sind möglicherweise noch nicht ausreichend berücksichtigt. Man sollte mit den Bürgern noch einmal sprechen.“

Entscheidung über Bebauungsplanentwurf wurde vertagt

Cäcilia Völker (CDU) stellte schließlich einen Geschäftsordnungsantrag: Der Tagesordnungspunkt sollte vertagt werden, um den Einwendern mehr Informationen zukommen zu lassen. Einstimmig folgte der Ausschuss diesem Antrag.

Die Einwender werden jetzt auf schriftlichem Weg im Detail über die Stellungnahmen der Stadt zu ihrer Kritik informiert. Danach wird sich der Planungs- und Bauausschuss voraussichtlich im November in seiner dann neuen Zusammensetzung über den Bebauungsplan abstimmen. Stimmt der Ausschuss dem Entwurf zu, dann werden die Pläne noch einmal öffentlich ausgelegt.

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