Die Stadt Stadtlohn führt keine Windeltonne ein – das sind die Gründe

dzRatssitzung

Eine vergünstigte Windel- oder Pflegetonne? Dazu wird es in Stadtlohn nicht kommen. Die Ratsmehrheit lehnt Antrag der SPD auf subventionierte Abfalltonnen ab. Was die Gründe dafür sind.

Stadtlohn

, 07.07.2019 / Lesedauer: 2 min

In Stadtlohn wird es keine vergünstigte Windel- oder Pflegetonne geben. Ein entsprechender Antrag der SPD fand in der jüngsten Ratssitzung keine Mehrheit.

„Mehr als 4000 Windeln fallen an, bevor ein Kind trocken ist“, sagte Otger Harks (SPD). Mit anderen Worten: eine große Menge Abfall, der die jungen Familien auch finanziell belaste, weil sie ein größeres Müllgefäß bräuchten.

Diese Belastung treffe auch Familien mit Inkontinenzpatienten. Harks: „Durch die Einführung einer rabattierten Windel- und Pflegemülltonne können wir einen Beitrag für ein familienfreundliches Stadtlohn leisten.“ Bei der UWG stieß dieser Vorschlag auf Zustimmung.

Windeltonnen würden hohe Mehrkosten verursachen

Auch Marion Ballenthin (CDU) nannte die Idee an sich gut. Nur: „Die Kosten müssten im Gebührenhaushalt auf die restliche Bevölkerung umgelegt werden. Mit diesem Gedanken tun wir uns schwer.“

Reinhold Dapper (SPD) schlug vor, die Windeltonnen könnten ja aus dem allgemeinen Haushalt subventioniert werden. Die Verwaltung hatte schon einmal nachgerechnet. Bürgermeister Könnig: „Wenn zehn Prozent der Stadtlohner Haushalte eine Windeltonne in Anspruch nehmen würden, dann entstünden Mehrkosten von 24.000 Euro im Jahr.“

Verwaltungsaufwand für Windeltonnen wäre zu hoch

Mehr noch als die Kosten hielt Martin Könning (CDU) den notwendigen hohen Verwaltungsaufwand für nicht vertretbar, wenn zum Beispiel Inkontinenzpatienten in der Verwaltung ein ärztliches Attest vorlegen müssten. Er erklärte für seine Fraktion: „Darum lehnen wir den Antrag ab.“

Erwin Plate (UWG) schlug vor, mit einem öffentlichen Aufruf zu erkunden, wie groß denn das Interesse der Stadtlohner an einer Windeltonne sei. Ein Vertagungsantrag scheiterte aber mit denkbar knapper Mehrheit. Anschließend wurde der SPD-Vorschlag mit der Mehrheit der Stimmen aus CDU und FDP abgelehnt.

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