Die Vorsitzende der Wiesentaler, Jana Liemann, freut sich über die neuen Orchesterpulte und auf den ersten Auftritt auf großer Bühne – irgendwann. © privat
Orchesterleben

Wiesentaler freuen sich auf große Auftritte mit neuen Pulten – irgendwann

Die Wiesentaler sind bereit für große Auftritte. Die Musikkapelle hat in neue Orchesterpulte investiert. Doch die müssen erst einmal ungenutzt bleiben. Jana Liemann bleibt trotzdem wohlgestimmt.

Die Corona-Pandemie hat das Orchesterleben komplett auf dem Kopf gestellt. Aber die Wiesentaler lassen sich nicht unterkriegen. Jana Liemann, die Vorsitzende der Musikkapelle, spricht sogar von einem guten Start ins neue Jahr. Weil sie den Blick in die Zukunft richtet. Und weil es am 2. Januar einen musikalischen Hoffnungsfunken gab.

Die erste gute Nachricht gab es für die Wiesentaler nach der letzten Ratssitzung des Jahres 2020. Einstimmig gewährte der Rat der Musikkapelle einen Zuschuss für die Anschaffung von 69 Orchesterpulten. Die neuen Pulte haben bereits im großen Probenraum des Vereinshauses an der Bunings Weide ihren Platz gefunden.

Pulte bieten Platz für 60 bis 80 Musiker

Die alten Orchesterpulte waren in den vergangenen 26 Jahren stark in Mitleidenschaft gezogen worden. „Sie mussten dringend ausgetauscht werden“, sagt Jana Liemann. Die neuen Pulte sind fester Bestandteil des Probenraums, werden aber beispielsweise zum Weihnachtskonzert in der Stadthalle oder zum Neujahrskonzert in der Konzertaula des Geschwister-Scholl-Gymnasiums vor Ort für die 60 bis 80 Orchestermusiker aufgebaut.

Das Weihnachtskonzert 2019 war einer der letzten großen Aufritte der Musikkapelle Wiesentaler.
Das Weihnachtskonzert 2019 war einer der letzten großen Aufritte der Musikkapelle Wiesentaler. © Susanne Dirking © Susanne Dirking

„Das ist ansehnlicher. Die Pulte vermitteln auf der Bühne ein einheitliches Orchesterbild“, so Jana Liemann. Und: Die neuen Pulte verfügen über ein Ablagefach für Schreibutensilien. „Das ist zur Bearbeitung der Notenliteratur unabdingbar notwendig. Bisher lagern sie auf dem Boden oder vor den Noten, was ein Umblättern während des Spielens unmöglich macht“, hieß es im Zuschussantrag der Wiesentaler.

Antrag war zunächst abgelehnt worden

Der Rat hatte ein Einsehen. Mit den Stimmen aller Fraktionen beschloss er einen Zuschuss von 630 Euro zu der rund 4200 Euro teuren Anschaffung. Laut den Vereinsförderrichtlinien der Stadt werden Zuschüsse zur Beschaffung von Geräten wie Musikinstrumente oder Uniformen grundsätzlich nicht gewährt. Daher hat die Verwaltung den Antrag zunächst abgelehnt.

„Wir wollen keinen Präzedenzfall schaffen“, erklärte Erwin Plate (UWG) im Rat. In diesem Falle aber – und unter den Vorzeichen des Coronajahres – sei die Förderung zu vertreten. Auch weil es sich ja nicht um Instrumente oder eine andere Standardanschaffung handele, sondern um eine Ausnahme-Investition.

Zuschuss als Anerkennung für die musikalische Arbeit

Der vergleichsweise kleine Betrag stört Jana Liemann nicht. „Wir freuen uns sehr über den Zuschuss. Ich verstehe, dass die Sportvereine mit ihren hohen Mitgliederzahlen mehr Förderung bekommen. Es geht uns ja auch nicht nur um das Geld. Es geht auch um die Anerkennung unserer musikalischen Arbeit. Die haben wir mit dem Zuschuss erhalten.“

Die musikalische Arbeit geht auch unter den strengen Bedingungen des Shutdowns weiter. An Orchesterproben ist aktuell zwar nicht zu denken. Die waren im 2020 noch lange möglich, weil die Stadt Stadtlohn die Stadthalle und der Schützenverein Hengeler das Gemeindehaus Hengeler für Proben bereitstellte. „Dafür sind wir sehr dankbar“, so Jana Liemann.

Rund 100 Musikschüler werden online unterrichtet

Die 100 Musikschülerinnen und -schüler der Wiesentaler werden aber auch im strengen Lockdown online weiter unterrichtet. „Unser Verein ist jung, das Durchschnittsalter liegt bei 23 Jahren. Da sind alle sehr offen für digitale Lösungen. Wir bleiben alle in Kontakt und es gibt auch musikalische Wettbewerbe. Wir alle brauchen ja Motivation, um uns mit unserem Instrument zu beschäftigen“, sagt Jana Liemann, die selbst Klarinette spielt. „Ich habe mit vielen Eltern und Schülern gesprochen, der Onlineunterricht kommt gut an.“

Aber er ersetzt natürlich nicht das Gemeinschaftserlebnis des gemeinsamen Musizierens. „Wir setzten darauf, dass es im Sommer wieder besser wird. Aber wir haben in Corona-Zeiten auch gelernt, dass wir keine festen Pläne schmieden können“, sagt Jana Liemann. Sie ist froh, dass es überhaupt einen musikalischen Start ins neue Jahr gab, der sogar festgehalten wurde. Zwölf Musiker der Wiesentaler haben die Gottesdienstaufzeichung am 2. Januar in der St.-Joseph-Kirche mitgestaltet.

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Stefan Grothues

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