"Viele setzen sich mit ein"

Stadtlohn Der Turm der St. Otger-Kirche in Stadtlohn erinnert derzeit an ein Werk des berühmten Verpackungskünstlers Christo. Doch bei der weithin sichtbaren Verhüllung geht es nicht um Kunst, sondern um die Sanierung des Mauerwerks. Redakteur Thorsten Ohm sprach über die erforderlichen Arbeiten und die Finanzierung mit Pfarrer Stefan Jürgens.

30.07.2008, 18:26 Uhr / Lesedauer: 2 min

Was hat es eigentlich mit dem Turmmodell auf sich, das sich derzeit in der Kirche befindet?

Pfarrer Jürgens: Das ist unser Spendenbarometer. Es hat Platz, um 730 symbolische Dachplatten daran aufzuhängen. Jede steht für gespendete 100 Euro, denn wir müssen Eigenmittel in Höhe von 73 000 Euro aufbringen. 210 Platten sind schon dran.

Wie teuer ist die Sanierung denn insgesamt?

Pfarrer Jürgens: Wir sind zunächst von 560 000 Euro Kosten ausgegangen. Rund 490 000 Euro trägt davon das Bistum. Aber das Mauerwerk ist so schlecht, das sich der Aufwand noch erhöhen könnte. Der äußere Sandstein ist vielfach nicht mit dem inneren Mauerwerk verbunden. Es ist nötig, das zu reparieren, sonst drohen Steine aus der Fassade zu fallen. Die Außenhülle wölbt sich an manchen Stellen bereits. Diesen Prozess müssen wir aufhalten, damit keine kritische Situation entsteht.

Wie steht es um die Spendenbereitschaft in der Gemeinde?

Pfarrer Jürgens: Sehr gut! Viele helfen mit: Einzelpersonen und Nachbarschaften, aber auch Firmen, Sparkasse und Volksbank setzen sich für die Sanierung ein. Man spürt, dass den Menschen der Turm ihrer Kirche am Herzen liegt. Und um es klar zu sagen: Was gemacht wird, ist kein Luxus. Es geht um reine Sicherungs- und Instandsetzungsmaßnahmen. Sie können an manchen Stellen die Fugen zwischen den Sandsteinen mit der Hand herausnehmen - so bröckelig sind die. Auch die Bleche des Kirchturms waren stark in Mitleidenschaft gezogen.

Eine erhebliche Ausgabe stellt sicherlich allein schon das große, aufwändige Gerüst dar?

Pfarrer Jürgens: Stimmt, das macht bereits etwa ein Drittel der Gesamtkosten aus. Da es jetzt aber nun einmal steht, nutzen wir die Chance auch, den Zifferblättern an der Kirchturmuhr ihren alten Glanz zurückzugeben, ebenso dem Wetterhahn.

Wie sieht der derzeitige Stand der Dinge auf der Baustelle aus?

Pfarrer Jürgens: Das neue Kupferdach für die Kirchturmspitze ist inzwischen fast vollständig fertiggestellt worden. Was jetzt noch fehlt, ist die Sanierung der Fassade. Die Fugen sind inzwischen raus. Eine offene Frage war, wie der Zustand des Mauerwerks ist. Nun wird die Sandsteinfassade neu verfugt. Zum Teil müssen auch Steine ergänzt werden. Dabei schaffen wir die fehlende Verbindung zwischen der Außen- und der Innenseite. Die Vergoldung von Hahn und Zifferblättern kommt danach.

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