Die Bauarbeiten an der Berkelmühle laufen seit September. © Anne Winter-Weckenbrock
Umbau Berkelmühle

Umbau der Berkelmühle kostet 600.000 Euro mehr als geplant

Seit einigen Wochen läuft der Umbau der Berkelmühle. Nun wird klar: Das Projekt kostet deutlich mehr als geplant. Politikern stockt der Atem. Die Drei-Millionen-Marke ist ist überschritten.

Der Umbau der Berkelmühle läuft schon seit einigen Wochen. „Wir sind gut dabei“, berichtete Petra Nordkamp, Teilprojektleiterin bei der Stadt Stadtlohn, bei der jüngsten Sitzung des Umwelt- und Bauausschusses.

Im ersten Bauabschnitt stehen die Abdichtung der Fundamente, der Bau des Treppenturms, Rohbau- und Dacharbeiten, die Fassadensanierung und der Einbau von neuen Fenstern auf dem Plan. Diese Arbeiten laufen seit September und sollen im Frühjahr abgeschlossen sein.

Preissteigerungen bis zum Baubeginn sorgen für Mehrkosten

Die Aufträge für die einzelnen Baubereiche sind nun mit einer Ausnahme (Stahlfenster) alle vergeben, wie Petra Nordkamp ebenfalls berichtete. Doch es gab nicht nur positive Nachrichten zu vermelden.

Denn die Baumaßnahmen kosten deutlich mehr als ursprünglich veranschlagt. Im März 2018 hatte das zuständige Architekturbüro 2,52 Millionen Euro für die Arbeiten an der Berkelmühle veranschlagt. Von dieser Summe ausgehend beantragte die Stadt eine Förderung bei der Bezirksregierung, die das Projekt mit 1,5 Millionen Euro unterstützt.

Im Mai 2020 lag die geplante Summe dann bereits bei 2,98 Millionen Euro. Das hängt laut dem Architekturbüro mit den Preissteigerungen innerhalb der letzten zwei Jahren zusammen“, so Petra Nordkamp. Es stelle sich aus Sicht der Stadt die Frage, ob die Kosten vielleicht zunächst zu niedrig angesetzt wurden.

Hochwasserschutz verzögerte Start der Baumaßnahmen

Da nun aber die jeweiligen Bauvorhaben jeweils mehr kosten als zunächst gedacht, werden die Kosten nun auf 3,135 Millionen geschätzt. Das sind immerhin 600.000 Euro Mehrkosten, die auf die Stadt zukommen. Dabei betonte Petra Nordkamp: „Der Mühlenplatz ist eine gesonderte Kostenstelle und zählt nicht dazu.“

Petra Nordkamp erklärte noch einmal, dass die Stadt gerne früher mit den Baumaßnahmen begonnen hätte, es aber zu Verzögerungen gekommen sei. Einer der Gründe dafür seien die notwendigen Maßnahmen zum Hochwasserschutz. In dieser Zeit seien die Preise gestiegen.

Kritik im Bau- und Umweltausschuss

Erwin Plate (UWG) sagte dazu im Umwelt- und Bauausschuss: „Bei den Zahlen stockt einem ja der Atem hinter der Maske.“ Die Begründung, die Mehrkosten würden unter anderem mit dem nötigen Hochwasserschutz zusammenhängen, seien aus seiner Sicht nicht plausibel. Denn die Notwendigkeit, hier tätig zu werden, sei zuvor bereits bekannt gewesen.

Mathias Pennekamp, Leiter des Fachbereichs Planen, Bauen und Umwelt, meinte dazu erklärend: „Wir haben den Eindruck, dass wenige Angebote reinkommen und deswegen die Preis-Leistungs-Verhältnisse teilweise überschritten werden.“

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Bastian Becker

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