Stillstand im Tarifstreit

Warnstreik

Zwei Tage lang streiken die Busfahrer des Regionalverkehr Münsterland (RVM) für mehr Lohn. Gestern verlief der erste Streiktag weitgehend ruhig.

STADTLOHN

, 26.03.2014, 17:10 Uhr / Lesedauer: 2 min
Auf Streikposten waren diese Mitarbeiter des RVM am Depot in Stadtlohn.

Auf Streikposten waren diese Mitarbeiter des RVM am Depot in Stadtlohn.

Von Seiten der Arbeitgeber habe es in den laufenden Tarifverhandlungen bisher kein Angebot gegeben. „Die zweite Runde ist gelaufen. Wir wollen, dass die in die Puschen kommen.“ Die Forderung von Gewerkschaftsseite: 3,5 Prozent mehr Lohn sowie eine Aufstockung um 100 Euro. Herbert Geesink ist Busfahrer und Betriebsratsvorsitzender beim RVM in Stadtlohn. Er äußert Bedauern für die Situation von Fahrgästen, die durch den Streik beeinträchtigt werden: „Der Bürger ist der Gelackmeierte, weil die Politik nicht in die Gänge kommt.“ Er empört sich darüber, dass einerseits Abgeordneten-Diäten erhöht würden, für „so einen armen Busfahrer, der Verantwortung hat für die Menschen im Bus“ offenbar nichts übrig sei. „Es ist wichtig, dass die Politik wachgerüttelt wird“, sagt er. „Zehn Jahre weiter haben wir keine Busfahrer mehr, weil niemand es mehr machen will.“ Mattes nickt: „Es wird unterschätzt, was ein Fahrer zu leisten hat“, sagt er. „Und Qualität kostet einfach Geld.“ Unternehmen wie der RVM seien daran interessiert, ihr Personal zu schulen und kundenfreundlich orientiert, andere seien da „ungenauer“. Dabei gehe es um einen Auftrag fürs Gemeinwohls.

Betroffen davon sind – mit oder ohne Streik – nicht zuletzt viele Schüler im Einzugsgebiet. Am Geschwister-Scholl-Gymnasium offenbar kein Problem: „Wir haben gestern rechtzeitig Bescheid bekommen“, erklärt der stellvertretende Rektor Bernhard Krieger. „Alle Fahrschüler sind informiert worden, dass sie am besten per Fahrrad oder mit Fahrgemeinschaften fahren sollen.“ Tatsächlich steht schon eine halbe Stunde vor Schulschluss der erste Vater vor der Tür. „Ich hole zwei eigene und zwei andere Kinder ab“, erklärt der Oedinger Frank Bischop. Und die Abiturientin Pia Zekay hat ebenfalls eine Lösung parat: „Heute hat meine Mama uns gefahren und morgen fahren wir selbst.“ Die 18-Jährige ist mit ihrem Konrektor einer Meinung: Wenn man selbst davon betroffen ist, ist das natürlich doof, aber Streiken ist deren gutes Recht.“

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