Tina Tenbrink mit Fiete (l.) zusammen mit Udo und Tanja Schmiing und deren Berner Sennenhunden. © Privat
Rat stellt Geld bereit

Stadtlohns Hunde bekommen einen eigenen Spielplatz

Hundebesitzerin Tina Tenbrink kennt das Problem: Hunde in Stadtlohn brauchen einen Platz, wo sie frei laufen und richtig toben können. Der Rat möchte die Idee jetzt Realität werden lassen.

Martina Tenbrink wohnt am Waldrand und trifft beim Spaziergang mit Tibet-Terrier Fiete viele andere Stadtlohner mit ihren Vierbeinern. Angeleint! So jedenfalls ist es fast überall vorgeschrieben. Und das ist so gar nicht nach dem Naturell der Hunde, die ganz viel Bewegung brauchen und eben auch den sozialen Kontakt zu Artgenossen. Für Martina Tenbrink und Gleichgesinnte ein Dilemma: „Manchmal leinen wir die Hunde einfach illegal ab.“

Dass das keine Dauerlösung sein kann, ist ihr sehr wohl bewusst. Schließlich birgt das auch häufig Konfliktpotenzial. Nicht nur mit den geltenden Vorschriften, sondern auch mit Radfahrern, Kindern, anderen Spaziergängern, die durch rumtollende Hunde gestört und vielleicht sogar in Gefahr gebracht werden könnten. Rund um die Kommunalwahl unternahm Tina Tenbrink den nächsten Schritt und warb bei den Politikern für ihr Anliegen. Bei SPD-Kandidat Mathias Redders stieß sie damit auf offene Ohren.

Unterstützung aus der Politik

Die Stadtlohner SPD nahm die Idee vom Hundefreilauf sogar in ihr Wahlprogramm auf. „Hundehalter respektieren und unterstützen“ hieß es da. Mit dem Verweis, dass es rund 2000 Hundehalter in der Stadt gibt. Aber nicht nur die SPD setzte sich nicht durch, auch der Bürgerantrag von Tina Tenbrink nicht: „Darin wurden mehrere Gelände ins Auge gefasst, diese aber aus den unterschiedlichsten Gründen verworfen.“ Einmal sei ein geplantes Baugebiet der Hinderungsgrund gewesen, ein anderes Mal lag die Wunschfläche im Naturschutzgebiet. Den konkreten Antrag auf Realisierung haben jetzt aber FDP und Grüne in der jüngsten Ratssitzung durchsetzen können.

30.000 Euro hat der Rat jetzt für das Projekt Hundefreilauf im Haushaltsplan eingestellt. Ein Kompromiss. Die FDP wollte ursprünglich nämlich 45.000 Euro bereitstellen, die Grünen wollten 15.000 Euro. Laut Erstem Beigeordneten Günter Wewers hat die Stadt jetzt die Kümmerkarte. Heißt: „Es muss eine geeignete Fläche gefunden werden“, sagt der Beigeordnete. Eine im städtischen Besitz gebe es zurzeit nicht, gleichwohl schaue man sich um, ob zum Beispiel Tauschflächen für den Zweck genutzt werden könnten, oder es Alternativen gebe. Dann müsse auch über die Modalitäten, zum Beispiel über Pachtpreise und Einzäunung des Geländes, geredet werden.

Stadt hofft auf „Bürger-Initiativen“

Ein ähnlicher Vorstoß sei nämlich vor einigen Jahren mit Hinweis auf die Kosten (1300 Euro Jahrespacht und rund 25.000 Euro für die Einfriedung) von der Politik verworfen worden. Es sei aber noch mehr zu klären, betont Günter Wewers. Es gehe nämlich nicht nur um die Anlage eines Hundefreilaufs, sondern auch um dessen Pflege und Unterhaltung. Die Stadt hoffe daher darauf, dass sich ein Verein oder eine Initiative findet, die diese Aufgabe federführend übernimmt. „Ansonsten ist es nämlich eine kommunale Aufgabe“, sagt Günter Wewers.

Auch Tina Tenbrink weiß, dass es mit der Einrichtung des Platzes noch längst nicht getan ist: „Natürlich muss sich auch darum gekümmert werden, dass Müll und Hundekot weggeräumt werden, dass für Sauberkeit gesorgt ist.“ Sie kennt aber aus ihrem Umfeld auch drei bis vier Personen, die sich aktiv einbringen würden. Mit dem Ratsbeschluss ist der erste Schritt getan. Die weiteren wichtigen Details sollen dann demnächst im Umwelt- und Bauausschuss abgestimmt werden.

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