Stadtlohnerin im Landesfinale

Vorlesewettbewerb

Kurz sei sie doch ein wenig enttäuscht gewesen. "Wer so weit kommt, der will auch den letzten Schritt machen." Melina Mönsters wäre nur allzu gerne zum Bundesfinale nach Berlin gefahren.

STADTLOHN

, 29.05.2017, 06:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Inspiration findet die Elfjährige auf ihren Lieblingsplätzen: auf der Terrasse oder auf dem Sitzsack, den ihre 14-jährige Schwester Annika gefertigt hat.

Inspiration findet die Elfjährige auf ihren Lieblingsplätzen: auf der Terrasse oder auf dem Sitzsack, den ihre 14-jährige Schwester Annika gefertigt hat.

Doch schnell überwog die Freude. Die Stadtlohnerin hatte schließlich das Landesfinale des Vorlesewettbewerbs des Deutschen Buchhandels für Sechstklässler erreicht. Und zählte damit zu den 18 Besten im Land.

Mehrere Ebenen gemeistert

Für die Elfjährige war der Landesentscheid in Attendorn bereits die sechste Ebene, auf der sie im Wettbewerb vorlesen durfte. Vorangegangen waren Qualifikationen auf Klassen-, Schul-, Regional-, Kreis- und Bezirksebene. Für letzteren Entscheid in Gelsenkirchen hatte sie sich das Jugendbuch "Train Kids" von Dirk Reinhardt entschieden.

Auf jeder Ebene galt es, drei Minuten aus einem selbst gewählten Buch vorzulesen, dann folgten zwei Minuten fremder Text. "Da trennt sich die Spreu vom Weizen", berichtet Mutter Claudia. Der Auszug aus "Kein Weg zu weit" von Brigitte Blobel sollte im nächsten Schritt den Weg nach Berlin ebnen. Es reichte nicht ganz. Wobei die Relation - 123000 Schülerinnen und Schüler hatten sich landesweit am Vorlesewettbewerb beteiligt - nur annähernd andeutet, welche große Leistung dahintersteckt.

Nuancen entscheiden

"Je weiter man kommt, desto größer die Konkurrenz. Die Unterschiede sind dann schon sehr gering", sah sich die Schülerin des Geschwister-Scholl-Gymnasiums zum Schluss einer großen und würdigen Konkurrenz gegenüber. Es entschieden dann noch mehr die Nuancen - oft subjektive: Aussprache, Sicherheit, selbst die Art und Weise, wie man das Publikum anschaut und mitnimmt, werde bewertet. "Das Quäntchen Glück zählt letztlich auch", ergänzt Mutter Claudia, die selbst ausgerechnet am Landesentscheid nicht vor Ort teilhaben konnte. Ein Schicksal, das sie mit Deutschlehrerin Anke Sommer teilt, die Melina "sehr stark unterstützt" habe. Dafür begleitete sie eine gute Freundin samt Familie.

Erfahrungen gesammelt

Das habe ihr Sicherheit gegeben. Die Gymnasiastin hat Erfahrungen gesammelt auf der Bühne: In der Theater-AG der fünften Klasse war ihr Talent erkannt worden. Dabei hatte sie bereits als Viertklässlerin in der Gescher-Dyk-Schule am Vorlesewettbewerb teilgenommen. Lesen konnte sie schon, bevor sie zur Schule ging, so Mutter Claudia.

Übrigens: Einen Schulrekord hat sie auch so aufgestellt. Bisher gab es allein zwei Teilnehmer vom Gymnasium am Bezirksentscheid. Melina berichtet: "Meine Klassenkameraden haben sich wirklich für mich gefreut."

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