Als ehrenamtlicher Impfpate begleitet Bürgermeister Berthold Dittmann die Stadtlohnerin Edith Wilmer (88) zu ihrem zweiten Impftermin ins Impfzentrum Velen. © privat
Coronaimpfung

Stadtlohner Impfpaten haben über 100 Termine auf ihrer Liste stehen

Die Nachfrage nach Impfpaten in Stadtlohn reißt nicht ab. Über 100 Patenschaften sind bis Ende April geplant. Zu den vielen ehrenamtlichen Helfern gehören auch prominente Stadtlohner.

Edith Wilmer (88) hat einen prominenten Chauffeur für ihren zweiten Corona-Impftermin: Stadtlohns Bürgermeister Berthold Dittmann höchstpersönlich hat die Seniorin am Samstagnachmittag zum Impfzentrum nach Velen gefahren und sie dort von der Anmeldung bis zur Impfung begleitet.

Berthold Dittmann ist einer von vielen ehrenamtlichen Impfpaten in Stadtlohn, die in ihrer Freizeit und unentgeltlich Seniorinnen und Senioren bei der Terminvereinbarung und beim Weg durch den Impfparcours unterstützten.

Bis Ende April werden die Stadtlohner Impfpaten über 100 Termine für die erste und zweite Impfung wahrnehmen, so Harald Robers, der die Anfragen und Terminplanungen der Impfpatinnen und -paten digital verwaltet. „Es gibt bisher auch keine Probleme, Paten zu finden. Ganz im Gegenteil: Es kommen interessanterweise immer noch mehr dazu“, sagt Harald Robers.

Ein Anruf mit der Bitte um Unterstützung kam sogar aus Mallorca

„Die Nachfrage ist nach wie vor sehr gut, sagt Mathias Redders, der die Impfpatengruppen mit anderen Stadtlohnern ins Leben gerufen hat. Nicht nur Senioren melden sich. „Inzwischen haben auch Ärzte, Apotheken, Altenpfleger, die Stadt und weitere Einrichtungen hier bereits angerufen“, berichtet Mathias Redders. „Jetzt kam sogar ein Anruf aus Mallorca. Über das Bürgerbüro hatte die Tochter, die dort wohnt, die Telefonnummer bekommen und hier angerufen, um Hilfe für ihre Eltern zu organisieren.“

Die Impfpaten sind nun fest entschlossen, weiterzumachen und nach der Stufe 1 (Senioren über 80 Jahre) auch die Stufe 2 (Senioren im Alter von 75 bis 79 Jahren) und wenn erforderlich auch die Stufe 3 (Senioren von 70 bis 74 Jahre) zu bedienen.

Terminabsprachen am besten vorab selber erledigen

Die Impfpaten empfehlen den Senioren oder ihren Angehörigen aber, zunächst zu versuchen, die Termine selbst zu machen, zumal sich die Situation in den Hotlines entspannt haben dürfte. „Wir übernehmen das aber nach wie vor auch gerne, nur hat sich in der Praxis gezeigt, dass es hier zu Doppelungen gekommen ist, weil parallel zu unseren Bemühungen um einen Termin, dies auch durch die Impfenden oder deren Angehörige erfolgt ist“, erklärt Harald Robers.

Das sei inzwischen auch bei über der Hälfte der Anfragen geschehen. Mathias Redders: „Wir müssen dann nur noch fahren und betreuen.“ In den Impfzentren lief aus Sicht der Impfpaten bisher alles völlig reibungslos. Die Mitarbeiter dort seien „wirklich sehr freundlich und zuvorkommend“, so Mathias Redders. „Dennoch sind die Senioren immer wieder froh, wenn man sich vor allem um den Papierkram kümmert.“

Impfpate lobt die ärztlichen Aufklärungsgespräche

Mathias Redders lobt auch die Aufklärungsgespräche durch einen Arzt oder eine Ärztin, insbesondere bei einer Einnahme von Medikamenten. Redders: „Bei allen Erfolgsmeldungen aus den USA halte ich es gerade für Senioren aus der vulnerablen Gruppe nicht für unproblematisch, wenn vorher keine eingehende medizinische Beratung stattgefunden hat.“ Susanne Redders-Capelouto, die jüngere Schwester von Mathias Redders, lebt in Atlanta und arbeitet dort unter anderem für den Fernsehsender CNN. Sie wurde bereits an einem Drive-in-Schalter im Auto geimpft.

Susanne Redders-Capelouto aus Stadtlohn lebt und arbeitet unter anderem für den Fernsehsender CNN in Atlanta (USA). Dort konnte sie sich jetzt im Auto an einem Drive-in-Schalter gegen Corona impfen lassen.
Susanne Redders-Capelouto aus Stadtlohn lebt und arbeitet unter anderem für den Fernsehsender CNN in Atlanta (USA). Dort konnte sie sich jetzt im Auto an einem Drive-in-Schalter gegen Corona impfen lassen. © privat © privat

Bürgermeister Berthold Dittmann ist übrigens nicht der einzige prominente Stadtlohner Impfpate. Alt-Bürgermeister Helmut Könning war ihm als Pensionär etwas voraus und hat bereits am 13. März eine Impfpatenschaft für Termine im Impfzentrum in Dülmen übernommen.

Die 88-jährige Edith Wilmer hat ihre beiden Impftermine gut überstanden. Sie möchte mit ihrem Vorbild auch andere Senioren ermutigen, sich gegen Corona impfen zu lassen.

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Stefan Grothues

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