Der Stadtlohner Gastronom Tarik Öztürk füllt die Corona-Zwangspause mit einer neuen Geschäftsidee: einem Masken-Taxi. © Markus Gehring
Coronavirus

Stadtlohner Gastronom überbrückt Corona-Zwangspause mit einem Masken-Taxi

Masken-Taxi statt Holzkohlegrill: Der Stadtlohner Caterer Tarik Öztürk überbrückt mit neuen Geschäftsideen den Lockdown. Gewinn ist aber nicht alles – er denkt an seine zukünftigen Gäste.

Tarik Öztürk ist Gastronom mit Leib und Seele. Der Stadtlohner hat für diesen Beruf schon mit zwölf Jahren in der Pizzeria seiner Eltern in der Dufkampstraße Feuer gefangen.

Heute ist Tarik Öztürk 34 Jahre alt und hat sich längst mit seinem Live-Grill-Catering auf Hochzeiten, Betriebsfeiern und Geburtstagen im ganzen westlichen Münsterland einen Namen gemacht. „Grillen ist meinen Leidenschaft, den Grillservice habe ich komplett erfunden“, so sagt er.

Dann aber kamen Corona und der Lockdown. Jetzt liegt das Geschäft komplett brach. „Wir machen null Umsätze“, sagt der Gastronom. Individuelle Lieferdienste kommen für sein Unternehmen nicht in Frage. „Wir sind nur auf größere Gesellschaften eingestellt“, sagt Tarik Öztürk.

„Ich will keinen Cent vom Staat“

Und nun? Kommt Tarik Öztürk mit den Übergangshilfen vom Frühjahr und den Novemberhilfen des zweiten Lockdowns klar? Der Stadtlohner Gastronom schüttelt energisch mit dem Kopf und sagt: „Ich habe keinen Cent beantragt und auch keinen Cent bekommen. Ich will keine Hilfe vom Staat.“

Die Hilfsangebote findet er zwar gut und richtig, aber für sich selbst will er sie nicht in Anspruch nehmen. „Ich kann nicht rumsitzen und auf das Geld warten. Es ist viel erfüllender, etwas zu tun. Ich werde nicht reich dabei. Aber ich kann meine laufenden Kosten decken und mit meiner Familie davon leben.“

„Die Leute aus der Gastronomie können mit Menschen umgehen“

Darum stürzt sich der 34-Jährige lieber in „Intervallgeschäfte“, wie er er sie nennt. Er sucht neue Chancen, die die Krise mit sich bringt. Weil er schon als Caterer geschäftliche Kontakte mit Aldi-Nord pflegte, kam ihm beim ersten Lockdown im März 2020 die Idee, die Erfahrungen der Gastronomie im Umgang mit Menschen den Aldi-Märkten bei Desinfektion und Einlasskontrollen anzubieten.

„Das war ein voller Erfolg“, sagt Tarik Öztürk. Bis zu 40 Mitarbeiter aus Gastronomiebetrieben im westlichen Münsterland vermittelte er für die Einlasskontrollen in zahlreichen Aldi-Märkten. „Leute aus dem Gastro-Bereich wissen, wie man mit Menschen umgeht, auch wenn sie mal pöbeln. Das war mein Erfolgskonzept.“ Bis Juni habe er so für alle Beteiligten einen guten Umsätze erzielen können.

Taxi ist im Herbst gestartet

Im Sommer lief das Grillgeschäft wieder einigermaßen, aber für den Herbst musste sich Tarik Öztürk wieder etwas Neues einfallen lassen. Alltagsmasken spielten plötzlich eine immer größere Rolle. „Da haben die Leute angefangen, modisch zu denken.“ Öztürk setzt auf Farbakzente: Er punktet bei den Kunden mit rosafarbenen und schwarzen Einmalmasken, die es bis dahin nur in hellgrün und hellblau gab.

Und er setzte von Anfang an auf einen besonderen Service: der Lieferung per Masken-Taxi. Schon am 1. November freut er sich auf Facebook: „Die Testphase haben wir hinter uns und unser Masken-Taxi wird super von euch angenommen.“ Mal beliefert er nach Anruf oder Online-Bestellung eine Familie mit 10 Masken, mal einen Handwerksbetrieb mit 100 Masken. „Gerade war ich bei einer Firma in Vreden, um 1000 Masken auszuliefern“, berichtet Tarik Öztürk am Dienstag.

„Kein Anlass, FFP2-Masken zu bunkern“

Seit Markus Söders Vorstoß, FFP2-Maskenpflicht in bayrischen Geschäften, ÖPNV und Arztpraxen zur Pflicht zu machen, erhält auch Öztürks Masken-Taxi ganz neue Impulse. „Es sind genügend FFP2-Masken da“, sagt Tarik Öztürk. „Aber nur, wenn die Leute nicht anfangen, sie zu bunkern.“

Preissprünge hat er in der Vergangenheit schon beobachtet. Die könnte es auch wieder in der Zukunft geben. „Aber acht Euro für eine Einmalmaske – das war schon verrückt. Ich will keine überteuerten Masken anbieten“, betont Öztürk.

Den Handel sieht er als Haifischbecken. „Das ist auch nicht meine berufliche Zukunft. Ich freue mich wieder auf meinen Grillservice. Und dann möchte ich nicht derjenige sein, der in der Not überteuerte Masken verkauft hat.“

Über den Autor
Redaktion Ahaus
Vor Ort und nah dran für den Leser, hört gerne auch die andere Seite
Zur Autorenseite
Stefan Grothues

Der neue Lokalsport-Newsletter für Dorsten

Immer freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Dorstener Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.