Otger Duesmann gestaltet stimmungsvolle Lampen aus alten Kameras und Radios. © Stefan Grothues
Corona und Advent

Stadtlohner Adventstage mit maximalem Abstand finden viel Lob

Weihnachtsmarktstimmung sieht anders aus. Abstand ist das erste Gebot der Stadtlohner Adventstage. Dennoch kommt das Angebot bei den Passanten und Adventhütten-Nutzern gut an.

Der Samstag vor dem 1. Advent ist kalt und nebeltrüb. Keine Spur vom heimeligen Vorweihnachtsgedränge in Stadtlohns Straßen. Doch trotz der coronabedingten Absage des Weihnachtsmarktes suchen die Stadtlohner die Adventstimmung – und sie finden sie.

Zehn weihnachtlich dekorierte Hütten, die über die ganze Innenstadt verstreut sind künden von der besonderen Zeit. Das schönste Licht gibt es in der Stegerstraße bei Otger Duesmann. Der Stadtlohner kreiert aus alten Kofferadios, Kameras und Edison-Glühbirnen stilvolle Lampen. Er sagt: „Der Ansturm ist nicht so groß. Aber ich mache bei den Adventstagen trotzdem gerne mit. Mehr geht eben in diesem Jahr nicht. Und im nächsten Jahr ist ja wieder ein richtiger Weihnachtsmarkt.“

Wichtel warten auf Kundschaft

Wichtel, Schneemänner und Engel hat Ursula Constantinescu das ganze Jahr über gehäkelt. Die Kundschaft aber steht in diesem Jahr nicht Schlange. Ihr Hütten-Standort am Ende der Stegerstraße sei nicht optimal, sagt die Handarbeiterin. „Auf dem Weihnachtsmarkt gab es mehr Kundschaft.“

Ursula Constantinescu hat das ganze Jahr Wichtel, Weihnachtsmänner und Engel gehäkelt.
Ursula Constantinescu hat das ganze Jahr Wichtel, Weihnachtsmänner und Engel gehäkelt. © Stefan Grothues © Stefan Grothues

Aber sie freut sich auch über die Adventstage. „Anderswo sind die Märkte ja ohne Ersatz abgesagt worden.“ Aber die Zeit, die sie hier investiert verbucht die Borkenerin als Hobby. „Wenn ich die Umsätze umrechne, komme ich auf einen Stundenlohn von 30 Cent. Aber es macht mir ja Spaß.“

Bemalte Steine sind Magneten

„Die Adventshütten sind für uns ein schöner Anlass, einen Spaziergang in die Stadt zu unternehmen“, sagt Marion Terliesner.

Für Lea Mathmann und ihre Mutter Marion Terliesner waren die Adventshütten ein willkommener Anlass für einen Stadtbummel.
Für Lea Mathmann und ihre Mutter Marion Terliesner waren die Adventshütten ein willkommener Anlass für einen Stadtbummel. © Stefan Grothues © Stefan Grothues

Mit Tochter Lea Mathmann bewundert sie die kunstvoll bemalten Steine der Gruppe „Stadtlohner Steine“, die ihre Hütte an der Eschstraße eingerichtet hat.

Romy und ihre Mutter Tina Gouw freuen sich über den großen Zuspruch, den die Spendenaktion
Romy und ihre Mutter Tina Gouw freuen sich über den großen Zuspruch, den die Spendenaktion “Lonies für Ponys” findet. © Stefan Grothues © Stefan Grothues

Mit ihrer Spendenaktion „Lohnies für Ponys“ unterstützen die Steinkünstlerinnen das Reitangebot an der Johannesreithalle. Tina Gouw, eine der Steinkünstlerinnen, freut sich: „Die Resonanz auf unsere Spendenaktion ist einfach überwältigend.“

Naturerlebnisse als Ausgleich

„Zurück zur Natur“, diesen Trend hat Stefan Leiding schon vor der Corona-Pandemie ausgemacht. An seiner Hütte in der Eschstraße stellt er nicht nur seine naturkundlichen Wanderungen vor. Er bietet auch Nistkästen und Insektenhotels an.

Für Waldführer Stefan Leiding sind die Stadtlohner Adventstage ein willkommener Anlass, sein Naturerkundungsprogramm vorzustellen.
Für Waldführer Stefan Leiding sind die Stadtlohner Adventstage ein willkommener Anlass, sein Naturerkundungsprogramm vorzustellen. © Stefan Grothues © Stefan Grothues

Der Waldführer spricht mit Passanten über seine Pilzwanderungen und Naturerkundungen. „Für Familien geht das auch unter Coronaauflagen“, sagt Stefan Leiding. In früheren Jahren hat er sein Angebot auf vielen Weihnachtsmärkten präsentiert. „In diesem Jahr sind ja alle Weihnachtsmärkte abgesagt worden. Gut dass es dieses Ersatzangebot in Stadtlohn gibt.“

Farbe gegen die graue Zeit

Porträts und Frauenbilder zeigt Daniela Duesmann im Schaufenster einer ehemaligen Fahrschule in der Eschstraße. „Es geht mir nicht ums Verkaufen. Ich möchte Farbe und etwas Schönes in diese graue Zeit bringen“, sagt sie.

Marita und Georg Eilhardt haben einen Brunnen für ihre Weihnachtskrippe gefunden.
Marita und Georg Eilhardt haben einen Brunnen für ihre Weihnachtskrippe gefunden. © Stefan Grothues © Stefan Grothues

Marita und Georg Eilhardt erweitern jedes Jahr ihre Weihnachtskrippe. Darum besuchen sie alle Jahre wieder auf dem Weihnachtsmarkt den Stand des Krippenbauers Gerd Zukunft. Darauf müssen sie auch in diesem Jahr nicht verzichten. Darüber ist auch der Krippenbauer froh. „Es gibt ja in diesem Jahr nirgendwo Weihnachtsmärkte.“ Das ganze Jahr hat er Krippen und Zubehör gefertigt. „Aber ich hab Zeit. Ich bin ja Rentner und das ist eben mein Hobby.“

Krippenbauer Georg Zukunft freut sich über die Stadtlohner Adventstage als Ersatzangebot für den Weihnachtsmarkt.
Krippenbauer Georg Zukunft freut sich über die Stadtlohner Adventstage als Ersatzangebot für den Weihnachtsmarkt. © Stefan Grothues © Stefan Grothues

Georg Und Marita Eilhardt sind auch in diesem Jahr wieder fündig geworden. Sie entscheiden sich für einen Brunnen, der mit einer kleinen Pumpe das Wasser sprudeln lassen kann. Georg Eilhardt blickt sich auf dem Markt um, auf dem nur wenige Menschen flanieren. Die Idee für die Stadtlohner Adventstage findet er dennoch gut: „Besser wenig als gar nichts.“

Dieses Fazit zieht am Samstag auch Martin Auras, Geschäftsführer des SMS-Stadtmarketings. „Einen Weihnachtsmarkt wie sonst, kann es in diesem Jahr nicht geben. Viele Stadtlohner freuen sich aber, dass wir wenigstens ein bisschen Adventsstimmung in die Stadt bringen können.“

Über den Autor
Redaktion Ahaus
Vor Ort und nah dran für den Leser, hört gerne auch die andere Seite
Zur Autorenseite
Stefan Grothues

Dorsten am Abend

Täglich um 19:00 Uhr berichten unsere Redakteure für Sie im Newsletter über die wichtigsten Ereignisse des Tages.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.