500 Schülerinnen und Schüler sind vor zwei Jahren in Stadtlohn auf die Straße gegangen um für mehr Klimaschutz zu protestieren. In diesem Jahr will die Stadt Stadtlohn ein strategisches Klimaschutzkonzept auf den Weg bringen und einen Klimaschutzmanager einstellen. © Anna-Lena Haget
Klimaschutzkonzept

Stadtlohn will in diesem Jahr einen Klimaschutzmanager einstellen

Stadtlohn will sich stärker im Klimaschutz engagieren und in den nächsten Monaten wichtige Weichen stellen. Im zweiten Halbjahr soll es dann mit einem Klimaschutzmanager konkreter werden.

Vor zwei Jahren, im März 2019, gingen in Stadtlohn rund 500 Schülerinnen und Schüler für den Klimaschutz auf die Straße. „Viele haben gesagt, dass wir hier in Stadtlohn doch nichts bewirken können. Aber wenn wir als große Gruppe auftreten, dann haben wir auch in einer kleinen Stadt eine große Wirkung“, meinte die damals 15-jährige Henrika Nauheimer, eine der Initiatorinnen der ersten Fridays-for-Future-Demo in Stadtlohn.

Sie und ihre Mitstreiter dürfen es sich zumindest zum Teil auch als ihr Verdienst anrechnen, dass der Klimaschutz in Stadtlohn nun als strategische Aufgabe in Angriff genommen wird. Wenige Monate nach der Schülerdemo beschloss der Rat, ein integriertes Klimaschutzkonzept anzustreben. Jetzt liegt ein konkreter Fahrplan vor.

Annabell Methler von der Energielenker Beratungs GmbH hat per Live-Video im Umwelt- und Bauausschuss den Fahrplan für mehr Klimaschutz vorgestellt.
Annabell Methler von der Energielenker Beratungs GmbH hat per Live-Video im Umwelt- und Bauausschuss den Fahrplan für mehr Klimaschutz vorgestellt. © Stefan Grothues © Stefan Grothues

Annabell Methler von der Energielenker Beratungs GmbH hat ihn in der jüngsten Sitzung des Umwelt- und Bauausschusses per Video live zugeschaltet vorgestellt. Bis Juli 2021 sollen eine Ist-Analyse, Workshops und Expertengespräche stattfinden sowie eine verwaltungsinterne Arbeitsgruppe und eine Lenkungsgruppe Klimaschutz mit Ratspolitikern gegründet werden.

Netzwerk soll Klimaschutz verstetigen

„Es geht darum, ein Netzwerk aufzubauen um die Klimaschutzbemühungen zu verstetigen“, sagt Annabell Methler. „Der Klimaschutz muss eine Sowieso-Aufgabe werden.“ Bei vielen Menschen gebe es die Sorge, dass Klimaschutz teuer und problematisch sei. Methler: „Das muss es aber gar nicht. Aber: Alles ist problematisch, wenn wir keinen Klimaschutz betreiben.“

Aber was soll konkret geschehen? „Das müssen die nächsten Monate zeigen. Es gibt viele Möglichkeiten“, sagt Annabell Methler und nennt Beispiele: Gebäudesanierungen, Mobilitätsfragen, Erneuerbare Energien. „Wir werden in den nächsten Monaten analysieren, wo in Stadtlohn die größten Potenziale liegen.“

Klimaschutzmanager soll in diesem Jahr eingestellt werden

Bis zum Sommer wird der Klärungsprozess dauern, dann entscheidet der Rat, mit welchem Fokus die Stelle eines Klimaschutzmanagers ausgeschrieben werden soll. Gefördert wird die Erstellung von Klimaschutzkonzepten durch Klimaschutzmanagerinnen oder -manager sowie die Umsetzung erster Maßnahmen in den drei Bereichen integrierter Klimaschutz, klimafreundliche Wärme- und Kältenutzung oder klimafreundliche Mobilität

Der Ausschussvorsitzende Otger Harks (SPD) betonte: „Wir müssen uns entscheiden. Wir können nur einen Antrag stellen.“ Sobald die Förderzusage da ist, soll die Stelle des Klimaschutzmanagers ausgeschrieben werden. Annabell Methler rechnet damit, dass der Klimaschutzmanager auf jeden Fall in diesem Jahr noch eingestellt wird.

Dann wird es auch für die Bürgerinnen und Bürger konkreter, sagt die Expertin. Wenn der Klimaschutzmanager da sei, werde es auch um konkrete Beratungen gehen, wie Bürger zum Beispiel in den Genuss von Fördermitteln kommen können.

Zunächst sei es „zielführender“, die Vorbereitungsgruppe klein zu halten. Bürgermeister Berthold Dittmann sagte aber zu, dass die Politik in der Lenkungsgruppe intensiv in den Prozess der Fokusberatung eingebunden werde. „Es darf nicht nur ein Abnicken geben. Ein reger Austausch ist das Ziel.“

Vertreter der Jugend soll von Anfang an eingebunden werden

„Kann ich denn auch in die Arbeitsgruppe?“, wollte Darius Sonnenberg wissen. Er vertritt als fraktionsloser sachkundiger Einwohner das Jugendkomitee Juko im Umwelt- und Bauausschuss. Beim Vorsitzenden Otger Harks rannte er damit offene Türen ein. Harks: „Ich bin sehr dafür, die Jugend von Anfang an mit einzubinden.“ Schließlich waren es ja auch die Kinder und Jugendlichen, die der Klimadebatte mit ihrer Fridays-for-Future-Bewegung auch in Stadtlohn neuen Schwung gegeben haben.

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Redaktion Ahaus
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Stefan Grothues

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