Stadt und Kirche investieren in den Ausbau des St.-Marien-Kindergartens

dzKitas ins Stadtlohn

In Stadtlohn fehlen Kita-Plätze für U3-Kinder. Jetzt nehmen Land, Kirche und Stadt fast eine Million Euro in die Hand, um Abhilfe zu schaffen. Die Kita in Wenningfeld soll ausgebaut werden.

Stadtlohn

, 10.06.2020, 04:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im nächsten Kindergartenjahr 2020/21 wird der Bedarf an Kindergartenplätzen in Stadtlohn auf einen neuen Spitzenwert klettern. Das prognostiziert Markus Grotendorst, Leiter des Familienbüros beim Kreis Borken. In Zahlen: Stadtlohn braucht 697 Plätze für Kinder über drei Jahren (Ü3) und 283 Plätze für Kinder unter drei Jahren (U3). Vor allem im U3-Bereich fehlen aber noch Betreuungsplätze.

Steigende Geburtenzahlen und Zuzüge

„Wir sehen in Stadtlohn eine besonders dynamische Entwicklung“, so Markus Grotendorst. Das sei auf steigende Geburtenzahlen und auf Zuzüge zurückzuführen. „Das neue Baugebiet Erningfeld zum Beispiel lockt gebürtige Stadtlohner zurück, die sich jetzt hier mit ihren Familien niederlassen“, so Grotendorst.

Um dem wachsenden Bedarf gerecht zu werden, will die Kirchengemeinde St. Otger ihren St.-Marien-Kindergarten in Wenningfeld um eine Gruppe erweitern. So sollen zwölf neue Betreuungsplätze für U3-Kinder geschaffen werden.

Weil diese Plätze dringend benötigt werden, hat der Haupt- und Finanzausschuss jetzt dem Rat überplanmäßige Ausgaben empfohlen, um eine Finanzierungslücke der Kirche zu schließen. Baubeginn soll im September 2020 sein, ab Sommer 2021 soll die Erweiterung in Betrieb gehen.

Stadt stellt fast 150.000 Euro bereit

Die Erweiterung des Kindergartens kostet 934.000 Euro. In den Kosten ist auch die Vergrößerung der Mensa, eine Heizungserneuerung, eine Akustikdecke für die Turnhalle, ein zweiter Personalraum und ein Hauswirtschaftsraum enthalten.

Das Land NRW fördert den Kindergartenausbau nach dem Kibiz-Gesetz mit knapp 650.000 Euro. Die Zentralrendantur der Katholischen Kirchengemeinden der Dekanate Ahaus und Vreden will knapp 140.000 Euro aus Eigenmitteln der Kirche finanzieren und hat die Stadt Stadtlohn um Kostenübernahme von 148.500 Euro gebeten.

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Entscheiden wird der Rat der Stadt Stadtlohn in seiner Sitzung am 24. Juni. Nach dem einstimmigen Votum in der jüngsten Haupt- und Finanzausschusssitzung ist aber eine Vorentscheidung schon gefallen.

Ab 2022 wird der Bedarf an Kitaplätzen leicht zurückgehen. Die neuen Kapazitäten werden dennoch benötigt, sagt Markus Grotendorst. „In vielen Stadtlohner Kindergärten gibt es zurzeit Überbelegungen. Sie sind zeitlich befristet und dürfen kein Dauerzustand werden.“

Kindergarten am Hessenweg soll Ende Juli in Betrieb gehen

Auch die früheren Räume des St.-Joseph-Kindergartens, der längst in einen Neubau an die Bakenstraße umgezogen ist, werden immer noch als Provisorium genutzt, zurzeit von der Kita der Evangelischen Jugendhilfe, die Ende Juli an den Neubau am Hessenweg umziehen wird. Dann kann der Wenningfelder St.-Marien-Kindergarten den alten St.-Joseph-Kindergarten als Ausweichprovisorium für eine Gruppe nutzen.

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Darüber hinaus ist zurzeit die Eröffnung der neuen Großtagespflegestelle „Schatzinsel“ am Telgenkamp mit neun Betreuungsplätzen in Vorbereitung. Dagegen werden die Planungen für einen neuen Bauernhofkindergarten vorerst auf Eis gelegt. Markus Grotendorst: „Das Konzept des Bauernhofkindergartens ist auf Ü3-Kinder ausgelegt. Dort gibt es in Stadtlohn zurzeit aber keinen wachsenden Bedarf. Daher sollten wir hier die weitere Entwicklung erst einmal abwarten.“

Elf Kindergärten in Stadtlohn

In Stadtlohn gibt es zurzeit elf Kitas, davon sechs in Trägerschaft der katholischen Kirche, zwei Elterninitiativen sowie je einen in Trägerschaft der evangelischen Kirche, des DRK und der Evangelischen Jugendhilfe. Darüber hinaus gibt es in der Tagespflege vier Großtagespflegestellen sowie 33 Tagespflegepersonen.

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