Stadtlohn bandelt mit Eifelstädtchen Hönningen eine Partnerschaft an

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Tausende Stadtlohner haben Urlaubserinnerungen an Hönningen. Seit 56 Jahren ist das Eifelörtchen Ziel des DJK-Ferienlagers. Jetzt will die DJK eine Städtepartnerschaft. Das finden nicht alle gut.

Stadtlohn

, 09.09.2020, 04:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Stadt Stadtlohn nimmt Gespräche mit der Ortsgemeinde Hönningen auf, um die Möglichkeiten für eine Städtepartnerschaft auszuloten. Das hat der Rat in seiner jüngsten Sitzung beschlossen. SPD und Grüne stimmten allerdings gegen diese Gespräche. Aus Sicht der SPD ist Hönningen einfach zu klein für eine Städtepartnerschaft.

DJK-Ferienlager in Hönningen seit 1964

Hönningen kennt jeder Stadtlohner“, erklärte Bürgermeister Helmut Könning im Haupt- und Finanzausschuss. Seit 1964 bietet die DJK Eintracht alljährlich ein integratives Jugendlager in dem an der Ahr gelegenen Eifelstädtchen an. Tausende Stadtlohner haben dort schon ihren Sommerurlaub verbracht.

Stadtlohner Lagerromantik in Hönningen in den 1960er-Jahren

Stadtlohner Lagerromantik in Hönningen in den 1960er-Jahren © DJK Eintracht Stadtlohn

Und zu vielen Hönningern sind freundschaftliche Beziehungen entstanden. „Auf verschiedensten Ebenen gibt es seit Jahrzehnten einen partnerschaftlichen Austausch mit der Ortsgemeinde“, schreiben der DJK-Vorsitzende Andreas Pieper und der stellvertretende Lagerleiter Marc Klein-Günnewick in einem Brief an Bürgermeister Helmut Könning. Darin stellen die beiden DJK‘ler einen Antrag an den Rat: Die Stadt Stadtlohn soll eine Städtepartnerschaft mit der Ortsgemeinde Hönningen anstreben und entsprechende Abstimmungsgespräche führen.

CDU, UWG und FDP halten Partnerschaft mit Hönningen für eine gute Idee

„Ich halte das für eine gute Idee, auch wenn Hönningen sehr viel kleiner ist als Stadtlohn“, erklärte Michael Boos (CDU). Schließlich seien in den vergangenen 50 Jahren schon viele Bindungen entstanden. Die CDU sei für Abstimmungsgespräche. „Wir sehen ja dann, was sich daraus entwickelt.

So sah das auch Martin Kömmelt (UWG). Er erklärte: „Ich finde es sehr gut, wenn eine Städtepartnerschaft von der Basis getragen wird.“ Auch die FDP stimmte uneingeschränkt für die Abstimmungsgespräche. „Für den Sportverein und für die Stadt gibt es ja schon eine langjährige Bindung nach Hönningen. Ich sehe keine Probleme“, so Andrea Wiggering-Cirkel.

SPD: „Partnerschaft macht nur auf Augenhöhe Sinn“

Otger Harks (SPD) sah das anders: „Wir von der SPD meinen, dass eine Partnerschaft nur auf Augenhöhe Sinn macht. Eine gewisse Vergleichbarkeit muss schon da sein.“ Er wies darauf hin, dass Hönningen gerade einmal 1024 Einwohner zähle und nur ein Teil der Verbandsgemeinde Altenahr sei. „Hönningen hat völlig andere Rahmenbedingungen und Probleme als wir“, so Otger Harks. Er sei gerne für freundschaftliche Beziehungen und eine Zusammenarbeit. Aber für eine Partnerschaft seien die Partner einfach zu verschieden.

Soweit wollte Richard Henrichs von den Grünen nicht gehen. Er plädierte aber dafür, dass sich vor einer Aufnahme von Gesprächen zunächst einmal der Städtepartnerschaftsausschuss und der Kulturausschuss mit der Frage der Städtepartnerschaft auseinandersetzen sollten.

Stadtlohn pflegt drei Städtepartnerschaften

Stadtlohn hat bislang offiziell zwei Partnerstädte in den Niederlanden und in Italien sowie eine „Verlobung“ mit einer brandenburgischen Stadt:

  • Die niederländische Gemeinde Dinkelland (26.342 Einwohner) liegt etwa 60 Kilometer nördlich von Stadtlohn, unmittelbar an der deutsch-niederländischen Grenze. Im Zuge einer Kommunalgebietsreform 2001 wurde die Gemeinde Weerselo, mit der die Stadt Stadtlohn eine offizielle Partnerschaft 1975 schloss, Teil der Gemeinde Dinkelland.
  • San Vito al Tagliamento (15.246 Einwohner) liegt in Norditalien etwa 70 Kilometer von Venedig entfernt. Seit 1983 ist San Vito Stadtlohns Partnerstadt.
  • Zu Altlandsberg (9526 Einwohner) in Brandenburg pflegt Stadtlohn seit 30 Jahren freundschaftliche Beziehungen. Der Abschluss einer formellen Städtepartnerschaft ist Ende 2019 mit einem einstimmigen Ratsbeschluss der Stadt Stadtlohn in die Wege geleitet worden.
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