Schutz vor Corona-Infektion: Stadtlohner Sonnen-Apotheke setzt auf Plexiglas

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In der Stadtlohner Sonnen-Apotheke schützt seit Neuestem eine Glasscheibe Kunden und Mitarbeiter vor einer möglichen Infektion mit dem Coronavirus. Nicht die einzige Maßnahme in der Apotheke.

Stadtlohn

, 18.03.2020, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eineinhalb Meter Abstand halten und nicht mehr als fünf Kunden auf einmal im Raum. Das sind die Verhaltensregeln, die jede Person, die die Stadtlohner Sonnen-Apotheke betritt, auf einem Schild im Eingangsbereich begrüßen. Doch es gibt noch eine weitere Änderung, die direkt ins Auge fällt.

Denn seit Mittwochmorgen werden Kunden und Apotheker an der Kasse von einer großen Scheibe getrennt. „Ich möchte keine Panik machen“, betont Geschäftsführer Jürgen Beimesche (47). Er wolle einfach den Kontakt zwischen allen so weit wie möglich minimieren, damit die Ausbreitung des Coronavirus eingedämmt beziehungsweise verlangsamt wird.

Die Idee für eine schützende Glasscheibe kam beim Blick nach Südtirol

Die Idee sei nicht seine, gesteht er. „Ich hab das kopiert“, sagt er mit einem Lächeln. Und er hoffe, dass noch viele andere die Idee kopieren und selbst umsetzen. Vielleicht entstehe durch sein Handeln „ein bisschen Inspiration für andere Dienstleister und Einzelhändler“.

Die ersten Apotheker, die einen solchen Schutz installiert haben, von denen er gehört hatte, seien in Südtirol tätig. Einem der ersten Corona-Risikogebiete in Europa. Die Scheibe zwischen Mitarbeitern und Kunden sei auch eine Folge der Mundschutz- und Handdesinfektionsmittel-Engpässe.

Dank der Scheibe ist nun durchgehend gesichert, dass es immer einen Schutz zwischen allen beteiligten Personen gibt. „Es geht um den Eigen- und den Kundenschutz“, sagt er. Vor allem Risikogruppen wolle er damit vor einer möglichen Infektion schützen.

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„Wir wollen einfach vorbeugen und unseren Beitrag (zur Eindämmung des Virus, Anm. d. Red.) leisten“, erklärt der Stadtlohner Apotheker, der vor Kurzem selbst noch derartige Maßnahmen für unnötig gehalten hatte.

Jürge Beimesche: „Einige unterschätzen das total“

„Ich habe letzte Woche noch gesagt, sowas wäre total übertrieben“, erzählt Beimesche. Doch nun sei er sehr froh, eine solche Wand installiert zu haben. Die Resonanz seiner Kunden sei bislang durchweg positiv gewesen. Bei den vielen Menschen, die in seiner Apotheke ein und aus gehen, ändere sich die Stimmung aktuell teilweise täglich, sagt er.

„Die einen sind verunsichert“, erklärt der 47-Jährige. Auch in seiner Apotheke habe es schon Hamsterkäufe gegeben. Doch es gebe auch einige Menschen, die sehr sachlich an das Thema herangehen würden. Anders als die dritte Gruppe, die ihm bislang aufgefallen ist: „Einige unterschätzen das total.“ Insgesamt habe er aber das Gefühl, dass ein Großteil „sehr viel Respekt vor der Sache“ hat.

Genauso wie er und seine Mitarbeiter. Das zeigt sich vor allem darin, dass die eingebaute Glasscheibe nicht die einzige Neuerung in der Sonnen-Apotheke ist. Auch eine strikte Trennung zwischen dem Kassenbereich und dem Rest der Apotheke gebe es nun, sagt Jürgen Beimesche.

Mitarbeiter der Sonnen-Apotheke in Stadtlohn, die an der Kasse arbeiten, tragen seit einigen Tagen immer Handschuhe.

Mitarbeiter der Sonnen-Apotheke in Stadtlohn, die an der Kasse arbeiten, tragen seit einigen Tagen immer Handschuhe. © Pascal Albert

Außerdem trage nun jeder, der mit Geld in Kontakt kommt, Handschuhe und dürfe dann auch nicht mehr im hinteren Bereich der Apotheke zum Beispiel ans Telefon gehen. Einen positiven Nebeneffekt habe das Tragen von Handschuhen auch noch, verrät der Apotheker: „Man packt sich nicht mehr so oft ins Gesicht.“ Denn auch das sollte man aktuell versuchen, zu vermeiden.

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