Spotlights und Musik von Scheffwell: Die St.-Otgerkirche präsentierte sich am Samstagabend beim Benefizkonzert in ganz neuem Licht. © Marietheres Schlamann
Corona-Spenden-Aktion

Scheffwell rockt die Otgerkirche und freut sich über Tausende Zuschauer

Scheffwell hat die Otgerkirche gerockt, und zwar für einen guten Zweck. Der junge Stadtlohner DJ hat am Samstag mit einer spektakulären Show um Spenden für Lockdownopfer geworben.

„Stadtlohn, let’s go!“ Die Sitzreihen in der St. Otgerkirche waren leer. Doch Scheffwell alias Nico Scheffer war überglücklich. Über 90 Minuten hat er am Mischpult tanzend alles gegeben. Lichtspots zuckten, tauchten den ehrwürdigen Kirchenraum zu elektronischer Tanzmusik mal in rotes, blaues oder gelbes Licht.

„Hoffnung. Zusammenhalt. Für Stadtlohn.“

Und das alles für einen guten Zweck. Zusammen mit Michelle Kuhn (19) hat der 21-jährige Stadtlohner am Samstagabend den Streamingauftritt „Hoffnung. Zusammenhalt. Für Stadtlohn.“ auf die Beine gestellt, um Spenden für Selbstständige in Stadtlohn zu sammeln, die durch den Coronalockdown besonders hart getroffen wurden.

Scheffwell alias Nico Scheffer war überglücklich nach der großen Resonanz auf seinen Streamingauftritt.
DJ Scheffwell alias Nico Scheffer war überglücklich nach der großen Resonanz auf seinen Streamingauftritt. © Marietheres Schlamann © Marietheres Schlamann

Die Kirchenbänke waren leer, aber Scheffwell war nicht alleine. Weit über 6000 Menschen schauten in die anderthalbstündige Liveübertragung hinein. Über 500 Geräte waren fast die ganze Zeit gleichzeitig im Stream aktiv. „Ein Hammergefühl“, sagte Nico Scheffer, der am Sonntag im Gespräch mit unserer Redaktion noch immer unter Strom stand.

Zuschauer zeigen sich im Livechat begeistert

„Es war einfach unglaublich. Mit so vielen Zuschauern habe ich nicht gerechnet. Vor vielen Bildschirmen haben ja sicher mehr als nur einer gesessen“, so Nico Scheffer. Und während er an seinem Mischpult zauberte, leuchteten auf seinem Handy begeisterte Zuschauerreaktionen auf: „Mega Aktion!“, „Das möchte ich mal live erleben!“

Mal grüßte ein Kegelclub, mal hob Bürgermeister Berthold Dittmann den Daumen, Zuschauer ließen Smileys und Herzen fast im Sekundentakt blinken. Und Stadtlohner waren nicht nur unter sich: Grüße aus der Pfalz, aus Stuttgart und München wurden im Chat gesendet. „Endlich rockt der Tempel“, schrieb einer der Zuhörer.

Die fantastische Lichtshow lieferte das Bocholter Team Ladderman ehrenamtlich ab.
Die fantastische Lichtshow lieferte das Bocholter Team Ladderman Livestreams ehrenamtlich ab. © Marietheres Schlamann © Marietheres Schlamann

„Das ist wirklich toll, dass die Pfarrgemeinde das möglich gemacht hat“, sagt Nico Scheffer. „Ich weiß ja, dass das, was ich mache, eigentlich nicht in die Kirche gehört. Aber wir haben ja alle ein gemeinsames Ziel: Wir wollen helfen.“

Solidaritätsaktion geht noch weiter

20 Stunden lang hat sich Scheffwell auf seinen 90-Minuten-Auftritt vorbereitet. „Aber alleine hätten Michelle und ich das gar nicht hinbekommen. Das war eine super Zusammenarbeit mit Pfarrer Lürwer, mit der Stadt, dem Stadtmarketing und dem dem Team Ladderman Streamings aus Bocholt, das die Technik und viel Aufbauarbeit umsonst zur Verfügung gestellt hat.“

Was die Solidaritätsaktion in Euro und Cent gebracht hat, ist noch unklar. Nico Scheffer: „Wir lassen die Aktion noch zwei bis drei Wochen weiterlaufen.“ In vielen Stadtlohner Geschäften hat das SMS-Stadtmarketing Sammeldosen aufgestellt. Auch Einzahlungen auf das SMS-Spendenkonto sind weiterhin möglich. Und wer die Liveübertragung verpasst hat, der kann sich das Spektakel noch einmal als Aufzeichnung in voller Länge auf Youtube anschauen – und hinterher spenden.

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Stefan Grothues
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