Schau auf dem Schlachtfeld

Stadtlohn Wir schreiben das Jahr 1623, genau genommen den 6. August. Es ist kurz nach 15 Uhr: Insgesamt 15 000 Reiter und 40 000 Infanteristen - die einen unter der Führung von Johann Tserklaes Graf von Tilly, die anderen unter dem Befehl von Herzog Christian von Braunschweig-Wolfenbüttel - liefern sich unweit der Tore Stadtlohns einen erbitterten Kampf.

11.07.2008, 18:46 Uhr / Lesedauer: 1 min

<p>Lassen ein Stück spannende Historie aufleben (v. l.): Ulrich Söbbing (mit Schwert), Richard Lammers vom Eichenhof (mit Bild des Grafen von Tilly) und Geschäftsführerin Sandra Blickmann (mit Bild des Herzogs von Braunschweig-Wolfenbüttel). MLZ-Fotos (3) Herbers</p>

<p>Lassen ein Stück spannende Historie aufleben (v. l.): Ulrich Söbbing (mit Schwert), Richard Lammers vom Eichenhof (mit Bild des Grafen von Tilly) und Geschäftsführerin Sandra Blickmann (mit Bild des Herzogs von Braunschweig-Wolfenbüttel). MLZ-Fotos (3) Herbers</p>

Fast 385 Jahre liegt die Schlacht im Lohner Bruch zurück, die in die erste Phase des Dreißigjährigen Krieges (1618-1648) fiel. Die Ereignisse dieses Tages und ihren Kontext rückt nun eine Ausstellung des Archivars Ulrich Söbbing in der Scheune des Eichenhofs in den Blick - und das erstmals auf historischem Terrain.

Zeit der Glaubenskriege

Denn: "Wir befinden uns hier mitten auf dem früheren Schlachtfeld", bemerkt Söbbing. Anhand mehrerer Tafeln wird der Besucher in die Zeit der Glaubenskriege, die Auseinandersetzungen zwischen Kaiser und Landesherren und den Konflikt um die Vorherrschaft in Europa eingeführt. Zahlreiche Bildnisse und Zeugnisse machen mit dem katholischen Generalfeldmarschall Tilly und dem "tollen Christian", der auf Seiten der Protestanten kämpfte, sowie militärischen Gefährten aus der näheren Umgebung vertraut. Die Verfolgungsjagd der beiden Kontrahenten, die von Burgsteinfurt über Metelen, Heek, Ahaus bis nach Stadtlohn führte, lassen sich anhand verschiedener Karten genauestens rekonstruieren. Auf Flugschriften ist nachzulesen, wie die Zeitgenossen die Geschehnisse beurteilten - je nachdem ob sie auf Seiten katholischer oder protestantischer Potentaten standen.

Viele Fundstücke

Wieder lebendig wird auch ein Stück Militärgeschichte des 17. Jahrhunderts. Wie sah ein Schlachtfeld aus? Wie groß war eine Musketen-Kugel? Wie kleidete sich ein Musketier? Viele Fundstücke aus Stadtlohn und Bilder geben Antworten auf diese Fragen. Fehlen darf auch nicht eine Nachprägung der Medaille zum Westfälischen Frieden von 1648, die das Ende eines mehrere Jahrzehnte währenden Krieges besiegelte - und das genau 25 Jahre nach der Schlacht im Lohner Bruch. kh

Die Ausstellung in der Scheune des Eichenhofs (Almsick 43) wird morgen um 11 Uhr eröffnet. Zu sehen ist sie vom 13. Juli bis zum 10. August montags bis freitags von 15 bis 21 Uhr, samstags und sonntags 10 bis 12 Uhr und 15 bis 21 Uhr oder nach Vereinbarung unter Tel. (0 25 63) 9 75 20. Der Eintritt ist frei.

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