Mit Sperren verhinderten die Feuerwehrleute, dass größere Mengen Gülle über einen Graben in die Berkel flossen. © Feuerwehr Stadtlohn
Gülleunfall

Rund 150.000 Liter Gülle flossen in Stadtlohn-Hengeler in die Berkel

Große Mengen Gülle sind am Sonntag in der Bauerschaft Hengeler aus einem leckgeschlagenen Güllebehälter ausgelaufen und zum Teil in die Berkel geflossen. Feuerwehrleute verhinderten Schlimmeres.

Auf einem Bauernhof in Hengeler ist am Sonntagnachmittag ein 1100 Kubikmeter fassender Güllebehälter leckgeschlagen. Durch einen Riss in der Metallhaut flossen nach Angaben der Polizei „mehrere hundert Kubikmeter Gülle“ in einen nahegelegenen Wassergraben, der in die Berkel mündet. Nach Schätzungen der Unteren Wasserbehörde sind rund 150 Kubikmeter Gülle in die Berkel gelangt.

Mit Unterstützung von Tankwagen wurde der leckgeschlagene Güllebehälter leergepumpt.
Mit Unterstützung von Tankwagen wurde der leckgeschlagene Güllebehälter leergepumpt. © Feuerwehr Stadtlohn © Feuerwehr Stadtlohn

Der schnelle Einsatz der Feuerwehr konnte aber Schlimmeres verhindern. Der Behälter war fast ganz gefüllt. Und der Riss klaffte im unteren Bereich, sodass der Behälter komplett leergelaufen wäre. Über die Ursache der Leckage konnte die Polizei am Montagmorgen noch nichts sagen. „Wir ermitteln noch“, so Frank Rentmeister.

Feuerwehr schüttete Wall auf

Gegen 15 Uhr wurde die Stadtlohner Feuerwehr am Sonntag zu dem landwirtschaftlichen Anwesen in Hengeler gerufen. „Große Mengen Gülle liefen aus und in einen Wassergraben“, berichtet Markus Vennemann.

Große Mengen Gülle waren aus dem leckgeschlagenen Behälter in einen Graben geflossen.
Große Mengen Gülle waren aus dem leckgeschlagenen Behälter in einen Graben geflossen. © Feuerwehr Stadtlohn © Feuerwehr Stadtlohn

Zunächst schütteten die Feuerwehrleute einen Wall auf, um ein Eindringen der Gülle über den Wassergraben in die Berkel zu verhindern. Da das Leck an einer unteren Stelle des nach Angaben von Markus Vennemann „ziemlich vollen Behälters“ nicht zu verschließen war, blieb nur die Möglichkeit, den Behälter auszupumpen.

„Landwirt hat superschnell reagiert“

Hierbei unterstützten mehrere Landwirte und Lohnunternehmer den Feuerwehreinsatz mit Güllefässern. Dafür gab es Lob von der Unteren Wasserbehörde. Kreissprecherin Ellen Bulten: „Der Landwirt hat superschnell reagiert und alles in Bewegung gesetzt, um den Schaden zu begrenzen.“

Was bedeutet der Gülleeintrag für die Flussökologie? „Unsere Fachleute gehen davon aus, dass die 150 Kubikmeter Gülle nicht zu massiven ökologischen Beeinträchtigungen führen werden“, sagt Ellen Bulten vom Kreis. Bulten: „Die Berkel führt zum einen sehr viel Wasser. Das führt zu einer schnellen und hohen Verdünnung, die sehr schnell abfließt.“

Im Sommer wäre der Umweltschaden größer gewesen

Außerdem sei es sehr kalt gewesen. „Bei Wärme und geringen Fließgeschwindigkeiten führt ein unkontrollierter Nährstoffeintrag zu viel größeren Problemen“, so Ellen Bulten.

Messungen in der Berkel sind nicht vorgenommen worden, weil die Fließgeschwindigkeit zu hoch war. „Wir hätten nur hinter der Welle messen können“, so Ellen Bulten. Die Untere Wasserbehörde hat dennoch die niederländischen Behörden sowie das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) informiert.

Am Montag war ein Mitarbeiter der Unteren Wasserbehörde erneut vor Ort, um Fragen des Bodenaushubs rund um die Leckagestelle und den Wassergraben mit dem Landwirt zu klären. So soll ein weiterer Gülleeintrag durch Ausspülung etwa bei Regen aus dem gesättigten Boden in die Berkel verhindert werden.

Die Feuerwehr hatte am Sonntag auch den mit Gülle gefüllten Wassergraben leergepumpt. Neben der Feuerwehr und den Landwirten waren auch die Polizei, das Ordnungsamt und Mitarbeiter der Kläranlage im Einsatz, um die Maßnahmen abzustimmen. 30 Feuerwehrleute waren an dem Einsatz beteiligt. Die letzten Kräfte rückten gegen 21 Uhr wieder ab.

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Stefan Grothues

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